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So will Japan gegen die hohe Selbstmordrate kämpfen

Die japanische Regierung hat am 14.06.2017 verkündet, die hohe Suizidrate im Land drastisch senken zu wollen. Dabei sollen insbesondere Mütter mit postnatalen Depressionen und Menschen, die bereits einen Selbstmordversuch hinter sich haben, intensiver unterstützt werden.

Die sogenannte Suicide Prevention Guideline (zu Deutsch „Suizidpräventions-Leitlinie“) sieht vor, die Suizidrate im nächsten Jahrzehnt um 30% zu senken. Demnach müsste die Zahl der Selbstmorde im Jahr auf 16,000 Menschen reduziert werden.

Was beinhaltet das neue Maßnahmenpaket?

Zu diesem Zweck plant die Regierung, ihre Zusammenarbeit mit privaten Organisationen auszuweiten und medizinische Einrichtungen für suizidgefährdete Menschen zu errichten. Hier können z.B. Mütter, die vor Kurzem ein Kind auf die Welt gebracht haben, diverse Serviceleistungen wie z.B. körperliche und psychische Check-Ups in Anspruch nehmen. Auch Beratungsgespräche und Präventionsprogramme sollen künftig verstärkt gefördert werden. Auf lokaler Ebene sollen speziell ausgebildete Arbeiter zum Einsatz kommen, um besonders gefährdete Menschen zu beraten.

Tod durch Überarbeitung und Suizid durch Mobbing – Die traurige Realität

Der neue Maßnahmenplan soll auch einen Abschnitt zur Reduzierung von übermäßiger Arbeitsbelastung enthalten. Das Phänomen Karoshi (Tod durch Überarbeitung) ist insbesondere nach dem Tod einer jungen Angestellten des Unternehmens Dentsu Inc. im Jahr 2016 immer wieder Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Nun sollen Firmen verstärkt angehalten werden, ihr betriebliches Gesundheitssystem zu fördern und die Vorsorgemöglichkeiten auszubauen.

Besonders vor der Hintergrund der hohen Suizidrate unter Jugendlichen sollen die Präventivprogramme an Schulen gefördert werden, um das Mobbing in japanischen Klassenzimmern einzudämmen. Unter 15-39-Jährigen Japanern stellt Selbstmord zur Zeit die höchste Todesursache dar.

Im Jahr 2016 haben sich in Japan insgesamt 21,897 Menschen das Leben genommen. Das geht aus einem offiziellen Bericht hervor, der im Mai 2017 vorgelegt wurde.

Japan – eine der höchsten Suizidraten der Welt

Vergleicht man die Anzahl der Selbstmorde mit vorherigen Jahren, dann ist ein rückläufiger Trend erkennbar. Während sich 2003 noch insgesamt 34,427 Menschen das Leben nahmen, kann sich die Zahl seit 2012 konstant unter der 20.000-Marke halten. Zwar ist dies ein positiver Trend, aber Japan hat weiterhin eine der höchsten Selbstmordraten der Welt. Im weltweiten Vergleich liegt das Land auf Platz 6 und unter den Industrienationen hat Japan nach Russland die zweithöchste Suizidrate.

Wie berechnet man eine Suizidrate?

Die internationale Suizidrate berechnet sich aus dem Verhältnis der Selbstmorde zu je Hunderttausend Menschen. Gemäß offiziellen Angaben liegt Litauen mit einer Rate von 30,8 Menschen auf Platz 1, gefolgt von Südkorea (28,5) und Surinam (24,2). Unter den großen Volkwirtschaften führt Russland mit 21,8. In Deutschland haben sich insgesamt 12,6 Menschen von 100,000 das Leben genommen.

Quelle: Japan Times

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