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Die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio – Chance oder Risiko?

Nachdem Tokio zum Austragungsort der Olympischen Sommerspiele im Jahr 2020 gewählt wurde, war die Euphorie groß. Die konkurrierenden Austragungsorte Madrid und Istanbul hat Tokio in den Wahldurchgängen klar dominiert. Während viele Japaner froh über das Ergebnis sind, gibt es auch eine Vielzahl an japanischen Bürgern, die die Sommerspiele 2020 mit Sorge betrachten.

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Das Logo der Olympischen Sommerspiele 2020 – By Asao Tokolo (File:2020 Summer Olympics Logo.png) [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons
Seit der Bekanntgabe des Austragungsortes stecken die Japaner tief in den Vorbereitungen. Als eines der technologisch fortschrittlichsten Länder der Welt möchte sich das Land natürlich von der besten Seite präsentieren. Besonders wagemutige Projekte wie u.a. ein vollständig autonomes öffentliches Transportsystem zu den Spielen entsprechen ganz der japanischen Ambition. Doch vielen ist das Land der aufgehenden Sonne noch fremd und exotisch, könnte das ein Vorteil für die Japaner sein?

Ein Land auf der anderen Seite des Globus

Vielen Bürgern hierzulande ist Japan zwar ein Begriff, aber nach Sushi hört es dann häufig auch schon wieder auf. Das Land der aufgehenden Sonne hat in Deutschland bei einigen einen Status als äußerst exotisches Reiseziel, andere wiederum wissen kaum bis gar nichts über Japan.

Ungenutztes Tourismuspotenzial, welches die japanische Regierung mithilfe der Olympiade ausschöpfen möchte. Die mittel- und langfristigen Auswirkungen einer erfolgreichen Austragung der Spiele könnte der bereits heute schon boomenden Tourismusbranche in Japan einen weiteren starken Auftrieb bescheren, und das Land zum Trendreiseziel machen. Ein starker wirtschaftlicher Antriebsmotor für die expandierenden Tourismusbranche und stagnierende Wirtschaft Japans.

Ist Japan der Herausforderung gewachsen?

Für die Regierung ist die Austragung der Olympischen Spiele eine Hercules-Aufgabe. Doch viele japanische Bürger haben neben den wirtschaftlichen Herausforderungen noch einige andere berechtigte Sorgen.

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By Lukas (originally posted to Flickr as [1]) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons
Zwar wird der aktuell boomende Tourismus von Japan gut gehandhabt, doch werden zur Olympiade so viele Touristen gleichzeitig in Tokio sein wie sonst nie. Natürlich ist davon auszugehen, dass der große Anteil der Touristen die japanische Sprache nicht beherrscht. Wird die Sprachbarriere bis zur Olympiade so gut abgebaut sein, dass das Erlebnis der Touristen darunter nicht leidet?

Für die Meisterung dieser Aufgabe setzt Japan unter anderem auf die GlassSheet, eine faszinierende Datenbrille die Informationen live in diverse Sprachen übersetzen kann, und so die Sprachbarriere minimieren soll. Darüber hinaus sollen außerhalb der Spiele die englischen Ausschilderung erweitert werden, und vermehrt ausländische Arbeitskräfte eingestellt werden.

Ein möglicher Culture-Clash

Umgangsformen in der Öffentlichkeit unterscheiden sich oftmals von Land zu Land. Dass die Japaner in diesem Aspekt eher zurückhaltend und konservativ sind, ist kein Geheimnis. Natürlich trifft das auf viele Länder nicht zu, und wer sich nicht vorher detailiert über die japanische Etiquette informiert, könnte unschöne Blicke auf sich ziehen. Zwar ist das aktuell kein akutes Problem, könnte sich aber mit dem Touristenstrom im Maßstab der Olympischen Spiele jedoch ändern.

Viele verschiedene Nationalitäten werden zeitgleich, und überdurchschnittlich zahlreich in Japan sein, ein Zustand, den die Japaner nicht gewohnt sind. Zwar sind die Japaner grundsätzlich auf ein harmonierendes Zusammensein aus, doch die Sorge der Japaner, dass sich Ausländer nicht an japanische Regeln halten, und sich damit unbeliebt machen, ist gegenwärtig.

Japan im Rampenlicht der Welt – wird der Terror nur zuschauen?

Viele Gegner der Austragung fürchten um die Sicherheit in Japan. Ein derartig großes Event, das im Fokus der Welt steht, könnte sich zu einer Zielscheibe für terroristische Aktivitäten entpuppen. Mit einer extrem niedrigen Kriminalitätsrate ist Japan heute eines der sichersten Länder der Welt, ein Status auf den die Japaner stolz sind. Diesen auch über die Austragungszeit zu bewahren wird eine große Herausforderung für japanische Sicherheitsbehörden darstellen.

Auch in Japan hat der aktuelle islamistische Terror einen Namen, und auch wenn sie weniger über dieses Thema aufgeklärt und betroffen sind wie wir hierzulande, fürchten sie beispielsweise dass Japan zur Olympiade zum Ziel von Terrororganisationen wie dem IS wird. Eine durchaus berechtigte Sorge und nichts, was man voraussehen könnte.

Gemeinsam zum Ziel

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By Ghanndeee (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
Letzten Endes freut sich der Großteil des Landes auf die Austragung der Spiele. Faktoren wie technische Reibungslosigkeit, Sicherheit und Zusammenarbeit werden entscheidend den Ausgang der Austragung beeinflussen. Die Japaner werden auch mit den in Japan lebenden Ausländern an der Herausforderung sicher enger zusammenwachsen, und ein neues Gefühl der Zugehörigkeit spüren. Mit diesem Optimismus sehne ich bereits das Jahr 2020 herbei, um diese Olympiade in Japan mitverfolgen zu können.

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