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Gesellschaft Weiterhin geschlossene Türen für Flüchtlinge in Japan

Weiterhin geschlossene Türen für Flüchtlinge in Japan

Im letzten Jahr haben so viele Menschen wie noch nie Asyl in Japan beantragt. Von über 10.000 Anträgen hat das Land allerdings nur 28 angenommen. Laut der neuen Justizministerin Yoko Kamikawa wird sich das in Zukunft wohl auch nicht ändern.

„Die Entscheidung, ob ein Mensch als Flüchtling anerkannt und dementsprechend Asyl gewährt bekommt, unterliegt den Bestimmungen internationaler Flüchtlingsabkommen und nicht der nationalen Politik“, äußerte Yoko Kamikawa am Donnerstag, den 10. August 2017 in einem Interview mit Medienvertretern. Weiterhin sprach sich die kürzlich ernannte Justizministerin dafür aus, die bisher restriktive Aufnahmepolitik Japans beizubehalten.

Gemäß der Verbesserung von Einwanderungs- und Zollkontrollen plant das Justizministerium, unbemannte Gates mit einer automatischen Gesichtserkennung an Flughäfen einzuführen. Dies sei als Schutzmaßnahme gegen illegale Einwanderung und Terrorismus zu verstehen.

Japan und seine 28 Flüchtlinge

Die Zahlen sind ernüchternd: 2016 haben insgesamt 10,901 Menschen Asyl in Japan beantragt. Gerade einmal 28 wurden akzeptiert.
Zwar hat Japan die internationale Flüchtlingskonvention von 1951 unterzeichnet, aber die japanischen Behörden sind für ihre rigide Interpretation der internationalen Standards bekannt. Flüchtlinge müssen hier erstmal beweisen, dass sie aufgrund ihrer Konvention, Ethnizität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe, Sexualität oder Nationalität verfolgt werden. Dies ist im konkreten Fall sehr schwer nachzuweisen. Aus diesem Grund wird ein Großteil der Anträge aus „Mangel an Beweisen“ abgelehnt.

Trotz dringendem Bedarf an ausländischen Arbeitskräften – Japan möchte kein Einwanderungsland sein

Keine andere Industrienation der Welt ist so restriktiv, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen und ausländischen Arbeitskräften geht. Mit Ausländern tut sich das Land, dass sich in der Vergangenheit vollständig von der Welt isolierte und keine Fremden bei sich duldete, ohnehin manchmal schwer. Der Ausländeranteil in Japan liegt bei nur knapp 2%. Zwar braucht das Land aufgrund der demographisch bedingten Alterung bei einem gleichzeitigen Geburtenrückgang dringend ausländische Arbeitskräfte, aber die japanische Regierung betreibt seit Jahren eine restriktive Immigrations- und Asylpolitik, die es nur hochqualifizierten Arbeitskräften erlaubt, temporär einzuwandern.

Flüchtlingshilfe statt Asyl

Laut Premierminister Shinzo Abe muss Japan zuerst nationale Probleme lösen, bevor es sich mit Fragen der Einwanderungspolitik beschäftigen kann. Auf internationaler Ebene gehört Japan zu den größten Geldgebern für internationale Entwicklungsprojekte und Flüchtlingshilfen. Alleine 2015 versprach Abe, eine Rekordsumme von 1,6 Milliarden Dollar zur Bewältigung der Flüchtlingskrise beizusteuern. Auf die Frage, ob Japan denn auch mehr Asylsuchende ins Land lassen werde, entgegnete Abe auf einer Pressekonferenz, dass Japan zuerst die Teilnahme von Frauen und Älteren am Arbeitsmarkt fördern und die Geburtsrate erhöhen muss, bevor das Land Immigranten und Flüchtlinge aufnehmen könne.

Dass Japans Wirtschaft vor dem Hintergrund des demographischen Wandels eigentlich dringend auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen wäre, spielt unter der derzeitigen Regierung der LDP allerdings kaum eine bedeutende Rolle.

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3 Kommentare

  1. “Dass Japans Wirtschaft vor dem Hintergrund des demographischen Wandels eigentlich dringend auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen wäre, spielt unter der derzeitigen Regierung der LDP allerdings kaum eine bedeutende Rolle.”

    Falsch der BIP pro Kopf steht nicht im Direkten Zusammenhang mit der Bevölkerungsanzahl. Zudem ist man dabei fehlende Arbeiter maschinell zu ersetzen.

    Würde Japan abertausende von Flüchtlingen Annehmen, die weder lesen, schreiben können oder zumindest schlecht ausgebildet sind, hätte Japan ein Problem.

    Diese Leute werden sich aufgrund ihres Bildungsstandes und der zu komplexen Japanischen Kultur und Sprache sich nicht integrieren wollen und aufgrund der höheren Geburtenraten, geht die Japanische Rasse unter und mit jeder Generation verliere die japanische Kultur immer mehr an Bedeutung.

  2. Gott sei Dank nehmen die keine auf, was sollen die mit Leuten machen wo die meisten keinen einzigen funken Respekt für dieses land zeigen und nicht mal willig sind die Spache zu erlehrnen….
    Bestes Beispiel sieht man an Deutschland bzw Europa mit seiner Flüchtlingspolitik….

    Die Linken sollen mal ihre Fresse halten, nicht alles ist Friede,Freude, Eierkuchen…

    • Nun, die “meisten” ist nicht ganz richtig. Das ist ähnlich wie mit AfD Wählern, 12% sind auch nicht “das Volk”, sondern nur ein kleiner nerviger Teil um den man sich dann eben besonders kümmern muss. Was “die Linken” angeht, kein Linker sagt Dir, dass alles Friede, Freude und Eierkuchen ist. Diejenigen, die Du meinst, das sind einfach nur Menschen, die zwar Probleme sehen, aber nicht automatisch jeden die Schuld in die Schuhe schieben.

      Daher ein Tipp von mir: Schau mal genau, wie viele nicht integriert sind, dann schau dir die Gründe an und dann schau mal ganz genau, wie viele einfach nicht wollen. Das ist wie bei Hartz IV, nicht jeder der es bekommt ist automatisch Faul, nein das sind die wenigsten.

      Ach ja und bitte informiere Dich auch, was ein Linker genau ist.

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