One Punch-Man, Band 1

In Japan entwickelt sich Yusuke Muratas und ONEs One Punch-Man allmählich zu einem Bestseller. Murata-sensei adaptiert die Reihe von ONEs gleichnamigen Webmanga. Das Werk läuft momentan auf Shueishas kostenloser Spin-off-Webseite Tonari no Young Jump. Das siebte Volume zu One Punch-Man erschien im Dezember in Japan und ging mittlerweile über 350.000 Mal über die dortige Ladentheke. AnimeY warf für euch einen Blick in den Startband.

Die Geschichte beginnt mit einem Monster, dass eine Stadt bedroht und letztendlich von einem mysteriösen, kahlköpfigen, schmächtigen Typen mit nur einen Schlag beseitigt wird. Doch wer ist dieser rätselhafte Kerl? Vor genau drei Jahren beschloss ein ganz gewöhnlicher, arbeitsloser junger Mann – und Protagonist der Erzählung – ein Held zu werden, nachdem er sich einem seltsamen Krabbenwesen entgegenstellte, das es auf einen kleinen Jungen abgesehen hatte, weil dieser ihm im Schlaf Nipples auf dem Panzer gemalt hat. Unser Hauptcharakter besiegte damals das Monster und trainierte seitdem so hart, dass ihm die Haare ausfielen. Er ist in der Lage jeden Feind mit nur einem Schlag zu besiegen. Doch das hat auch seine Nachteile. Gerade weil, er die Kämpfe aufgrund seiner Stärke so leicht gewinnt, ist der Held gelangweilt und frustriert. Es gilt für ihn, die Vorzüge herauszufinden, welche solche Kräfte mit sich ziehen. Wie gut, dass das Böse stets vor der Tür steht …

Yusuke Muratas und ONEs One Punch-Man ist tatsächlich ein Shonen-Manga der anderen Sorte, ob er einem allerdings zusagt ist eine andere Sache. Euch erwartet ein Held, der bereits mit dem »Unbesiegbarkeitsfaktor« aufwartet und nicht erst an Stärke gewinnen muss. Nun mag vielleicht manch einer denken: Wenn der Typ schon alles kann, was macht die Story interessant? Wie der Leser schon im ersten Band feststellen wird, legt das Werk keinen großen Fokus auf die Story und Charaktergeschichten. Das heißt aber nicht, dass beides nicht vorhanden ist. Band 1 stellt dem Leser den kuriosen One-Punch Man namens Saitama vor, der sich pro Kapitel – oder auch mal in einem doppelten – einem Gegner stellt. Wenn man das so nennen kann, da diese wie gesagt mit einem Schlag erledigt werden. Aufmerksame Leser erkennen bei der Gestaltung der Feinde durchaus gewisse Relationen zu populären anderen Manga-Serien. Geschmückt mit coolen Sprüchen und jede Menge Gags sorgen die Einzelkapitel für Spaß. Leser sollten bei der Handlung allerdings ihr Gehirn abschalten und das plötzliche Auftauchen der Monster, Cyborgs oder wer auch immer nicht hinterfragen. Für ausreichend Gemetzel ist definitiv gesorgt, wobei der Ausgang stets vorhersehbar ist.

Der Leser erhält ebenso einen Einblick in die Charaktergeschichten, doch selbst diese nimmt der Manga aufs Korn. Man nehme hier den Cyborg Genos, welcher sich im Laufe des ersten Bandes Saitama anschließt. Der Erklärungstext schlägt in diesem Fall wörtlich gesehen ein, wie eine Bombe – wer hier am Ende des Dialogs angelangt ist, hat den Anfang wahrscheinlich wieder vergessen.

Yusuke Muratas Zeichnungen fallen teilweise detailliert aber auch schlicht aus. Monster, Cyborgs und andere Charaktere stellt der Zeichner attraktiv in Shonen-Manier dar, wobei der Protagonist der Geschichte wahrscheinlich so ziemlich aus dem Rahmen fällt. Stellenweise entdeckt der Leser auch die eine oder andere detaillierte Hintergrundkulisse. Des Weiteren sind dem Mangaka die Actionszenen zeichnerisch sehr gut gelungen.

One Punch-Man bietet euch einen Protagonisten, der etwas anderen Art. Dieser kommt bereits mit dem Gesamtpaket eines Superhelden daher und sieht alles andere als attraktiv aus. Die Story von Yusuke Muratas und ONEs Werk trifft sicherlich nicht jedermanns Geschmack, da diese keine Tiefgründigkeit besitzt. Ob sich dies in den Folgebänden ändert, sollte jeder selber herausfinden. One Punch-Man ist für Leute geeignet, die humorvolles Abschlachten mögen und einfach mal ihr Gehirn beim Lesen ausschalten möchten. Mich stellt sich jedoch die Frage, ob der Autor die bisher seichte Geschichte dauerhaft interessant gestalten kann. Mit seinen aktuell sieben Bänden gehört das Werk zwar noch nicht zu den längeren Shonen-Serien, angesichts des steigenden Erfolges in Japan mag sich der Titel aber auch zum Dauerbrenner entwickeln. 

One Punch-Man, Band 1 © 2012 Yuusuke Murata & ONE /Shueisha Inc.

Gina
ich bin eine ziemlich durchgeknallt aber ruhige Manga-Leserin der 30+ Generation :3

1 Kommentar

  1. Ich mag One-Punch Man. Es ist eine andere Art von Manga 🙂 und einer meiner lieblings Mangas.
    Das Original hat 98 Kapitel und das Remake 43 und ich finde beide sehr gut.

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