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Chinesische Einkaufszeile in Osaka stößt auf wenig Gegenliebe

Der ehrgeizige Vorschlag, die jahrhundertealte Einkaufspassage in der Nishinari-Station in Osaka bis 2025 mit chinesischen Geschäften zu füllen, stößt bei den japanischen Ladenbesitzern vor Ort nur auf wenig Gegenliebe.

Diesen Vorschlag brachte eine Gruppe chinesischer Geschäftsleute vor wenigen Tagen ins Gespräch. Er sieht vor 120 Geschäfte dort anzusiedeln, darunter viele Restaurants, die Gerichte aus verschiedenen chinesischen Provinzen servieren. Vier traditionelle chinesische Tore sollen die Eingänge der Einkaufszeile schmücken.

Viele aktuelle Kaufleute, die ihre Geschäfte ebenfalls in der Nishinari-Station haben, zeigen sich wenig begeistert über die neuen Nachbarn. Viele verweisen auf die 100-jährige Geschichte der Einkaufspassage. Ihnen kommen die Veränderungen zu plötzlich und fallen zu krass aus. Eine Kooperation würde gerade noch gehen, eine totale Umwandlung in eine chinesische Version geht vielen allerdings zu weit.

Die aktuelle Einkaufsstraße erstreckt sich kreuzförmig und misst 800 x 1.200 Metern. Sie liegt südlich der Station Dobutsuen-Mae der Midosuji-Linie der Osaka Metro und östlich des Bezirks Airin, in dem vor allem einfache Arbeiter leben.

Ein chinesischer Kaufmann, der heute schon in der Passage sein Geschäft hat, stellte den Plan bereit vor einiger Zeit bei einem Treffen mit 190 geladenen Gästen, darunter hochrangige Vertreter lokaler Investoren, vor. Insgesamt besteht die Gruppe Osaka Ka Shokai, die die Ladenpassage hochziehen möchte, aus bisher 40 Mitgliedern.

Die Investoren sehen die Herausforderung, auch die lokalen Betreiber zur Zusammenarbeit zu überreden. Die chinesische Initiative sieht die Kooperation allerdings als Möglichkeit die Wirtschaft in der Region um die Nishinari-Station zu stärken.

Gemäß des Plans werden bestehende Geschäfte, wie Trinkhallen oder Karaoke-Bars, die bereits von Chinesen betrieben werden, schrittweise in Restaurants und Varieté-Geschäften umgewandelt. Bis 2025 sollen sie insgesamt 120 neue Geschäft entstehen, die einen Umsatz von 22,4 Milliarden Yen (180 Millionen Euro) erwirtschaften. Ein außerdem geplantes Theater führt traditionelle chinesische Stücke auf. Dieses und weitere Unterhaltungs-Einrichtungen sollen 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Idee für chinesische Einkaufszeile in Osaka
Bild: Osaka Ka Shokai

Die Gruppe informierte jetzt die Anwohner über die Details. Auch einen ersten Entwurf der chinesischen Tore möchte die Vereinigung spätestens Ende des Monats in Auftrag geben. Ein Mitglied der Präfekturverwaltung von Osaka, der das Projekt unterstützt, betonte bei einer Versammlung das Potenzial der neuen Einkaufspassage. Er setzt vor allem auf den touristischen Effekt, den die Zusammenarbeit für die Stadt bringt.

Die japanischen Ladenbesitzer, die an dieser Sitzung ebenfalls teilnahmen, zeigten sich überrascht über das Tempo, in dem das Projekt vorangetrieben wird. Ein Geschäftsmann führte die Unterschiede zwischen Nishinari und anderen großen Städte wie Yokohama und Kobe an, in denen bereits ähnliche Projekte realisiert wurden. Er sieht viel Konfliktpotenzial sollte der Bau nicht gut geplant und kommuniziert werden.

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