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Japanisches Gymnasium verzichtet auf Frage nach Geschlecht auf Anmeldeformular

Fast jeder feste Arbeitsplatz in Japan erfordert aktuell mindestens einen erfolgreichen Abschluss auf einem Gymnasium. Die Schulpflicht in Japan endet nach der Mittelschule (entspricht der 10. Klasse in Deutschland). Das bedeutet, Schülerinnen und Schüler, die ein öffentliches Gymnasium besuchen wollen, müssen vorher einen Antrag stellen und in der Regel an einer Aufnahmeprüfung teilnehmen.

Die Bewerbungsformulare beinhalten Informationen zu Namen und Adressen. Auch die traditionelle Frage nach dem Geschlecht des Kindes gehörte bis zu diesem Jahr bei vielen Schulen zum Standard. Mittlerweile verzichten die ersten Gymnasien auf diese Angabe.

Bei Aufnahmeanträgen für das kommende Schuljahr haben öffentliche Gymnasien in Osaka und in der Präfektur Fukuoka die Geschlechterfrage von ihren Bewerbungsbögen gestrichen. Eine dritte Präfektur, Saga, stellt die Frage nach dem Geschlecht zwar noch, überlässt es aber den Bewerber, ob sie antworten oder die Felder leer lassen.

Der Zusammenhang zwischen Geschlecht und einem Ausbildungsplatz sorgte im letzten Jahr an der Tokyo Medical University für einen Skandal. Es kam heraus, dass jahrelang systematisch die Ergebnisse weiblicher Bewerber manipuliert wurden, um sie nicht aufnehmen zu müssen.

Die Entscheidungen in Osaka und Fukuoka sollen allerdings nicht dazu dienen Diskriminierung in den Bewerbungsverfahren für ein Gymnasium zu vermeiden. Laut einer Umfrage der japanischen Tageszeitung Asahi Shimbun sind die neuen Anmeldebögen die Antwort der Schulen auf die wachsende Anerkennung von LGBT-Personen. Sie reagieren auf die Wünsche der jungen Leute, ihre persönliche Identität zu respektieren.

Die Beseitigung der Geschlechtsfrage folgt einer neuen Politik an japanischen Mittelschulen. So erlaubt die Präfektur Chiba zum Beispiel männlichen Schülern Röcke zu ihren Uniformen zu tragen. Eine andere Mittelschule in der Präfektur Kanagawa lässt ihren Schülerinnen die Wahl zwischen Rock und langen Hosen.

Während 45 der 47 japanischen Präfekturen nach wie vor auf die Frage nach dem Geschlecht auf dem Anmeldebogen für das Gymnasium bestehen, überlegen 14, darunter Kanagawa, Kumamoto und Tokushima, diese Frage zum kommenden Schuljahr ebenfalls zu streichen. Elf weitere Präfekturen, darunter Kyoto, Hokkaido und Okayama, überlegen dies ebenso, allerdings bisher ohne festen zeitlichen Rahmen.

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