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Warum Japaner an dem Paris-Syndrom erkranken

Enttäuschung wenn die Vorstellung von der Realität abweicht

Eines der Lieblingsreiseziele für den Sommerurlaub von Japanern ist Paris. Dennoch endet die Reise nicht für alle mit schönen Erinnerungen und Zufriedenheit.

Das mag verrückt klingen, aber jedes Jahr gibt es in Japan mehrere Fälle von Menschen, die aus Paris kommen und krank werden. Doch sie kämpfen nicht mit einer Überseekrankheit, sondern einem psychologischen Schock – es stellt sich heraus, dass das wahre Europa nicht das ist, was sie sich vorgestellt haben!

Das nennt man „Paris-Syndrom“  パリ症候群 Pari shōkōgun. Das Paris-Syndrom hat auch öfters physische Auswirkungen wie Schwindel, Tachykardie oder Schwitzen.

Tatsächlich geschieht es nicht nur in Paris, sondern auch in anderen europäischen Städten und Ländern. Es ist jedoch Paris, das von den Japanern am meisten geliebt wird, und das solch große Enttäuschung bringt, dass Japaner in eine Depression verfallen können.

Bei sich zu Hause romantisieren viele Japaner stark, wie alles „irgendwo da draußen“ aussieht. Vor allem die Hauptstadt Frankreichs wird gerne als das “Paradies” dargestellt. Viele beliebte Mangas und sogar TV-Serien haben etwas mit Frankreich zu tun. Wenn die Handlung nicht gleich in Paris spielt, dann hat wenigstens einer der Charaktere da studiert und über mehrere Jahre gewohnt.

Aber das ideale Bild bricht zusammen, sobald die Japaner selber in der “Stadt der Liebe“ ankommen.

Was die Japaner in Paris traumatisiert

Es gibt mehrere Sachen, die Japaner in Paris und auch anderen europäischen Großstädten schockieren. Zum Beispiel bezahlte Toiletten, bezahltes Wi-fi, ein sehr langes Mittagessen, schlechter Service, nachgiebige Einstellung zu den Japanern, Dreck auf den Straßen.

Ich war selbst überrascht, als ich von mehreren japanischen Bekannten, die eine Reise nach Paris unternommen hatten, immer wieder dieselben Worte hörte: “Es ist sehr schmutzig”.

Natürlich handelt es sich zum Teil um einen massiven Kulturschock. Japaner stellen sich öfters Paris genau so wie eine japanische Stadt, nur noch schöner, vor.

Vor allem sorgt das Serviceniveau für Desillusion und Frustration. Aber da werden Japaner wahrscheinlich in jedem Land über die Einstellung der Verkäufer zu den Käufern enttäuscht sein. In Japan ist diese Beziehung unglaublich respektvoll und der Kunde ist praktisch ein „Gott“.

Viele Ausländer, die Japan besuchen, haben jedoch ein ähnliches Syndrom. Obwohl es keine Statistiken darüber gibt, ob dies zu Depressionen führt, kann man mit Sicherheit sagen, dass einigen da die rosarote Brille zerbricht.

Es gibt viele Mythen in diesem Land, die nicht der Realität entsprechen, an die die Menschen aber sehr wohl glauben. Oftmals wird ein hochmodernes Land mit Robotern und Flugmaschinen erwartet oder umgekehrt eine altmodische Lebensart wie im alten Kyoto.

Nun, das ist eine Lektion für jeden, der ins Ausland reisen wird. Wir empfehlen euch, so viele Informationen wie möglich über das Land vor der Reise zu lesen.

Mehr zum Thema:  Tipps für die Japanreise – Welche Kosten kommen für einen Urlaub auf mich zu?

Verlassen Sie sich nicht auf Ihre Ideen und auf das, was Sie gerade irgendwo gehört haben. Sehr oft hört man „Fakten“, die nichts mit der Realität zu tun haben.

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3 Kommentare

  1. Ha, umgekehrt ist das sicher auch der Fall. Viele Anime-Weeaboos denken auch, dass Japan soooo cool ist und es genau wie in einem echten Anime ist, aber dann, wenn sie alle wirklich nach Japan gehen, werden sie auch mit der bitteren Realität konfrontiert. Im Grunde genommen also genauso.

  2. Also ich war 4 mal in Japan (Kirschblütenzeiz,Ahornzeit in Herbst und Azaleen,Wisteria und Irysenteit ende April anfang Mai)und ich bin total begeistert.Diese Mischung von Tradition und Moderne ist sehr interesant und ich war in Tokyo ,Kyoto,Nara ,Osaka,Himeji,Kamakura,Jokochama,Nikko.Natürlich ich weiss auch das Japan hat auch viele probleme so wie jede postindustrieles Land

  3. Im Grunde sollte man alles erstmal als nicht wahr betrachten und nicht erwarten das die Stereotypen stimmen.
    Gutes Beispiel sind da Dinge die man in Animes sieht. Schuluniformen sind zwar oft zu sehen. Aber an die aufwendig gestalteten Designs kommt das nie ran.
    Auch die Kirschblüte in Japan sieht in den Animes toll aus. In Wirklichkeit kann man sich je nach Gegend (Tokyo) nicht vor Touristen retten.

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