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Suizid in Japan: Rückläufige Selbstmordrate dank Prävention?

In Japan haben sich im letzten Jahr so wenig Menschen das Leben genommen, wie seit Langem nicht mehr. Das mag zwar eine positive Nachricht sein, aber das Land hat weiterhin eine der höchsten Selbstmordraten der Welt.

In Japan haben sich 2016 insgesamt 21.897 Menschen das Leben genommen. Das geht aus einem Regierungsbericht hervor, der am Dienstag vorgelegt wurde. Auch wenn die Zahl erschreckend hoch ist: Die Rate ist so niedrig wie seit 22 Jahren nicht mehr. Damit liegt Japan im weltweiten Vergleich auf Platz 6. Unter den Industrienationen hat Japan nach Russland die zweithöchste Suizidrate. Erschreckend ist, dass Selbstmord unter 15- bis 39-jährigen Japanern die häufigste Todesursache ist. Alleine im Jahr 2016 haben sich 320 Menschen unter 18 Jahren das Leben genommen.

Die internationale Suizidrate berechnet sich aus dem Verhältnis der Selbstmorde zu je Hunderttausend Menschen. Gemäß dem Regierungspapier liegt Litauen mit einer Rate von 30,8 Menschen auf Platz 1, gefolgt von Südkorea (28,5) und Surinam (24,2). Unter den großen Volkwirtschaften führt Russland mit 21,8. In Deutschland haben sich insgesamt 12,6 Menschen von 100,000 das Leben genommen.

Suizid in Japan: Rückwärtstrend dank Präventionsmaßnahmen?

Wenn man die japanische Suizidrate mit den Jahren zuvor vergleicht, ist ein rückläufiger Trend erkennbar. Seit den späten 90er Jahren lag die Suizidrate bei über 30.000 Menschen. Im Jahr 2003 erreichte das Land sogar einen traurigen Rekord. Insgesamt 34.427 Menschen hatten sich in diesem Jahr das Leben genommen. Erst seit dem Jahr 2012 sind es jährlich weniger als 30.000 Menschen, die Selbstmord begehen. Laut dem Regierungsbericht ist der rückläufige Trend zum großen Teil auf die Präventionsarbeit der Behörden zurückzuführen.

Seit 2007 wird in einem jährlichen Regierungspapier über mögliche Ursachen und Gegenmaßnahmen Bericht erstattet. Dabei investiert die Regierung verstärkt in die Forschung über medizinische und soziale Ursachen und fördert Präventionsprogramme, sowie Beratungszentren und Telefonhotlines.

Präventionsprogramme und Beratungssysteme müssen weiter ausgebaut werden

Für den jährlichen Bericht wurde u.a. auch eine Studie mit 3.000 Menschen im Alter von über 20 durchgeführt. Insgesamt 23,6% haben demnach schon häufiger Selbstmordgedanken gehabt, während 46,9% der Befragten in Stresssituationen häufiger durch ihr soziales Netz aufgefangen werden. Insgesamt 59,9% Menschen haben sich dafür ausgesprochen, besonders im frühen Kindesalter schon auf Präventionsmaßnahmen zu setzen. Diese hohe Zahl ist zum Teil auch darauf zurückzuführen, dass jährlich viele traurige Selbstmorde unter jungen Schülern ins Licht der Öffentlichkeit rücken. Gemäß Angaben der Japan Times wurden alleine in diesem Jahr schon 4 Suizidfälle von jungen Erwachsenen auf ihren Zusammenhang mit Mobbing in der Schule untersucht. 51,2% wünschen sich, dass das System der Beratungszentren ausgebaut wird und 47,2% sind der Meinung, dass die betriebliche Gesundheitsförderung verbessert werden müsse. Immerhin ist die hohe Zahl an Suizidfällen auch zum Teil auf eine Überbelastung am Arbeitsplatz zurückzuführen (siehe Karoshi).

Quelle: Japan Times

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