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Ethnische Minderheiten in der japanischen Gesellschaft-Die Zainichi Teil 3

Im vorherigen Artikel wurde dargestellt, wie die Jahre nach 1945 für die Zainichi vor allem von Diskriminierung gezeichnet waren. Doch hielt diese Entwicklung weiter an oder wurde es vielleicht sogar noch schlimmer?

Erst nach 1965 begann man in Japan, die Koreaner als dauerhafte Einwohner zu sehen, weshalb es bis 1984 nur Kindern mit japanischem Vater möglich war, die japanische Staatsbürgerschaft zu bekommen. Ab 1985 war es aber auch Kindern mit einer japanischen Mutter möglich, diese zu erhalten. Das hatte gleichzeitig zur Folge, dass sich die Anzahl von Japanern mit koreanischem Hintergrund erhöhte.

In der Arbeitswelt kam es ab etwa der 1970er endlich zu einigen Verbesserungen in der beruflichen Situation der Zainichi. So hatten 1974 immerhin 40% der Zainichi eine feste Anstellung, was zwar immer noch sehr wenig war, aber trotzdem eine Verbesserung zu den vorherigen Jahren darstellte. Ein Problem war auch, dass ein Großteil der illegalen Arbeiter in Japan Asiaten, also auch Zainichi, waren. Aber ab den 1980er warben Städte wie Osaka zum ersten Mal auch koreanische Staatsangehörige für freie Stellen im öffentlichen Dienst an. Außerdem wurden sie am Arbeitsplatz versichert, konnten Arbeitslosengeld erhalten, sowie Sozialwohnungen beziehen. Allerdings erhielten sie beispielsweise trotzdem kein Kindergeld.

Ab den 1990er Jahre fing man auch in den Schulen an, seine Prinzipien zu überdenken, wodurch die Diskriminierung koreanischer Schüler nicht mehr geduldet und Koreanisch wieder als Schulfach akzeptiert wurde. Aber nicht nur an Schulen fanden die Koreaner immer mehr Akzeptanz, betrachtet man den Verlauf der gesellschaftlichen Entwicklungen, so fällt auf, dass in den Jahren 1960 bis 1990 die Anzahl der Ehen zwischen Koreanern und Japanern auf über 80% stieg. Und in den 1990er Jahren bestand der Ausländeranteil in Japan zu 72% aus Angehörigen der Gruppe der Zainichi.

Während dieser Zeit gab es viele Diskussionen darüber, wie man sich auf die Zainichi beziehen sollte, da viele den Begriff „Ausländer“ (gaikokujin) in Anbetracht dessen, dass diese schon ihr ganzes Leben in Japan verbrachten, für unpassend empfanden. Außerdem war es eben diesen „Ausländern“ nicht möglich, alle Bürgerrechte in Japan zu erhalten. Schließlich wurden die Zainichi unter einen neuen Begriff, genannt „besondere permanente Bewohner“, neu klassifiziert, wodurch sich auch Verbesserungen im Lebensalltag der Zainichi eröffneten.

Im nächsten und voraussichtlich letzten Artikel zu den Zainichi soll gezeigt werden, wie die heutige Situation der Zainichi ist. Gab es weitere Verbesserungen, gingen die Diskriminierungen zurück und was wäre wünschenswert für die Zukunft?

Literaturangaben:
Herbert, Wolfgang (1996): Foreign workers and law enforcement in Japan. London/New York: Kegan Paul International.

Ryang, Sonia; Lie, John (2009): Diaspora without Homeland. Being Korean in Japan. Berkeley: University of California Press.

Moon, Tae-Woon (1989): Die japanisch-koreanischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg unter besonderer Berücksichtigung der Nationalstereotypen. Pfaffenweiler: Centaurus-Verlagsgesellschaft.

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