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Gesellschaft Menschenhandel – Über die Schattenseiten Japans Teil 4

Menschenhandel – Über die Schattenseiten Japans Teil 4

Im vierten Teil unserer Reihe ‘Über die Schattenseiten Japans‘ geben wir einen Überblick über die bizarre Perversionskultur, sowie über Menschenhandel und die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen in Japan.

Japan ist bekannt für seinen unkonventionellen Umgang mit dem Themen Sexualität und Perversion. Unterhosenschnüffelei, Filme, in denen weibliche Protagonisten von Tentakeln befriedigt werden, Unterhosenfotografie und eine Vorliebe für Erotikfilme im Erwachsenformat sind dabei der eher harmlose Teil. Enjo Kousai, das Phänomen, wenn Jugendliche sich für Geld zu Dates oder sogar Beischlaf feilbieten, das Begrabschen von Frauen in U-Bahnen, Vergewaltigungsvideospiele und grenzwertige Sexspielzeuge sind der durchaus Gefährlichere.

Ich entsinne mich einer Nacht im Wohnheim, als zwei japanische Wohnheimnachbarn nachts sturzbetrunken an meinem Zimmer klopften, um mir stolz ihre Silikon-Vagina-Verschnitte in „echter Nachmodellierung einer Grundschülerin“ zu präsentieren. Das Phänomen beginnt jedoch bereits viel früher und endet weitaus später:

In Japan boomen die Maidcafés, Hostessclubs und Soap Salons. Während Maidcafés harmlos und Soap Salons mehr oder weniger ein direktes Gegenstück zur Prostitution in westlichen Staaten sind, stechen vor allem Host- und Hostessclubs hervor. Dort kann sich für Geld vom anderen Geschlecht ‘unterhalten’ lassen. Sei es ein Drink, Aufmerksamkeit, Zuneigung oder eben nur ein nettes Gespräch: zwar bieten Host- und Hostessenclubs keinen käuflichen Sex, es kommt auch in dieser Szene häufig zu sexueller Ausbeutung und Missbrauch,

Sexueller Missbrauch und Ausbeutung von Minderjährigen

Und wo ist das Ende eines derart breiten Spektrums von Perversion: Richtig, der Menschenhandel und die sexuelle Ausbeutung, sogar von Minderjährigen. Vorwiegend sind davon Frauen betroffen, auch wenn in Shinjuku, Ikebukuro und andernorts bereits Fälle von Kindern bekannt wurden, die in Gay-Clubs ausgebeutet wurden (ECPAT 2011: 9). Ein Keyplayer ist dabei Enjo Kousai, bei dem sogar Mädchen im Alter von 12 Jahren betroffen waren (ECPAT 2011: 10).

Grund könne dafür der vor allem in Großstädten stark verbreitete Konsumgedanke sein. Studien zufolge seien 13% der  Schülerinnen in Tokyo bereits darin verwickelt gewesen (ebd.).  Hinzu kommen so genannte Date-Cafés. Hier bezahlen Kunden große Summen, um sich die Bedienung auszuwählen und unter Umständen daten zu können, was in einigen Fällen zu sexuellem Kontakt führte (ebd.).

Doch auch noch jüngere Menschen, Kinder im frühkindlichen Alter sind von sexueller Ausbeutung betroffen. Leser, die diesbezüglich empfindlich sind, bitte ich, zum nächsten Absatz zu springen. Ein besonders kurioses Szenario umfasst Mütter, die ihre Kinder im Kleinkindalter ausbeuten. Der Fall begann mit einer Mutter, die, um sich ein Haus mit ihrem Ehemann leisten zu können, 80 Nacktfotos von ihrem einjährigen Kind im Internet versteigerte und damit einen Gewinn von 150.000 Yen (12.000 – 15.000 Euro, je nach Wechselkurs) machte.

Dies brachte die Polizei auf die Spur von anderen Müttern, die Ähnliches taten und zusätzlich die Unterwäsche ihrer Kinder versteigerten. Extrem ist zudem ein Fall, in dem fünf Kinder unterschiedlicher Mütter im Alter von einem bis zu zwölf Jahren für Summen zwischen 20.000 und 50.000 Yen für eine Stunde bei fremden Männern in Motels abgegeben wurden (ebd.: 11f).

Das Schuldknechtsystem

Zusätzlich greifen die Mechanismen ein, die auch aus vorigen Artikeln bekannt geworden sind, sprich das Schuldknechtsystem. 2004 wurde der erste Fall bekannt, in dem Japanerinnen ausgebeutet wurden.

Von gutaussehenden Männern vor einer Hostessbar in der Präfektur Hyogo angeworben, betraten diese die Bar. Nach einer Weile waren die Mädchen betrunken und die Hosts begannen, die teuersten Getränke und Speisen auf deren Rechnung zu bestellen. Dadurch entstanden Rechnungen von 4, 1,5 und 1 Millionen Yen, die die minderjährigen Mädchen offensichtlich nicht begleichen konnten. Um die Schulden begleichen zu können, verkaufte der Barbesitzer die Mädchen an ein Bordell in Osaka. Nach einiger Zeit konnten diese von dort fliehen (ILO 2005: 60f).

Zeigen sollte dieser Artikel, dass der Menschenhandel und die sexuelle Ausbeutung in Japan nicht nur Ausländer und Erwachsene trifft, sondern auch Bürger des eigenen Landes und sogar Minderjährige davon nicht verschont bleiben.

Verwendete Literatur:

  • ECPAT (2011) Global Monitoring, Status of action against commercial sexual exploitation of children, Japan, Bangkok ECPAT International
  • International Labour Office (2005), Human Trafficking for Sexual Exploitation in Japan, Geneva
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