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Südkoreanische Journalistin wird Ärztin, um alternden Japanern auf dem Land zu helfen

Eine südkoreanische Journalistin ließ sich zur Ärztin ausbilden, um Menschen in der Präfektur Tottori zu behandeln. Sie berichtet aus dem Leben einer alternden und schrumpfenden japanischen Stadt. Auch für ihre eigene Heimat sieht sie ähnlich graue Zeiten kommen.

Lee Yong-ee, 54 Jahre alt, begann im Dezember 2018 ihre Arbeit als Internistin am öffentlichen Krankenhaus von Hino, Präfektur Tottori. Vorher machte sie extra dafür eine klinische Ausbildung am Tottori University Hospital.

Lee, die aus Seoul stammt, arbeitete 18 Jahre als Journalistin für Dong-A Ilbo und war von 2000 bis Februar 2003 Korrespondentin für das Magazin in Tokyo. Sie beschloss selbst Ärztin zu werden, nachdem sie einen Arzt für einen Film begleitete. Dort sah sie die bittere Armut auf dem Land und kam mit ehrenamtlichen Medizinern in Kontakt.

Es führte dazu, dass sie ihren Job kündigte um anschließend an einer südkoreanischen Universität Medizin zu studieren. Im Jahr 2011, im Alter von 47 Jahren, schloss die Frau ihre Ausbildung als Ärztin ab.

Sie wollte als Medizinerin in einer ländlichen Region arbeiten und bekam eine Stelle in der südkoreanischen Provinz Gangwon-Do, die einen Freundschaftsvertrag mit der Präfektur Tottori geschlossen hatte. Nachdem sie von der lokalen Gesundheitsversorgung in Japan erfuhr, entschied die Ärztin, dorthin zurückzukehren.

Sie wollte Maßnahmen installieren, die den japanischen Ärzten helfen, sich um eine wachsende Anzahl älterer Patienten zu kümmern. Aufgrund der engen Beziehungen zwischen Gangwon-Do und Tottori verschlug es sie in diese Region. Lee erhielt bereits 2016 eine Zulassung als Ärztin in Japan, musste allerdings noch eine Ausbildung als Landärztin absolvieren.

Nach bestandener Ausbildung erhielt sie im April 2018 einen Fünf-Monats-Vertrag im Universitätsklinikum von Tottori. Dort gab sie Kurse in Innerer Medizin und Notfallmedizin. Drei Monate davon arbeitete sie auch im Hino Hospital.

Anfang Dezember 2018 erhielt sie ihr Zertifikat und war damit die erste nicht-japanische Ärztin, die die klinische Ausbildung am Universitätsklinikum Tottori absolvierte. Normalerweise dauert eine solche klinische Ausbildung zwei Jahre, damit sich die Ärzte umfassende Kenntnisse aneignen können. Das Gesundheitsministerium erlaubte der Südkoreanerin, die Ausbildung in acht Monaten abzuschließen. Ihre Erfahrungen als Ärztin in Südkorea wurden ihr dafür angerechnet.

Derzeit betreut Lee Yong-ee Patienten im Hospital von Hino. Ab 2019 darf sie ambulant Patienten betreuen. Die Ärztin lernte die japanische Sprache an der Keio Universität und spricht sie fließend. Für sie ist besonders wichtig, ihre Diagnosen den Patienten und Kollegen möglichst genau mitzuteilen, wofür sie die Nuancen und Feinheiten der Sprache benötigt.

Durch ihre Arbeit knüpfte die Journalistin enge Kontakte zu hochrangigen Beamten der südkoreanischen Regierung. Ihr Wissen aus Japan und die dort gesammelten Daten will sie an das Gesundheitsministerium in Seoul weitergeben, um so auch ihrem Heimatland zu helfen.

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