Sonic Forces – Wenn der Krieg kommt, muss man zum Helden werden

Das Aushängeschild von Sega versucht dieses Jahr gleich zweimal die Konsolen zu erobern: Während die Fans vom klassischen Sonic Mania begeistert waren, wurde Sonic Forces mit sehr viel Skepsis betrachtet. Seit dem 7. November ist nun das neuste 3D-Abenteuer des Igels im Handel erhältlich. Ob er die Kurve kriegt oder gegen die Wand rennt, erfahrt ihr hier.

Doctor Eggman versucht ein weiteres Mal die Welt von Sonic und seinen Freunden zu erobern. Doch diesmal ist etwas anders: An seiner Seite kämpfen Shadow, Metal Sonic, Chaos und Zavok. Als Sonic versucht, den verrückten Professor aufzuhalten, wird er vom mysteriösen Infinite angegriffen, besiegt und gefangen genommen. Sechs Monate später hat Eggman sein Ziel fast erreicht. Sonic ist weiterhin in seiner Gewalt und niemand kann ihn aufhalten. Doch als ein neuer Rekrut sich freiwillig beim Widerstand meldet, scheint sich das Blatt endlich zu wenden …

Ich will auch ein Held sein!

Schon beim ersten Trailer hat man gemerkt , Sonic will nicht mehr nett sein, sondern erwachsen. Was in den Trailern so gut aussah, funktioniert in der Praxis leider weniger. Dadurch entsteht das Gefühl, dass man sich nicht entscheiden konnte, wer die Zielgruppe überhaupt sein soll. Eigentlich will die komplette Geschichte ernst und düster sein, macht sich das aber durch den teils kindischen Humor kaputt. Die Dialoge wirken nämlich teilweise unfreiwillig komisch. Dazu kommt noch, dass ein Teil der Story nur über kurze Unterhaltungen auf der Karte oder in den Leveln abgewickelt wird, das nimmt der Geschichte Tiefe.

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Bild: Sega

Inhaltlich erfindet sich Sonic Forces nicht neu. Die Idee des eigenen Charakters bringt allerdings frischen Wind in das Franchise. Fans werden ihre Freude haben, nun endlich selbst Teil des Sonic-Universums zu sein.

 

Die üblichen Verdächtigen

Während man alles gezeigt bekommt, was das Sonic-Universum zu bieten hat, sieht es mit neuen Gesichtern eher mau aus. Neu sind lediglich der eigene Charakter und Bösewicht Infinite. Den eigenen Charakter kann man nach seinen Vorstellungen gestalten und sogar dessen Rasse wählen, aber die Persönlichkeit bleibt dennoch immer gleich. Das ist etwas schade, da wäre durchaus noch Raum für mehr Freiheit gewesen. Infinte ist leider auch etwas farblos geworden. Der Bösewicht ist nicht so böse, wie man sich es sich vielleicht wünscht. Dafür ist Sonic aber umso vorlauter.

Bild: Sega

An dem eigentlichen Gameplay hat sich nichts geändert. Entweder spielt man einen der beiden Sonics oder seinen Charakter und versucht, möglichst schnell ein Level zu absolvieren. Tempo ist hierbei wirklich das A und O. Obwohl man in den Leveln rote Sterne sammeln kann, wirken sie sich nicht auf die Levelbewertung aus. Neben den 30 Storyabschnitten gibt es außerdem ein paar Bonus- und geheime Level. Das Hauptproblem ist ganz klar das Tempo, denn die Kampagne ist schneller durchgespielt, als man erwartet. Die S.O.S.-Missionen und die Herausforderungen motivieren allerdings dazu, die Level ein zweites Mal zu spielen. Dabei winken oft zahlreiche Items für den eigenen Charakter als Belohnung. Auch dank des kostenlosen DLC kann man noch etwas länger durch die Gegend rennen.

Bild: Sega

Die gemischten klassischen 2D- und modernen 3D-Stages bieten einiges an Abwechslung. Dank der verschiedenen Waffen, mit denen man seinen Helden ausrüsten kann, hat man immer mehrere Möglichkeiten die Level abzuschließen. Ein schöne neue Idee, die das Ganze etwas interessanter macht. Doch trotzdem ist alles zu schnell und vieles läuft automatisch ab. Gegnerhorden besiegt man oft mit wiederholten Knöpfchengehämmer und kaum hat man Fahrt aufgenommen, ist alles auch schon wieder vorbei. Zusätzlich hat man bei manchen automatischen Abschnitten so eine Geschwindigkeit drauf, dass man nichts mehr mitkriegt. Die Bosskämpfe sind technisch eher eintönig. Lediglich der letzter Endgegner bringt einen ins Schwitzen.

Geschwindigkeit ist nicht alles

Sega versucht die verschiedenen Level möglichst unterschiedlich zu gestalten und so hat jede Welt ihre eigenen Features, egal ob Pinball-Elemente oder Laserstrahlen. Insgesamt lässt dann nur noch die Steuerung etwas zu wünschen übrig: Der moderne Sonic beispielswiese, beschleunigt manchmal so plötzlich, dass man sich schneller in einem Abgrund wiederfindet, als einem lieb ist. Auch bei den automatischen Abschnitten hat man manchmal Mühe den Charakter in der gewünschten Bahn zu halten.

Bild: Sega

Sonic macht an sich auf der Playstation 4 aber keine schlechte Figur. Die Cutscenes wirken zwar insgesamt etwas leer, sehen aber trotzdem gut aus und bunt ist Sonic Forces auf jeden Fall. Die Hintergründe bieten viele Details und Geschehnissen. Aber auch die eingebauten Effekte müssen sich nicht verstecken. Grafisch hat Sega gute Arbeit geleistet.

Rock trifft auf Orchestra

Wenn Sonic Forces eine Sache mit Bravur meistert, dann ist das der Soundtrack. Die Tracks sind gut durchgemischt und perfekt eingebaut. Musikalisch stimmt hier einfach alles und Sega hat mit Tomoya Ohtani genau die richtige Wahl getroffen. Auch die Effekte passen hervorragend. Besonders bei Stages mit dem klassischen Sonic kommt schonmal ein wenig Nostalgie auf. Fans von Game-Soundtracks sollten hier definitiv mal reinhören, auch wenn der blaue Igel ihnen ansonsten eher nicht so zusagt.

Bonuspunkte gibt es außerdem für die gute Lokalisierung. Das Game ist komplett auf Deutsch und auch die Synchronsprecher machen fast immer einen guten Job. Trotzdem kommt es manchmal vor, dass Sätze nicht so klingen, wie sie sollten. Die Hauptcharaktere überzeugen aber fast durchgehend. Wer Schweigen bevorzugt, bekommt anständige Untertitel geboten. Dialoge, die sich auf der Weltkarte abspielen, werden grundsätzlich mit Text angezeigt.

Fazit

Sonic Forces erweckt von der ersten Minute an den Eindruck, dass Sega viel mit dem Titel vorhatte, es aber nicht ganz geschafft hat, alle Ideen auch umzusetzen. Die Story will ernsthaft und düster sein, aber gleichzeitig auch kinderfreundlich und lustig. Diesen Spagat schafft das Game nur im Ansatz. Alles wirkt etwas zu schnell, auch wenn Tempo ja irgendwie zu Sonic gehört. Trotzdem hätte etwas weniger Hektik gut getan. Insgesamt hat man dennoch Spaß am Spiel und möchte wissen, wie die Geschichte des eigenen Helden weitergeht.  Es gibt unzählige Dinge zum Sammeln und Freischalten. Wer schnelel, leichte Unterhaltung sucht, kann also auf jeden Fall zugreifen.

Info

Name: Sonic Forces
Publisher: Sega
Entwickler: Sonic Team
Plattform: Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch, PC
Genre: Action-Jump and Run
USK: ab 6 freigegeben
Release: 07. November 2017
Preis: 35,99 Euro (Playstation 4)

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Das Aushängeschild von Sega versucht dieses Jahr gleich zweimal die Konsolen zu erobern: Während die Fans vom klassischen Sonic Mania begeistert waren, wurde Sonic Forces mit sehr viel Skepsis betrachtet. Seit dem 7. November ist nun das neuste 3D-Abenteuer des Igels im Handel erhältlich. Ob er die Kurve kriegt oder gegen die Wand rennt, erfahrt ihr hier. Doctor Eggman versucht ein weiteres Mal die Welt von Sonic und seinen Freunden zu erobern. Doch diesmal ist etwas anders: An seiner Seite kämpfen Shadow, Metal Sonic, Chaos und Zavok. Als Sonic versucht, den verrückten Professor aufzuhalten, wird er vom mysteriösen Infinite angegriffen,…
Ein Titel der trotz einiger guter Ideen, viel Potenzial verschenkt. Denoch ein kurzweiliger Spaß, der mit vielen Extras und Missionen lockt. Der knackige Soundtrack lässt etwas über die eher flache Story hinwegsehen und der eigene Held macht in den bunten Levels eine gute Figur.
Story - 50%
Steuerung - 65%
Grafik - 70%
Sound - 90%
Lokalisierung - 80%

71%

Ein Titel der trotz einiger guter Ideen, viel Potenzial verschenkt. Denoch ein kurzweiliger Spaß, der mit vielen Extras und Missionen lockt. Der knackige Soundtrack lässt etwas über die eher flache Story hinwegsehen und der eigene Held macht in den bunten Levels eine gute Figur.

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