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Lokale Regierungen in Japan immer kreativer bei der Suche nach Kindergärtnern

In Japan besteht aktuell ein akuter Mangel an Kindergärtnern und Betreuungspersonal für Kinder. Deswegen versuchen die Regierungen vieler Regionen verzweifelt neue Leute für diese Arbeit zu begeistern.

Ein Teil der Strategie liegt darin günstige Arbeitsbedingungen zu schaffen. Kurze Wege und familienfreundliche Arbeitszeiten sollen ausgebildetes Fachpersonal locken. Auf diese Weise wollen die Verantwortlichen auch Frauen zurück in den Beruf holen, die bisher nur Mütter waren.

Im April startete in der Präfektur Ibaraki ein Programm zur Ausbildung zukünftiger Kindergärtner. Verschiedene Kindertagesstätten arbeiteten dafür mit dem Personaldienstleister ManpowerGroup zusammen. Um möglichst viele Arbeitskräfte einstellen zu können, setzte die Regierung der Präfektur vor allem auf flexible Arbeitszeiten.

Gleichzeitig bietet Ibaraki potenziellen Kindergärtnern einen Schnuppermonat mit voller Bezahlung an. So bekommen die Leute ein Gefühl für ihren zukünftigen Arbeitsplatz. Dieses Programm ist bisher in Japan noch einmalig.

Sachiko Watanabe, eine 35-jährige Mutter aus Ibaraki konnte dank dieses Programms wieder als Kindergärtnerin arbeiten. Sie arbeitet 30 Stunden in der Woche und hat so noch genug Zeit ihre eigenen Kinder zu erziehen. Sie arbeitete erst einen Monat auf Probe und war von den Möglichkeiten begeistert, die ihre neue Stelle ihr bietet.

Laut der ManPowerGroup kehrten im Rahmen dieses Programms 24 Kinderbetreuer in die Kindergärten zurück. Viele arbeiten in Teilzeit. Die älteste Rückkehrerin ist 63 Jahre alt. In Zeiten des größten Betreuermangels konkurrierten drei Kindergärten um eine Fachkraft.

Andere lokale Regierungen setzen auf zusätzliche Lohnangebote oder Zuschüssen, um neue Kindergärtnerinnen anzuwerben. In städtischen Gebieten gibt es lange Wartelisten für Kindergartenplätze. Die Betreuungseinrichtungen setzen hier vor allem auf hohe Löhne, um Arbeitseinsteiger auch mit langen Arbeitszeiten zu halten.

Mutter mit Kind, Kindererziehung
Bild: Japan Today

Im ländlichen Raum besteht ein reger Wettbewerb zwischen den lokalen Regierungen, um neue Kräfte zu gewinnen. Hier versuchen die Arbeitgeber vor allem über gute Arbeitsbedingungen Leute dazu zu animieren, Kindergärtner zu werden. Auch wenn diese Bemühung teilweise noch nicht im gewünschten Maße fruchten.

Ab Oktober 2019 soll frühkindliche Betreuung und Bildung kostenlos angeboten werden, was die Nachfrage nach Kindergärtnern noch weiter steigern wird. Die Stadtverwaltung von Toyooka nahm mithilfe von Beratern ihre Tagesstätten unter die Lupe und versuchte so die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Vor allem Teilzeitmodelle und auch Leute, die keine Fachausbildung haben, bekommen so die Möglichkeit als Betreuer für Kinder zu arbeiten.

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