ADAMS im Interview mit Sumikai

    Im Dezember beglückt das Rockduo ADAMS ihre deutschen Fans mit zwei Konzerten in Berlin und Köln. Im Rahmen dessen und ihres neuen Albums Original Love haben wir ADAM und Shota ein paar Fragen gestellt.

    Am 4.Dezember 2015 treten ADAMS in Berlins Cortina Bob auf, bevor sie dann am 5.Dezember 2015 zusammen mit LADYBABY in Kölns Essigfabrik (Konzertort wurde verlegt!) zu sehen sind.

    Ihre neuste Veröffentlichung Original Love ist ein Double Best of Album, welches neben bereits bekannten Tracks und Remixes auch brandneue Songs parat hält.
    Wer die Band vor ihren Lives noch ein wenig mehr kennenlernen möchte, darf sich gerne unseren Vorstellungseintrag durchlesen.

    Für unsere internationalen Leser stellen wir unser Interview nicht nur in Deutsch, sondern auch in Englisch und Japanisch zur Verfügung.

    Interview with ADAMS in English (page 2)
    ADAMSのインタビュー (日本語) (ページ 3)

    Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt Sumikai ein paar Fragen zu beantworten.
    Für diejenigen die euch noch nicht kennen, könnt ihr euch einmal kurz vorstellen? Wie kamt ihr beide, ADAM-san und Shota-san, zu der Musik und wie habt ihr euch kennengelernt?

    Shota: Wir sind ADAMS, ich bin der Gitarrist und Produzent, Shota.

    ADAM: Ich bin ADAM, Sänger.

    Shota: Wir haben uns vor einigen Jahren bei einem anderen Musikprojekt kennengelernt. Wir haben gemeinsam in einer anderen Band gespielt, aber die hat sich nicht gehalten. Da ich bereits mein eigenes Label, HIGHFeeL, hatte, kam ADAM zu mir, um sein Soloprojekt zu produzieren, schlussendlich haben wir uns aber zusammen als ADAMS zusammen getan.

    Was wollt ihr euren Fans mit eurer Musik übermitteln?

    Ja, wir hoffen sehr, dass wir mit unserer Musik etwas herüber bringen können! Dennoch wollen wir auch, dass jeder die Musik für sich fühlt. Kunst ist frei, wir finden es gut, wenn die Hörer unsere Musik unterschiedlich aufnehmen.

    Wie wichtig ist es euch, auch vor euren ausländischen Fans Konzerte zu halten?

    Das ist uns sehr wichtig. Als wir mit ADAMS starteten, haben wir nicht in diese Richtung gedacht. ADAMS war ein Projekt „made for Japan“ mit einer japanischen Sichtweise. Letztlich wurden wir von internationalen Agenturen entdeckt und das hat uns sehr geholfen uns weiter zu entwickeln. Wir wollen wirklich überall spielen.

    In euren Songs und Videos nehmt ihr das Thema der Homosexualität auf.
    Die Menschen auf der Welt wollen Gleichberechtigung im Leben, doch in vielen Ländern und Kulturen stößt das Thema der Homosexualität an ihre Grenzen. Was sagt ihr zu diesem Thema und was wollt ihr vor allem auch durch eure Musik bewirken?

    Shota: Seien wir ehrlich: Kontrovers zu sein ist für einen unabhängigen Künstler immer interessant und auch wichtig. Man kann überall großartige Musik finden, sei es auf YouTube oder auf der Straße. Wenn es aber nichts schockierendes gibt, nichts ‚verbotenes‘ oder verrücktes im Bezug auf die eigene Musik, wird sich niemand daran erinnern oder dem Künstler folgen. Diese Zeiten sind nun einmal so.
    Wir müssen die Aufmerksamkeit der Leute bekommen. Es reicht nicht, einfach nur ein guter Musiker oder Sänger zu sein, weswegen ich das „NEOSEXUAL“-Konzept als Mittel gewählt habe. Neosexual bedeutet „außerhalb der Geschlechtergrenzen“.
    Wir reden nicht speziell über Homosexualität, sondern viel mehr über freie Liebe, und natürlich, wie ich immer sage, ist es eine Marktlücke die wir im Musikbusiness gefunden haben.
    Das Vermischen von Visual Kei mit Boys Love, beides sehr angesagte Themen in Japan. Ich wollte einen kleinen, aber heißen Markt finden und dort als einziger sein. Die Leute werden sagen „Schau, diese Band hat doch irgendeinen Schaden“. Das ist es, was ich will.
    Wir haben eine Geschichte, eine Idee hinter ADAMS entwickelt, die Story von zwei Individuen, ADAM und ADAM, statt Adam und Eva. Wir sind in dieser Idee keine Menschen. Noch nicht. Wir teilen reine Liebe und als ADAMS (ADAM+ADAM) haben wir EVES geschaffen. Eves sind unsere Fans, so nennen wir sie.
    Es ist eine Geschichte, eine Fantasie. Die Hörer können es interpretieren wie sie wollen.

    Am 22.November 2015 erschien euer neues Album. Was war eure Idee hinter eurem neuem Album „Original Love“, welches gleichzeitig auch ein Best of Album ist?

    Das war von Anfang an so geplant. Wir haben das erste „Drittel“ vom ADAMS Projekt (Es ist ein 10-Jahres Projekt, wie ihr wisst) geschafft, weswegen wir uns dazu entschlossen haben, unsere ersten 3 Alben in einem zu vereinen.
    Wir haben unsere neuesten Songs und einige Remixe mit dazugetan. Es ist auf gewisse Weise eine Art Ende. Gefolgt von einem Anfang.

    Im Dezember tourt ihr wieder in Europa. Was können eure deutschen Fans von euren Lives erwarten? Gab es ein besonderes oder lustiges Ereignis, als ihr das letzte Mal in Deutschland wart? Wie findet ihr Deutschland und eure Fans hier?

    Deutsche Fans … (lacht) Sie kennen uns ziemlich gut! Wir spielen in Deutschland seit 2013, es war eins der ersten Länder in denen wir außerhalb Japans gespielt haben.
    Unsere deutschen Fans sind wie eine Familie für uns. Wir haben so viele Geschenke bekommen und so viele Erinnerungen. Manche folgen uns, wohin wir auch gehen. Sie sind total dabei und schreien unglaublich viel.
    Wenn wir sie mit anderen europäischen Fans vergleichen, dann sind sie wohl das lauteste Publikum. Lasst uns dieses Mal auch wieder richtig feiern! Wir wollen euch alle in Berlin und Köln sehen!

    Viele Fans aus Deutschland finden ihren Weg zur japanischen Musik durch Anime. Wenn ihr einmal die Gelegenheit bekommen würdet, zu welchem Anime, Film oder Dorama würdet ihr gerne einmal einen Song beisteuern wollen?

    Wir sind ehrlich gesagt ziemlich interessiert an dieser Industrie. Wir würden mega gerne Musik zu Filmen beisteuern. Wenn uns die Idee anspricht, wären wir sehr gerne dabei.

    Lest ihr selber auch Manga und schaut Anime? Wenn Ja, gibt es eine bestimme Serie oder Helden die ihr bewundert?

    Wir haben als Jugendliche Manga gelesen, haben aber schon vor einer ganzen Weile aufgehört. Ich war ein riesen Slam Dunk Fan. ADAM ist mehr an Superhelden interessiert. Er steht immer noch total auf Iron Man. Na ja, aber das ist ja weder Anime noch Manga (lacht).

    Was war das schönste Kompliment, dass ihr einmal von jemanden bekommen habt und warum?

    Shota: „Ich mag dich“ ist wahrscheinlich das tollste Kompliment.

    ADAM: In Russland letztes Jahr. Ein Mann, circa 40 Jahre alt oder älter, kam zu uns und gratulierte und dankte uns für die Musik die wir machen, weil unsere Musik ihn sehr bewegte. Er gab uns ein sehr persönliches und tiefgründiges Geschenk. Ich war sehr gerührt.

    Ihr habt bereits einige Live-Konzerte gehalten. Hat sich ein Ritual entwickelt, was ihr vor euren Auftritten macht oder besitzt ihr einen Glücksbringer, den ihr immer bei euch habt?

    Shota: Hmm… Nicht wirklich. ADAM überprüft immer seine Frisur im Spiegel und ich habe immer geraucht. Allerdings habe ich das stark reduziert, also weiß ich jetzt nichts Spezielles.

    Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen euch viel Erfolg bei eurer bevorstehenden Europa-Tour.