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Claudia Urbschat-Mingues: „Anime-Fans sind einfach die treuesten!“

Das Warten hat ein Ende! Heute – Donnerstag, dem 8. September 2016 – läuft der neuste Streifen aus dem Dragonball-Franchise hierzulande in den Kinos.

Dank Kazé flimmert Dragonball Z: Resurrection ‚F‘ mit den bekannten Stimmen aus dem RTL2-Cast in unseren Theatersälen. So schlüpft Claudia Urbschat-Mingues, die beispielsweise US-Darstellerin Angelina Jolie ihre Stimme verleiht, erneut in die Rolle von Bulma. Sumikai führte mit ihr ein Interview und befragte sie zum Thema Synchronarbeit sowie Dragon Ball.

Claudia Urbschat-Mingues
Von Peter Refle – Self-made by Peter Refle, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32381020

Sumikai: Anime-Fans kennen Sie hauptsächlich aus der Rolle von Bulma aus Dragon Ball Z. Allerdings verleihen Sie ebenso US-Schauspielerinnen wir Angelina Jolie ihre Stimme oder sind selber als Schauspielerin aktiv. Was bereitet Ihnen am meisten Spaß: vor der Kamera zu stehen oder das Synchronisieren, und warum?

Claudia Urbschat-Mingues: Für mich ist es gar keine Frage, das Synchronisieren/Synchronschauspielen ist mein Steckenpferd! Nach der Schauspielschule habe ich zuerst Theater gespielt und wollte mein schmales Gehalt mit Synchron aufbessern, habe aber bald gemerkt, dass mir freiberufliches Arbeiten mehr liegt und die Synchronschauspielerei für mich wie gemacht ist. Es macht mir jetzt immer noch genauso viel Spaß wie am Anfang!

Sumikai: Welche Unterschiede gibt es bei der Synchronisierung einer Anime-Figur und einer realen Person?

Claudia Urbschat-Mingues: Zum einen gibt es da die unterschiedlichen Lippenbewegungen und Mimiken – die unterschiedlich bedient werden müssen. Grundsätzlich ist Anime viel expressiver und auch lauter – und damit meist anstrengender, aber auch lustiger als ein Realfilm.

Sumikai: Haben Sie Synchronrollen, die Ihnen am meisten im Gedächtnis geblieben sind bzw. viel Spaß bereitet haben, und falls ja, welche?

Claudia Urbschat-Mingues: Synchron ist Teamarbeit und ein gutes Team bleibt einem immer als gute Arbeit in Erinnerung. Davon habe ich viele schöne Projekte, an die ich mich gern erinnere. Es gibt allerdings im Ergebnis zwei Lieblingsfilme auf meiner Liste, auf die ich recht stolz bin: „Durchgeknallt“, mit dem Angelina Jolie ihren Oscar bekommen hat, und „Up in the Air“ mit Vera Farmiga.

Sumikai: Existieren nach so vielen Jahren im Synchrongeschäft immer noch Dinge, die Ihnen beim Synchronisieren schwerfallen und falls ja, welche?

Claudia Urbschat-Mingues: Ich finde es immer noch schwer, glaubhaft „Ich liebe Dich“ zu sagen.

Sumikai: Als Magazin für japanische Popkultur darf diese Frage wohl auch nicht fehlen: Schauen Sie privat Anime? Gibt es vielleicht eine Trickfilmfigur, die Sie während der Kindheit/Jugend geprägt hat?

Claudia Urbschat-Mingues: Ich sehe mir privat gar nichts im Fernsehen an, weil es mich zu sehr an die Arbeit erinnert und mir deshalb gar keinen Spaß macht. Das letzte, was ich versucht habe, war Breaking Bad auf PayTV, weil alle davon gesprochen haben, aber nach ein paar Folgen habe ich kapituliert; zu anstrengend. Früher liebte ich Kimba, aber als ich vor einigen Jahren noch mal eine Folge gesehen habe, war ich verblüfft, wie wenig dort eigentlich passiert. Das meiste passierte wohl in meiner Fantasie.

Sumikai: Am 8. September läuft Dragonball Z: Resurrection ‚F‘ in den deutschen Kinos. Soweit mir bekannt ist, waren Sie bei der Premiere in Berlin dabei. Welche Eindrücke hinterließ der Film bei Ihnen?

Claudia Urbschat-Mingues: Ganz ehrlich? Ich habe während der Film lief meine kleine Tochter bis Bett gebracht und bin danach wieder zum Abspann ins Kino. Das einzige, was ich von dem Film gesehen habe, waren also meine Szenen während der Synchronisation.

Sumikai: Was ist Ihrer Meinung nach das Erfolgsrezept von Dragonball, weshalb das Werk nach so vielen Jahrzehnten noch dermaßen erfolgreich bei den Zuschauern ankommt?

Claudia Urbschat-Mingues: Es ist wunderbar bunt und unkonventionell. Ich glaube, dass alle Trends (wie z. B. gerade auch Pokémon Go) irgendwann wieder eine kleine Renaissance erleben, weil sie direkt an die Fantasiewelt der Kindheit/Jugend anknüpfen.

Sumikai: Sie schlüpfen bereits seit der deutschen Ausstrahlung der TV-Serie vor fast 15 Jahren in die Rolle von Bulma. Was verbinden Sie mit dieser Figur und war Ihnen bereits bekannt, dass sehr viele Anime-Zuschauer Ihre Stimme mit „Bulma“ identifizieren?

Claudia Urbschat-Mingues: Es kommen immer wieder Autogrammanfragen für mich als Stimme von Bulma. Die Anime-Fans sind einfach die treuesten!

Sumikai: Was gefällt Ihnen an der Figur bzw. was macht Ihnen an dieser Rolle am meisten Spaß?

Claudia Urbschat-Mingues: Bulma ist himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt innerhalb von 10 Sekunden – höchstens! Wer kann das schon von sich behaupten?

Sumikai: Es gab vor der Bekanntgabe des deutschen Casts von Dragonball Z: Resurrection ‚F‘ heftige Diskussionen, da zu Beginn andere Sprecher vorgesehen waren, allerdings auf Fanwünsche reagiert wurde. Was empfinden Sie bei derartigen Fanreaktionen, die in eine Art „Shitstorm“ gegenüber Kollegen übergehen?

Claudia Urbschat-Mingues: Ja, das habe ich teilweise mitbekommen und fand es zunächst schade, dass man den Kollegen die Rolle nicht „zutraut“. Generell finde ich es aber gut, dass es solch ein reges Interesse für die Besetzung der Synchronstimmen gibt. Und da ist es nur gerecht, dass die Fans auch die Stimmen zu hören bekommen, die sie hören wollen. Manchmal wünsche ich mir auch in Realfilmen mehr Aufmerksamkeit für unsere Branche.

Sumikai: Und zu guter Letzt: Können Sie sich vorstellen, in weiteren Dragonball-Produktionen (egal ob Film oder Serie) mitzuwirken?

Claudia Urbschat-Mingues: Natürlich! Für die Neusynchronisation der Serie konnte ich aus Zeitgründen nicht zur Verfügung stehen. Bei Filmen oder Specials bin ich aber natürlich gern immer dabei!

Sumikai bedankt sich bei Claudia Urbschat-Mingues für das Interview.

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