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Zwei großen japanischen Unternehmen wurde untersagt, ausländische Auszubildende einzustellen

Die beiden führenden japanischen Unternehmen, Panasonic und Mitsubishi Motors, haben ihre Pläne für Ausbildungsprogramme von Auszubildenden wegen verschiedener Gesetzesverstöße zurückgezogen.

Die vom Justizministerium und vom Arbeitsministerium aufgekündigte Maßnahme hätte Panasonic und Mitsubishi Motors in den nächsten fünf Jahren ermächtigt, ausländische Auszubildende für technische Berufe einzustellen. Gleichzeitig dürfen sie keine ausländischen Arbeitskräfte einstellen, wenn im April die neuen Arbeitsvisen in Kraft treten.

Die Botschaft der Regierung ist deutlich. Es werden keine arbeitsrechtlichen Verstöße erlaubt, wenn Hunderttausend ausländische Arbeitnehmer mit Sonder-Visa in Japan ihre Jobs antreten.

Mitsubishi Motors hat gegen die Vorschrift für die Ausbildung technischer Berufe verstoßen, weil das Unternehmen ausländischen Auszubildenden vorrangig Aufgaben übertrug, die nichts mit den Ausbildungszielen zu tun hatten. Panasonic wurde ausgeschlossen, weil die Firma in seinen japanischen Laboren gegen die Standards verstoßen hat.

Der Fall Panasonic zeigt, dass Unternehmen alle arbeitsrechtlichen Bestimmungen einhalten müssen, wenn sie ausländische Lehrlinge einstellen wollen. Das Programm hat heute schon viele Kritiker, die der Regierung vorwerfen, auf diese Weise, billige Arbeitskräfte ins Land zu holen. Dass ein Mangel an Arbeitskräften besteht, wollen viele nicht glauben.

Es gab bereits vorher Fälle, in denen Unternehmen ihre Pläne für Ausbildungsprogramme widerriefen. Allerdings waren bisher keine der größeren, international bekannten Firmen davon betroffen. Das Gesetz zur Ausbildung in technischen Berufen erließ die japanische Regierung 2017, um die Bedingungen für ausländische Praktikanten zu erleichtern.

Gemäß Angaben einiger Beamter des Justizministeriums stellte Mitsubishi Motors 28 technische Azubis aus den Philippinen in seinem Werk in Okazaki (Präfektur Aichi) ein, um dort etwas über das Schweißerhandwerk zu lernen. Die jungen Männer montierten in dieser Zeit aber Autoteile, was keine Aufgabe aus dem offiziellen Ausbildungsplan darstellt.

Das Ministerium widerrief daraufhin die Verträge für 27 Azubis und wies Mitsubishi Motors an, dem verbliebenen Auszubildenden die Möglichkeit zu geben, die Lehre gemäß den Vorschriften zu beenden. 24 junge Männer sind wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, die restlichen drei haben in anderen Unternehmen ihre Ausbildung fortgesetzt.

Nach offiziellen Erkenntnissen entdeckte das Justizministerium ähnliche Vorkommnisse bereits 2008 bei Mitsubishi Motors. Damals holte der Konzern die ersten ausländischen Auszubildenden in seine Werkstätten. Über die Jahre gab es immer wieder Anzeigen gegen das Unternehmen, weil es gegen die Regeln verstoßen haben soll.

Ein Beamter des Ministeriums erklärte, in die meisten Werken gab es keine Aufgaben, die für technische Auszubildende geeignet gewesen wären. Die Mitarbeiter vor Ort wären nicht genug über die Ziele und Vorgehensweisen des Programms informiert worden. Mitsubishi Motors gab an, dass man den Umfang des Programms unterschätzt hätte.

Die jungen Ausländer wurden über Friend Nippon, eine in Hiroshima ansässige Organisation, als technische Auszubildende an verschiedene Unternehmen in ganz Japan verliehen. Das Justizministerium plant nach den jüngsten Vorkommnissen auch die Arbeit von Friend Nippon zu überprüfen.

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Bild CNN Business

Bei Panasonic ging es nicht um die Auszubildenden, vielmehr wurde das Unternehmen für einen Fall von Karoshi verantwortlich gemacht. Ein 40-jähriger Mitarbeiter im Werk Tonami in der Präfektur Toyama soll an Überarbeitung gestorben sein. Drei Mitarbeiter, darunter der Verstorbenen, leisteten Überstunden, die weit jenseits des gesetzlichen Rahmens lagen.

Das Gesetz zur Beschäftigung technischer Azubis enthält eine Bestimmung, die es Unternehmen, die gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen haben, verbietet Ausländer einzustellen. Insgesamt 82 ausländische Auszubildende aus China und Malaysia lernten in Panasonic-Werken. Nach dem Widerruf ihrer Verträge sind alle mittlerweile nach Hause zurückgekehrt.

Quelle: The Asahi Shimbun

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