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Gesellschaft Kindesmisshandlung und Missbrauch in Japan

Kindesmisshandlung und Missbrauch in Japan

Es ist ein trauriger Rekord: Laut Angaben der nationalen Polizeibehörde wurden in Japan über 30,000 Fälle von Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch gemeldet – und das alleine in der ersten Jahreshälte 2017.

Im Jahr 2016 erschütterte ein dramatischer Fall von Gewalt von Kindesmisshandlung die japanische Öffentlichkeit. Eine Mutter zwang ihre Tochter, 30 tote Goldfische zu essen. Die Frau und ihr Lebensgefährte kippten zuvor Reinigungsmittel ins Aquarium, um die Goldfische zu töten. Es war offensichtlich nicht das erste Mal, dass Yuko Ogata und Takeshi Egami die damals 16-Jährige Tochter schwer misshandelten. Das Mädchen wurde zuvor nahezu täglich von den beiden schikaniert. Der Fall offenbart, dass Gewalt und Missbrauch an Kindern in Japan längst zu einem gesellschaftlichen Problem herangewachsen ist.

Dabei werden den japanischen Behörden immer mehr Fälle von Kindesmisshandlung gemeldet. Die Zahl von über 30,000 in einem halben Jahr stellt einen neuen, traurigen Rekord dar. Im Vergleich zu 2016 wurden 2017 insgesamt 5,751 mehr Misshandlungs- und Missbrauchsfälle gemeldet – die Dunkelziffer dürfte viel höher sein.

Zwischen den Monaten Januar und Juni hat die Polizei insgesamt 1,787 Kindern unter 18 Notfallschutz gewährt. Das sind 236 Fälle mehr als im vergangenen Jahr.

Laut Angaben der Behörden sind die Rekordzahlen auf ein verändertes Bewusstsein der Gesellschaft zurückzuführen. Weil immer mehr Menschen auf die Problematik aufmerksam geworden sind, kommt es häufiger dazu, dass eventuelle Missbrauch- und Verdachtsfälle gemeldet werden. Beratungsstellen für Kinder gewähren Betroffenen in der Regel eine vorläufige Unterkunft. Auch entsenden sie Mitarbeiter, um Verdachtsfälle zu überprüfen und gegebenenfalls Schlimmeres zu vermeiden.

Von 21,406 Kindern erlitten insgesamt 70,7% psychologische und verbale Misshandlung. 13,857 von ihnen wurden auch Zeugen häuslicher Gewalt in ihrem Elternhaus.

5,723 Kinder sind physisch misshandelt worden, 3.036 wurden vernachlässigt und 97 Kinder wurden sexuell missbraucht.

Mehr Verbrechen – Weniger Anklagen

519 Minderjährige waren in Kriminalfälle verwickelt, 27 von ihnen starben an den Folgen der Misshandlungen. Die Polizei hat in der ersten Hälfte dieses Jahres insgesamt 511 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das sind 17 Fälle weniger als im Vorjahr. Verfahren laufen gegen 528 mutmaßliche Straftäter. 72 von ihnen stehen im Verdacht, sexuellen Missbrauch begangen zu haben. 26 der mutmaßlichen Straftäter sind die Väter der Kinder, 27 von ihnen Adoptiv- oder Stiefväter und 8 Männer sind die Lebensgefährten der Mütter von den betroffenen Kindern.

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3 Kommentare

  1. Wie sieht es denn im Vergleich zu Deutschland/anderen Ländern aus? Durch diese Informationen könnten man den Bericht besser einordnen und die Leser müssten das nicht selbst jeder für sich nachschauen.

  2. Allein die Auflistung von psychischer und verbaler Gewalt verhindert es, die Zahlen zwischen den Ländern zu vergleichen. Denn diese Delikte werden in Deutschland nicht gelistet und nicht abgeurteilt. Fälle von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche werden durchschnittlich 14.000 pro Jahr bei der Polizei angezeigt. Japan hat 126.000.000 Einwohner, Deutschland 82.000.000.

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