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Wie feiert man Weihnachten in Japan?

Weihnachten steht vor der Tür, doch wie feiert man das Fest eigentlich in Japan? Wer ein besinnliches Familienfest mit Weihnachtsgans und Geschenken unterm Weihnachtsbaum erwartet, wird enttäuscht.

Da das Christentum in Japan nicht ansatzweise so verbreitet ist wie bei uns, ist Weihnachten keineswegs ein traditionelles japanisches Fest. Vielmehr wurde es wie so einiges zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus dem Westen „importiert“. Entsprechend wird es auch nur klein gefeiert. So etwas wie Weihnachtsfeiertage gibt es in Japan nicht: Der 25. und 26. Dezember sind dort ganz normale Arbeitstage. Lediglich der 23. Dezember ist ein Feiertag – aber nur, weil dies rein zufällig der Geburtstag des japanischen Kaisers ist.

Weihnachten in Japan – ein Fest für Pärchen

Wir kennen es alle: Weihnachten ist das Fest der Liebe. Besonders in Japan! Hier ist es nämlich vor allem ein Fest für Pärchen. Weihnachten mit der Familie verbringen? Das ist für junge Japaner in etwa so trostlos, wie den Valentinstag alleine zu verbringen. Schließlich ist es DIE Zeit, um den Partner fürs Leben zu finden, also wird gedated, was das Zeug hält!

Weihnachten Christmas Illumination
Christmas Illumination in Tokyo / © ambassadors-japan.com

Ein gelungenes Weihnachtsfest besteht dann aus einem romantischen Spaziergang zu zweit, bestenfalls durch eine der zahlreichen „Christmas Illuminations“, bei denen ganze Straßen oder Parks in bunte Lichter gehüllt sind. Ein anderes beliebtes Ziel für ein solches Weihnachtsdate ist Disneyland – hier zahlt natürlich der Mann, wie es bei Dates in Japan üblich ist. Anschließend folgt meist ein Restaurantbesuch mit Candle-Light-Dinner. Für den gebührenden Abschluss geht es danach oft noch in ein Hotel. Da die meisten Japaner daheim auf engstem Raum und oft noch mit mehreren Familienmitgliedern zusammenwohnen, hat sich die Frage „Zu mir oder zu dir?“ meistens schon erübrigt.

Und die Geschenke?

Weihnachten, wie wir es kennen – mit der Familie unterm Weihnachtsbaum Geschenke auspacken – ist in Japan eher unüblich. Erst in den letzten Jahren hat sich dieses Konzept zunehmend bei Familien mit kleinen Kindern eingebürgert. Geschenke bekommen hier auch meist nur die Kinder. Die Erwachsenen beschenken sich nicht gegenseitig.

Die Bescherung für die Kinder findet übrigens wie in Amerika am ersten Weihnachtstag morgens statt und nicht wie bei uns an Heiligabend. Das ist besonders deshalb überraschend, weil das Weihnachtsfest in Japan davon abgesehen hauptsächlich am 24.12. stattfindet.

Christmas Cake

Weihnachtsgans? In Japan weit gefehlt! Ein typisches Weihnachtsessen in Japan ist der sogenannte Christmas Cake (クリスマス・ケーキ). Hierbei handelt es sich meist um einen Kuchen aus lockerem Biskuitteig mit viel Sahne, Erdbeeren und entsprechender weihnachtlicher Deko.

Oftmals wird dieser Kuchen schon Wochen vorher bestellt. Wer das nicht tut, muss sich damit abfinden, in ellenlangen Schlangen vor der Konditorei zu warten, um dann hoffentlich noch einen zu ergattern.

Auch preislich haben es die Küchlein in sich: Bei einer Größe, die für kaum mehr als zwei bis drei Personen reicht, kosten sie oft 2500 bis 3000 Yen und aufwärts. Wem das zu teuer ist, für den hätten wir noch eine andere beliebte Alternative für ein typisches Weihnachtsessen: Kentucky Fried Chicken.

o-seibo und bonenkai

Zwei japanische Traditionen, die zwar absolut nichts mit Weihnachten zu tun haben, zeitlich aber genau in unsere Adventszeit fallen, sind oseibo und bōnenkai.

Die japanische „Jahresabschiedsfeier“, das bōnenkai (忘年会), wird traditionell besonders in Firmen und Vereinen veranstaltet und kann in einigen Zügen mit den bei uns typischen Weihnachtsfeiern verglichen werden.

Oseibo (お歳暮) sind sogenannte „Jahresendgeschenke“, die – wie der Name schon sagt – zum Ende des Jahres ausgetauscht werden. Und zwar nicht nur unter Verwandten und Freunden, sondern auch mit Nachbarn, Kollegen und allen, denen man irgendetwas zu verdanken hat.

Bräuche, die den westlichen ähneln, sind also durchaus auch in Japan zu finden, nur haben sie nicht unbedingt etwas mit Weihnachten zu tun.

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2 Kommentare

  1. Einige inhaltliche Fehler sind vorhanden. Der 24.12. ist auch hier (in Deutschland) kein Weihnachtsfeiertag sondern ein stinknormaler Arbeitstag. (Es sei denn, es fällt auf einen Sonntag.)

    Und die Bescherung findet hier nicht zwangsläufig am 24.12. statt sondern tradionell gesehen nach der Christmette. Dadurch, dass diese aber in vielen Gemeinden vorverlegt wird (teilweise schon am frühen Nachmittag des 24.12.) findet die Bescherung auch früher statt. In einigen Gemeinden findet die Christmette aber nach wie vor tradionell am 25.12. um 0:00 statt und die Bescherung entsprechend anschließend.

    (Der letzte Absatz bezieht sich natürlich nur auf die Familien, die Weihnachten auch christlich feiern und nicht us-amerikanisch kommerzialisiert wie in den USA oder in Japan.)

    • Traditionell findet die Bescherung in Deutschland schon am 24.12 statt, einige Gemeinden sind Ausnahmen richtig, aber eben Ausnahmen. Leider (finde ich), ist die eigentliche Tradition des Weihnachten der kommerzialisierten Version gewichen, echt schade.

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