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Schüler übersetzen Geschichte von “Pikadon Sensei” – einem Überlebenden des Atombombenabwurfs auf Hiroshima

Schüler in Fukuyama (Präfektur Hiroshima) übersetzen gerade ein Heft ins Englische, das vom Leben des Sunao Tsuboi (“Pikadon Sensei”) berichtet – einem 93-jährigen Überlebenden des Atombombenabwurfs in Hiroshima. Der Mann gehörte zu den Personen, die US-Präsident Barack Obama traf, als er 2016 die Region besuchte.

Die Mitglieder des Vereins für Menschenrechte Eishin Junio und die Schüler der Senior Highschool planen die Übersetzung bis zum Frühjahr 2019 fertigzustellen. Sie erhalten dabei Hilfe vom Network of Translators for the Globalization of the Testimonies of Atomic Bomb Survivors (NET-GTAS). Die meisten Mitglieder sind Professoren der Universität von Kyoto, die im Ukyo-Stadtteil ihren Hauptsitz hat.

Die Schüler trafen im Zuge ihrer Aktivitäten als Förderer für den Frieden auf Tsuboi. Der Mann war den Strahlen der von den USA abgeworfenen Atombombe ausgesetzt. Er hielt sich auf einer Straße nur einen Kilometer vom Einschlagsort entfernt auf. Der damals 20-Jährige war Schüler der Technischen Hochschule in Hiroshima City.

Geschichte soll weltweit bekannter werden

Nach dem zweiten Weltkrieg unterrichtete Tsuboi an verschiedenen Mittel- und Oberschulen. Er teilte seine Erfahrungen mit den Schülern und nannte sich selbst „Pikadon Sensei“, übersetzt etwa “Lehrer des Blitzes und des Booms der Atombombe”. Seit 2000 ist Tsuboi Vize-Vorsitzender der Japan Confederation of A- and H-Bomb Sufferers Organizations (Nihon Hidankyo) und seit 2004 Vorsitzender der Hiroshima Prefectural Confederation of A-Bomb Sufferers Organizations (Hiroshima Hidankyo).

Das Übersetzungsprojekt basiert auf einer Broschüre mit dem Titel Human Sunao Tsuboi’s cry of the soul, die aus Interviews besteht. Diese stellte Hibakusha im November 2017 zusammen, nachdem sie Interviews mit verschiedenen Menschen aus dem Umkreis des Vereins für Menschenrechte führte. Danach spendete der Club das Heft dem Hiroshima Peace Memorial Museum. Im Sommer 2018 entstand die Idee, es zu übersetzen, in der Hoffnung Tsubois Geschichte auf der ganzen Welt bekanntzumachen.

Schüler und Überlebende
Bild: NET-GTAS

Die Schüler in Fukuyama standen bereits vorher in Verbindung zu einigen Mitgliedern von NET-GTAS und baten sie um ihre Mithilfe. Die Mitglieder setzten sich im Dezember 2018 erstmals gemeinsam mit den jungen Leuten zusammen, um über die Verwendung von Fachwörtern und stilistischen Mitteln zu diskutieren.

Dialekt erschwert die Übersetzung

Tsubois japanische Aussagen wurden in einem Hiroshima-Dialekt niedergeschrieben, was es erschwert die verschiedenen Emotionen ins Englische zu übertragen. Die Teilnehmer diskutieren zum Beispiel darüber, wie man den Begriff “Pikadon” übersetzt. Außerdem wollten die Mitglieder Tsuboi erst befragen, wie weit sie bei der Darstellung der Diskriminierung von Überlebenden der Atombombenabwürfe gehen dürften.

NET-GTAS riet den Schülern, ein eigenes Interview mit “Pikadon Sensei” zu führen, um seine Gefühle besser zu verstehen. Dies würde ihnen die Übersetzung seiner Geschichte leichter machen.

Rumi Umayahara, ein führendes 16-jähriges Mitglied des Eishin-Übersetzungsteams, erklärte, dass der Prozess für sie eine wirklich gute Erfahrung darstellt. Ihre Englischlehrer, eine Muttersprachlerin, beriet sie bei der Übersetzung einer Reihe von Ausdrücken, die sie bisher überhaupt nicht kannte.

Seit 2007 leidet Tsuboi an gesundheitlichen Problemen und sein hohes Alter von mittlerweile 93 Jahren machen es ihm schwer, an Treffen der Bewegung gegen nukleare Waffen und anderen damit verbundenen Aktivitäten teilzunehmen. Im Dezember 2018 stimmte der alte Mann zu, den 76-jährigen Vizepräsidenten von Hidankyo, Toshiyuki Mashima, zu seinem offiziellen Stellvertreter zu ernennen. Tsuboi wird jedoch im Zuge seiner Möglichkeiten weiter für verschiedenen Organisationen tätig bleiben.

Quelle: The Mainichi Shimbun

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