Sumikai beim Post-E3-Event von Nintendo in Frankfurt

Nintendo veranstaltet jedes Jahr im Anschluss auf die E3 ein Event, um auch der deutschen Presse Gelegenheit zugeben, die kommenden Neuheiten auszutesten.

Gerade in diesem Jahr, wo die nächste Konsole quasi vor der Tür steht, stellt sich die Frage, was für ein Angebot hat Nintendo für ihre gegenwärtige Systeme Nintendo 3DS und Wii U noch in petto. Ich stelle hier einen Teil ihres Lineups der kommenden Monate vor.

Als Erstes spreche ich den Elefanten im Raum an: The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Der heiß ersehnte neue Zelda-Ableger war der Straßenfeger der E3-Messe und war das Gesprächsthema überhaupt. Und das kommt nicht von ungefähr, denn bei diesem Eintrag erwartet uns das bis dato andersartigste Zelda, das es je gegeben hat. Das kommende Fantasy-Abenteuer wartet mit vielen Innovationen und frischen Konzepten für die Reihe auf. Und hier mein ich nicht das übliche PR-Gerede, mit diesem Teil traut sich Nintendo wirklich mit Konventionen der Serie zubrechen. Das fängt schon bei den grundlegenden Aspekten an wie der Spielstruktur, welche nicht mehr linear ausgelegt ist. Ihr werdet früh in die riesige Spielwelt entlassen und könnt selbst bestimmen, wie ihr das Abenteuer angeht. Dazu gab es zwei Demos, welche man in den aufgebauten Spielstationen ausprobieren konnte (die Hälfte des Veranstaltungsraumes wurde Zelda gewidmet).

The Legend of Zelda Breath of the Wild Screenshot
© Nintendo

Zum einen gab es den Einstieg in das Game zu spielen mit ein paar Storybrocken (so wie es wahrscheinlich auch im fertigen Spiel ablaufen wird). Was besonders auffällt, ist, dass Nintendo hier den Spieler nicht mehr so behutsam an die Hand nimmt mit ewig langen Tutorials, sondern euch gleich in die offene Spielwelt wirft, wo ihr dann selbst frei über den Verlauf des Abenteuers bestimmen dürft. Wie auf der E32016 war mit dem großen Plateau nur ein Gebiet freigeschaltet, in dem wir uns dann in der zweiten Demo austoben dürften. Dazu bekam man bereits einige Items aus dem späteren Spielverlauf an die Hand, die einen guten Eindruck von einigen der neuen Features gaben.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild führt einige Elemente in die Reihe ein, die wir bereits aus den Open-World-Rollenspielen der letzten Jahre kennen, wie das Sammeln und Crafting von Items, das Individualisieren von Ausrüstung und Waffen mit einer gewissen Haltbarkeit oder der dynamische Tag- und Nachtwechsel. Auch wenn die Macher damit natürlich nicht das Rad neu erfinden, zeigen sie trotzdem bei allen diesen bekannten Bausteinen den Nintendo-typischen Feinschliff. Es wirkt alles wunderbar miteinander verwoben, sauber in der Ausführung und das Spielgefühl ist einfach hervorragend. Auch wenn die Steuerung bei der kurzen Anspielsession nicht mehr ganz so intuitiv ist – schließlich habt ihr zahlreiche Möglichkeiten. Ihr könnt euch stealth-mäßig an Gegner anschleichen, die eure Geräusche nun auch wahrnehmen können. Link ist wesentlich beweglicher geworden, kann nun tatsächlich selbst springen und höhere Positionen auch ohne Leiter erklimmen.

Zelda Breath of the Wild Amiibo
Die Zelda-Amiibos werden auch nützliche Boni haben wie der Wolf-Link als Begleiter

Zudem bietet das neue Zelda eine Physik-Engine, die euch zum Beispiel ermöglich die Bomben einen Abhang herunterrollen zu lassen oder mit einer Fackel das Gestrüpp in Brand zu setzen, welches sich dann auch ausbreitet. Dies wird auch in der Umgebung genutzt, um versteckte Schätze zu erreichen, so könnt ihr Baustämme fällen, um euch einen Pfad über einen Fluss zu bilden. Dies kann wiederum auch schief gehen und ist eben nicht gescriptet. Natürlich bei dem kurzen Zeitfenster konnte man einfach nicht alles mitnehmen, wie man es sich wünscht. Ich hätte gerne noch etwas vom Dungeon-Design gesehen. Es gab aber nur die Shrine of Trials, von denen es ganze hundert im fertigen Spiel geben wird (ich hoffe die werden nicht zufällig generiert).

Trotzdem bin ich zuversichtlicht, wie die neuen Spielmechaniken in das Zelda integriert werden. Und ich muss auch sagen, dass bei all den vielen Neuerungen die Welt und die Figuren vertraut bleiben und sie es geschafft haben immer noch den gleichen Charme  zu erhalten. Was mich wiederum noch skeptisch werden lässt, ist, ob sie es schaffen die Welt mit Leben zu füllen. Damit steht und fällt einfach so ein Open-World-Konzept. Und so riesig, wie die Welt auch ist, gab es etliche Flecken, die ziemlich leer und fast schon trostlos wirkten. Da werden sogar Vergleiche mit Shadow of the Collossus gemacht, was eigentlich nicht beabsichtigt ist, im Gegenteil. Es ist natürlich immer noch eine Demo und die Entwickler haben ebenso gesagt, dass hierbei alle NPCs & Dörfer bewusst ausgeblendet wurden. Ich hoffe einfach, dass die Spielwiese von Breath of the Wild auch nach vielen Spielstunden immer noch Spaß bereitet und dass Nintendo für diesen mutigen Schritt belohnt wird.

Paper Mario Color Splash Screenshot
© Nintendo

Bis zum Frühjahr ist noch lange hin und bis dann erwarten uns noch andere Spiele auf der Wii U, wie das neue Paper Mario: Color Splash. Dieser neue Eintrag bezaubert vor allem mit seiner charmanten Aufmachung. Wie der Titel schon sagt, ist das große Motiv Farbe, denn es gilt der Welt wieder ihre Farben zuschenken. Dazu verstreut ihr in der Gegend Farbe mit Paper Mario und seinem neuen Begleiter einem Farbeimer. Es findet sich viel Detailliebe in der Pappmascheewelt, denn alles hat so eine gewisse Haptik wie etwa in Terraway Unfolded. Überall finden sich visuelle Elemente wie zum Beispiel die Wellen, die aus verschiedenen Papierschichten bestehen. Und dazu nutzt man die Wii U-Benutzersteuerung für das Ausschneiden von speziellen Hindernissen in der Welt. Zudem ist das fröhlich-bunte Spiel gespickt mit einer guten Portion Humor, der in den vielen Events und Minispielchen eingestreut ist. Das Kampfsystem in dem neuen Paper Mario bedient sich erneut eines Kartensystems, doch könnt ihr dieses Mal beim Zusammenstellen eures Decks die Karten einfärben, um sie zu verstärken oder spezielle Fähigkeiten zu aktivieren. Der Bosskampf gegen Bowser Junior hat wieder etwas von der Detailliebe gezeigt, so werden die KP des Gegners durch die Aufmachung dargestellt. Der Boss verliert nämlich nach und nach seine Farben und das Papier, aus dem er besteht, wird labbrig und fällt in sich zusammen.

Einen weiteren Mario-Ableger steht mit Mario Party: Star Rush für den Nintendo 3DS an. In dieser Iteration gibt es eine wesentliche Neuerung. Statt den Runden der anderen abwarten zu müssen, spielen in diesem Teil alle Mitspieler gleichzeitig. Alle würfeln am gleichen Zug und bewegen sich auf dem Spielbrett. Bekannte Figuren aus der Reihe könnt ihr auf dem Feldern entdecken und mitnehmen. Diese Begleiter bringen euch spezielle Effekte ein wie zu Beispiel, dass die Augenzahl eures Würfels beeinflusst wird oder sie euch in den Minigames einen Vorteil geben. Und je nachdem wie alle Teilnehmer sich auf dem Brett verteilen, hat man auch unterschiedliche Positionen in dem Bosskämpfen, die sich nach einigen Runden getriggert werden. Übrigens erwarten euch mehrere Bossgegner auf einer Karte. Also ist für turbulentes Multiplayer-Chaos gesorgt. Etwas schade finde ich bei diesem Ableger, dass nicht das Share-Feature benutzt wird, das bei The Legend of Zelda: Tri Force Heroes zum Tragen kam. So braucht jeder Mitspieler eine eigene Version des Spiels.

Monster Hunter Generations Screenshot
©CAPCOM CO., LTD.

Mein persönliches Highlight war Monster Hunter: Generations. Im Juli erwartet uns das Action-Rollenspiel für den Nintendo 3DS, das schon irgendwo auf Core-Gamer zugeschnitten ist und Multiplayer-Action mit bis zu viel Spielern bieten wird. Ich weiß zwar nicht, was dieser Teil für Neuerungen in die Serie einführt, aber nach der Anspielsession kann ich sagen, dass der Ableger wieder all jene Facetten bietet, die eingeschworene Fans an der Reihe schätzen. Eine Vielzahl an gigantischen Kreaturen, die fantastisch designt sind und eine individuelle Herangehensweise erfordern, ein Kampfsystem mit verschiedenen Waffentypen, wo man die Zeit mitbringen sollte, um die Kniffe zu erlernen, das Zusammenstellen der Ausrüstungssets, die Vorbereitungsphasen, um den Schwachpunkt eines Ungetüms auszuloten und vieles mehr – Die Monsterhatz bietet einfach enormen Tiefgang. Für Einsteiger gibt es auch eine spezielle Questreihe, die euch in die vielen Spielmechaniken behutsam einführt.

In der Demo, die auch demnächst im eShop verfügbar sein wird, gab es drei Monster zujagen und es waren alle Waffenklassen freigeschaltet. Zum einen zeigen sie, dass man verschieden Strategien anwenden kann, je nachdem was man für eine Konstellation zusammenstellt und auch dass bestimmte Waffentypen gegen eine bestimmte Spezies anders effektiv sind. Ich mag auch die kleinen Eigenheiten der Monster, welche man selbst entdecken kann. Beispielsweise bäumte sich eine flinke Echse ab und zu auf seinen Schwanz auf, und wenn man richtig positioniert ist und mit einer breiten Klinge in dem Moment zuhaut, bringt man ihm zum Taumeln und betäubt ihn für eine kurze Zeit. Solche Kleinigkeiten machen einfach unterschiedliches Trefferfeedback aus und sorgen für das tolle Spielgefühl. Ich muss aber auch sagen, dass Monster Hunter: Generations grafisch beeindruckend ausschaut, könnte mit der opulenteste Titel auf dem Handheld sein. Zudem find ich, dass der 3D-Effekt gut zum Tragen kam, weil man etwas besser die Übersicht behält, wenn das Monster um einen herumtänzelt und man möchte ja nicht, das Biest entkommen lassen. Jedenfalls ein vielversprechendes Spiel, worin man bestimmt zahlreiche Spielstunden versinken und packende Koop-Kämpfe erleben kann.

Dragon Quest VII Screenshot 137115
© Square Enix

Dragon Quest VII: Fragmente der Vergangenheit, das Remake für den Nintendo 3DS, schafft es auch erstmals nach Europa. Die Charaktermodelle wurden dabei überarbeitet und es gibt etliche neue Kampfanimationen. Spielerisch erwartet euch hier ein sehr klassisches rundenbasiertes JRPG. Einen Dungeon konnte man erkunden und ich fand es auch angenehm, dass man den Begleitern eine Strategie zurechtlegen kann. Wahrscheinlich wird es auch Grinding-Passagen geben, wo dieser Aspekt ganz praktisch sein wird. Und es sind keine zufälligen Begegnungen mehr, sondern wie bei neueren Rollenspielen könnt ihr die Feinde konfrontieren, bevor ihr in die Kampfarena kommt, oder halt ausweichen. Storytechnisch bekommen wir eine Zeitreisegeschichte, in der wir durch Aktionen in der Vergangenheit, Veränderungen in der Gegenwart auslösen und eine neue Zukunft kreieren. Interessant fand ich auch, dass die Dorfbewohner sich an eure Heldentaten erinnern. Irgendwo erinnert mich das Konzept an die Dark Cloud-Serie und da kann ich mir fantastische Sachen ausmalen, welche man anstellen könnte. Ob dann das Ganze durch etwas Abwechslung im Kampfsystem bei der Stange halten kann, wird sich noch herausstellen müssen. Fans freuen sich aber bestimmt, dass der Titel es endlich auch zu uns schafft.

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