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Immer mehr alte Haustiere in Japan landen in Tier-Pflegeheimen

Die Nachfrage nach Pflegeheimen für Haustiere steigt in Japan in letzter Zeit immer mehr. Vor allem ältere Besitzer haben Schwierigkeiten, sich um ihre älter werdenden Haustiere zu kümmern, da diese oft besonderer Pflege bedürfen.

Mit besserer Nahrung und medizinischer Versorgung leben Hunde und andere Haustiere länger als ihre alternden Besitzer erwartet haben. Vor allem, wenn die Besitzer selbst krank werden, machen sie sich zunehmend Sorgen, wo ihre geliebten Haustiere ihre letzten Tage verbringen sollen.

Im Tierpflegeheim Tokyo Pet Home lebt zum Beispiel die 18-jährige Shiba Inu-Hündin Koro, die von ihrem Frauchen Yuko Ishizeki dort abgegeben wurde. Ishizekis Mutter erkrankte an Demenz und bedarf der Pflege und auch Koro hatte Probleme mit ihren Beinen. Beides zusammen überforderte die 50-jährige Frau, woraufhin sie sich entschloss, Koro in Pflege zu geben.

Heute lebt die Hündin mit mehr als 30 Hunden und Katzen im Tokyo Pet Home. Ihr Frauchen entschied sich für einen lebenslangen Pflegevertrag, sodass Koro bis an ihr Lebensende im Zentrum betreut wird. Ihre Familie kann sie so lange auch regelmäßig besuchen. Die Einrichtung bietet maßgeschneiderte Dienstleistungen für jedes Haustier an, die speziell zubereitete Mahlzeiten, regelmäßige Spaziergänge und Reha-Programme umfassen.

Mitarbeiter kümmern sich praktisch rund um die Uhr um die Tiere. Bei Bedarf befindet sich eine Tierklinik nicht weit weg. Sollte es nötig sein, übernachten die Angestellten bei ihren Schützlingen. Die Jahresgebühren für lebenslange Verträge liegen zwischen 600.000 Yen (4.675 Euro) für einen kleinen Hund und 480.000 Yen (3.740 Euro) für eine Katze.

Die Einrichtungen tun ihr Möglichstes, den Wünschen der Eigentümer gerecht zu werden. Durch entsprechende Maßnahmen wird die Gesundheit der Tiere gestärkt. Die Besitzer erhalten außerdem regelmäßig Berichte über den Zustand ihres Haustieres.

Au bonheur des chiens - Hunde-Kindergarten
Bild: Au bonheur des chiens

Das Tokyo Pet Home wurde 2014 eröffnet und die Nachfrage nach Pflegeplätzen steigt stetig. Aktuell leben mehr als 80 Haustiere mit längeren Verträgen in dem Heim, weil sich die Besitzer nicht mehr um die alternden Tiere kümmern können.

Laut einem Bericht der Japan Pet Food Association aus dem Jahr 2017 liegt die Lebenserwartung eines Hundes in Japan bei 14,19 und bei Katzen sogar bei 15,33 Jahren. Ein Haustierboom 2000 sorgt dafür, dass die Tiere heute langsam in ein Alter kommen, in dem sie intensiverer Pflege bedürfen. Weil viele Besitzer ihr Haustier als Teil der Familie betrachten, wollen sie für diese einen entsprechenden Lebensabend gestalten. Deswegen sind viele Haushalte dazu bereit, mehr als 560.000 Yen (4.400 Euro) für die Pflege ihrer Lieblinge auszugeben.

Ein überarbeitetes Tierschutzgesetz, das 2013 in Kraft trat, fördert die Gründung solcher Haustier-Pflegeheime noch zusätzlich. Inzwischen wird die Zahl solcher Einrichtungen in Japan auf rund 100 geschätzt, wobei die Qualität natürlich sehr unterschiedlich ausfällt. Deswegen warnt der Eigentümer von Tokyo Pet Home, dass Haustierhalter bei der Wahl eines Pflegeheimes gut aufpassen sollten. Gängige Standards für die richtige Pflege älterer Haustiere gibt es bisher noch nicht.

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