Sonntags Game Special: Warlords of Draenor, Anfang der Einsamkeit oder Segen der Vielfalt?

    World of Warcraft Warlords of Draenor
    © 2014 Blizzard Entertainment , Inc.

    Mit Warlords of Draenor kam nunmehr die vierte Erweiterung zum MMORPG, das gerade erst seinen 10 Geburtstag hatte. Doch ist sie der erhoffte Segen oder eher ein Fluch?

    Ich habe ein paar Monate vor Warlords of Draenor wieder mit World of Warcraft angefangen und war zum Ende einer Erweiterung im Spiel mit dabei. Dann kam die Zeit des Vorab-Updates, eine erste Instanz wurde als 90er markiert, bis zum Release der Erweiterung. Heute ist es eine 100er Instanz.

    Dann kam der Tag mit der verhängnisvollen Nacht. Tatsächlich, wieder besseren Wissens hat man sich den tausenden von Gamern angeschlossen und betrat Punkt 0 Uhr die neue Welt Draenor. Das Questen hat definitiv länger gedauert, weil alle gleichzeitig unterwegs waren, trotzdem war es lustig, da wir das ganze mit einer Gildentruppe gemacht haben. Zudem sollte man so etwas auch einfach ab und an mal mitmachen, sonst kriegt man nie so viele World of Warcraft Spieler auf einem Flecken virtueller Erde zu sehen, selbst bei Raids der Hauptstädte nicht.

    Die erste Nacht konnte aber nicht ewig gehen und irgendwann will der Körper Schlaf haben. Dies rächte sich am nächsten Tag sofort. Alle Spieler die kein Glück hatten oder noch nicht bis zu einem gewissen Punkt gekommen waren in dem Herzstück der Erweiterung, hatten Probleme. Die Garnison, welche als bessere Option statt des lang gewünschten Housings ins Game kam war mit schweren Bugs überflutet.
    Während einige Glück hatten oder einfach in der Nacht mehr Energie zeigten, womit sie über den Bug Punkt hinaus waren, traf es andere und vor allem alle die Berufstätig waren sehr schwer. Gegen Mittag war die Garnison kaum erreichbar und tausende von Spielern hingen sogar komplett darin fest. Auch mir erging es zeitweise so. Das ganze hat fast sieben Tage angehalten.

    Was mir nicht ganz klar ist, dieser Bug soll schon in der Betaphase bekannt gewesen sein und durch das Gespräch mit mehreren Testern der Beta kam heraus das es weder einen Stresstest gab, noch der Bug gefixt wurde.
    Ich nenne es heute einmal zärtlich die Woche des Leidens. Die Garnison ist ein so wichtiger Part von Warlords of Draenor, das man sie von Level 90 bis ca. Level 93 kaum umgehen kann und wenn man es tut, nur schwer voran kommt mit dem Questen. Da die Berufe komplett über die Garnison laufen, hat dieser Bug hier auch alles erst einmal weit nach hinten geworfen.

    Kurz vor dem 10 Geburtstag von World of Warcraft gelang es Blizzard dann den Bug endgültig aus dem Spiel zu beseitigen und man gab allen Spielern ein paar Bonustage auf ihre Spielzeit.

    Doch wo sind wir heute. Die Garnison ist nach wie vor sehr wichtig und macht unheimlich viel Arbeit. Will man gut dabei sein in den Berufen, ist es unabdingbar, das man jeden Tag eine gewisse Zeit ins farmen der Rohstoffe investiert, um die für Berufe wichtigen Häuser mit Arbeitsaufträgen zu versehen, die einen wichtige Materialien liefern, ohne die man nichts herstellen kann in Draenor.

    Es gibt aber nicht nur Gebäude für die Berufe, je nachdem was man baut, kann man später einige Sachen komplett in seine Garnison verlegen. So haben viele Spieler schon ihren Bankzugang dort, beginnend mit der eigenen Bank, dann kommt die Gildenbank dazu und am Ende das Transmogen. Somit muss man dafür nicht mehr in die Stadt.
    Die Berufe sind ja eh schon komplett in der Garnison, inklusive aller Lehrer. Ich habe es selber noch nicht testen können, da es mehr Gebäude als Bauplätze gibt, selbst wenn man das Endlevel 3 der Garnison erreicht hat, aber angeblich soll man sogar einen Auktionator in seine Garnison kriegen können.

    Mit den drei Berufsgebäuden dazu, wird man ziemlich unabhängig. Ab Level 2 der Garnison geht es los das man eine Mine hat und einen Kräutergarten, wo man unabhängig davon ob man die Berufe hat, die Rohstoffe abbauen, beziehungsweise pflücken kann. Auch das Angeln lässt sich in der heimischen Garnison erledigen.

    Ich selber habe mich entschieden den Stall zu einem der wichtigen Gebäude in meiner Garnison zu machen. Ich mag einfach Reittiere und die Chance bis zu sechs Stück darüber zu erspielen hat mich einfach gereizt. Zudem bekommt man bei dem Level 3 Stall einen 20% Bonus auf das Tempo der Reittiere in Draenor. Ohne fliegen eine recht attraktive Sache. Anbei findet ihr unten im Galerie Slider Bilder der Draenor Reittiere aus dem Stall und des Kernhundes, der über das Geburtstags-Event noch bis Mitte Januar erspielt werden kann, sowie ein paar andere Screenshots.

    Man kann wirklich viel machen in der Garnison und durch die Anhänger, welcher auf Missionen gehen und dabei mit Glück auch Equipment auf Gegenstandsstufe 630 mitbringen können, kommt man auch an seine persönliche Ausstattung.
    Dazu sind dann noch die Berufe da. Als Lederer kann ich mir Rüstungen mit Gegenstandsstufe 640 selber herstellen und diese später in meiner Garnison auf Gegenstandsstufe 655, sowie danach auf Gegenstandsstufe 665 bringen über meinen Beruf. Es dauert zwar etwas, aber ohne Instanz oder Raid sollte es möglich sein eine durchschnittliche Gegenstandsstufe von ca. 640 – 650 zu bekommen.

    Moment jetzt wo ich es sage, sind wir an dem Punkt angekommen, der für diese Überschrift gesorgt hat. Wir reden hier von einem MMORPG, einem Massiv Multiplayer Roleplay Game. Ich zahle jeden Monat meine Gebühr um mit anderen Menschen zu spielen, mit ihnen Spaß zu haben, mit ihnen Instanzen und Raids zu besuchen. Dies geht leider gerade alles etwas arg flöten muss ich doch sagen. Die Garnison sorgt eindeutig dafür das man als Spieler ein wenig einsam wird. Ich kann bei richtiger Anordnung der Gebäude wirklich alles in der Garnison machen, ohne auch nur einmal vor die Tür gehen zu müssen um mit anderen menschlichen Spieler zu interagieren. Leder und Holz kann ich alleine farmen, die Anhänger werden über die Standard Solospieler Queste aufgefüllt und später von Rarität grün, auf blau, auf lila erhöht.

    Ich frage mich aber ob dies so wirklich sein soll. Es ist immer noch ein Spiel das man MMO nennt, wo es darum gehen sollte mit anderen zu interagieren, mit ihnen zu spielen und genau dies wird durch die neue Erweiterung sehr arg in Gefahr gebracht. Bis auf die Raids, kann ich in Warlords of Draenor quasi alles alleine machen, sofern es meine Klasse hergibt. Selbst wenn sie es nicht tut, brauch ich aber pro Woche höchstens mal ein bis zwei Stunden jemand. Dies ist etwas, das ich als sehr seltsam empfinde.

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    Das Risiko der Einsamkeit
    Mein Fazit ist, nach einem sehr ausführlichen Testen von Warlords of Draenor und seiner Optionen, bis auf das Thema Raid, es birgt viele Gefahren.
    Die Garnison ist nett und durch ihr System hat sie etwas von einem strategischen Handelsspiel innerhalb vom Spiel. Gerade der Stall ist eine tolle Sache und die Reittiere gefallen mir äußerst gut. Es gibt dann noch das ABER und dies ist beabsichtigt groß geschriebene, dieses aber steht dafür das man durch die Garnison auch quasi von allen Spielern abgeschnitten sein kann, was in meinen Augen einem MMO widerspricht. Ein Singleplayer Spiel mit monatlicher Gebühr hört sich für mich einfach nicht richtig an.

    Derzeit merkt man auch in einigen Gilden, das viele Leute eher nur für sich unterwegs sind, sich um ihre Garnisonen kümmern, aber das eigentliche miteinander eher zurück geht. Wenn man dann in Instanzen möchte, muss man auch nicht aus der Garnison heraus. Durch den Browser wird man nach erfolgreicher Suche in die Instanz geportet, muss man zum Reparieren heraus hat man genug Optionen in der Garnison und nach der Instanz oder dem Raid ist man wieder in seiner Garnison der Einsamkeit.

    Die grundlegende Idee ist gut, aber das man alles was man braucht in der Garnison hat, inklusive der Option Bergbau oder Kräuterkunde zu betreiben ohne es erlernt zu haben. Es ist ein wenig arg viel des ganzen. So schön das Herzstück der Erweiterung auch ist an einigen Punkten, so groß ist auch die Gefahr welche davon ausgeht.