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Dragonball Z: Resurrection ‘F’ – Interview mit Norihiro Hayashida

Am 13. September besuchte Norihiro Hayashida die Dragonball Z: Resurrection ‘F’-Vorführung in Berlin. Am darauffolgenden Wochenende lief der Film in seiner Anwesenheit auf der Connichi. Bei dieser Gelegenheit konnten wir den Produzenten zum Interview treffen.

Sumikai: Willkommen in Deutschland, Hayashida-sensei. Sie sind inzwischen schon ein paar Tage im Land. Was haben sie sich hier bereits angesehen?

Hayashida: Bis jetzt war ich schon in Frankfurt und Berlin unterwegs. Als erstes fiel mir auf, wie sauber und gepflegt hier alles ist. In Berlin habe ich mir die üblichen Verdächtigen angesehen. Beim Berliner Dom konnte ich die Geschichte auf mich wirken lassen. Das hat mir sehr gut gefallen.

Ich wusste vorher schon, dass Deutschland das Land der Filme ist und Filme dort sehr populär sind. Dass in Frankfurt und Berlin Filmmuseen existieren, war mir ebenfalls schon bekannt. Ich habe beide besucht und mir diese in Ruhe angeschaut. In den Museen habe ich die Liebe zu den Filmen gemerkt. Deutschland, Frankreich und die USA sind alles Länder, in denen Filme geliebt werden. In diesen Ländern haben Filme eine stark verwurzelte Kultur. Als ich durch die Städte ging, sind mir die vielen Kinos dort aufgefallen.

Sumikai: Wie entstand das Storykonzept zu Dragonball Z: Resurrection ‘F’ und wie verlief die Zusammenarbeit mit Akira Toriyama?

Hayashida: Ich konzentriere mich auf die Zusammenarbeit, ansonsten würde es zu weit ausschweifen. Toriyama-sensei ist ein vielbeschäftigter Mann, sodass wir uns nicht ständig treffen konnten. Er hat Toei Animation als die Verantwortlichen für die Animationen sehr respektiert und sich deshalb eher für die Manga-Umsetzung verantwortlich gefühlt. Er hat mir und dem Team von Toei Animation also ziemlich freie Hand gelassen.

Dabei muss ich hinzufügen, Dragonball Z: Resurrection ‘F’ war das erste Mal, dass Toriyama-sensei selbst das Drehbuch zum Film verfasste. Dementsprechend war er mehr involviert, als in anderen Werken. Dies will heißen, er hat sich schon das Storyboard und die Pre-Version angeschaut und danach Wünsche geäußert. Das schlussendliche Werk entstand in der nachfolgenden Zusammenarbeit.

Sumikai: In Dragonball Z: Resurrection ‘F’ feiert Freezer sein Comeback. Warum entschied man sich dazu diesen klassischen Dragon-Ball-Antagonisten wieder ins Geschehen zu holen anstatt einen neuen Feind ins Spiel zu bringen?

Hayashida: Die ursprüngliche Idee kommt natürlich von Toriyama-sensei, deswegen kann ich nur für ihn sprechen. Es gibt eine Rockband namens Maximum the Hormone. Diese hat ein Lied herausgebracht, was sich “F” nennt. “F” ist ein Lied, das Freezer behandelt. Dies ist der Grund, warum Toriyama-sensei sich entschieden hat, Freezer wieder herauszukramen. Das soll jetzt nicht heißen, dass es gewollt war, irgendeinen alten Charakter wieder aufleben zu lassen. Es war mehr oder weniger dieses Lied, das Toriyama-sensei inspirierte.

Sumikai: Warum zog man es vor, Freezers Trainingsphase als Szenario völlig wegzulassen und in der Story direkt von seiner Erweckung zu seinem Feldzug zu springen? War das vielmehr eine Platzfrage oder hatte dies andere Gründe?

Hayashida: Eine sehr gute Frage. Das war tatsächlich ein zeitlicher Grund. In dem Film ist nicht nur Freezer derjenige, der trainiert. Sowohl Vegeta als auch Son-Goku haben im gleichen Maßen trainiert, wenn nicht sogar mehr. Der Hintergrund ist einfach der, dass man in einen 100-minütigen Film nicht zuviel reinpacken kann. Dies würde den Hauptstrang der Handlung zu sehr bremsen. Wir haben mehr Gewicht auf das Tempo gelegt und deswegen diese Szenen eben weggelassen.

Sumikai: Während Dragonball Z: Battle of Gods seinen Fokus auf witzige Interaktionen zwischen den Charakteren legte, steht bei Dragonball Z: Resurrection ‘F’ der Kampf im Vordergrund. Was gab es bei der Animation der Kampfszenen zu beachten, damit diese möglichst dynamisch wirken?

Hayashida: Das liegt daran, dass der Regisseur sehr lange Zeit Martial-Arts praktizierte, und zwar Kung-Fu nach Shaolin-Art. Auch ich habe Erfahrung darin. Dementsprechend war schon von Anfang an klar, dass wir die Choreographie der Kämpfe sehr exakt darstellen wollten. Sowohl Schläge, Tritte als auch die Abwehr, da haben wir uns sehr viel bei gedacht und wollten alles so realistisch wie möglich darstellen. Das war ein großer Teil des Konzepts.

Dragonball Z: Resurrection ‘F’ ist ein Anime und ein großer Teil ist immer noch gezeichnet. Neu gibt es inzwischen allerdings Computergrafik und 3-D-Animation. Dadurch hat man den Vorteil, dass die Kameraperspektiven sehr frei wechseln können und so sehr dynamische Bewegungen darstellbar sind. Das Zusammenspiel dieser beiden Techniken machte schlussendlich die Dynamik in den Szenen aus.

Sumikai: Dragonball Z: Resurrection ‘F’ widmet sich den Stärken sowie Schwächen von Goku und Vegeta, wartet diesbezüglich auch mit einem überraschenden Ende auf. Was meinen Sie: Inwiefern ergänzen sich die beiden völlig unterschiedlichen Charaktere (Goku und Vegeta) als Team?

Hayashida: Das ist eine sehr interessante Frage. In der Serie ist es so gewesen, dass Vegeta und Son-Goku anfangs verfeindet waren, Vegeta aber im Laufe der Zeit immer menschlichere Züge bekommen hat. Er hatte auch eine lange Phase, in der er richtig verzweifelt war, was er jetzt nun eigentlich ist. Ist er ein Seiyajin oder ist er eher ein Mensch? Letztendlich ist es dazu gekommen, dass er auf der Seite der Dragon-Ball-Z-Kämpfer, also auf Son-Gokus Seite, ist.

Auch wenn er jetzt mit Son-Goku kämpft, will er ihm trotzdem in nichts nachstehen. Dieser Aspekt war beim Film sehr wichtig für mich, um die alten Fans nicht zu enttäuschen. Diese Einstellung von Vegeta war für mich sehr bedeutsam und musste auch im neuen Werk aufrechterhalten werden. Dementsprechend sieht man auch am Ende, nachdem sie Freezer besiegt haben, dass sie sich die Hand geben. Son-Goku fragt ihn ja, ob sie in Zukunft kooperieren wollen. Gleichzeitig sind sie sich relativ schnell einig, dass das eigentlich nicht geht. Diese Basis sollte erhalten bleiben. Sie respektieren sich gegenseitig, trotzdem wird dieses Konkurrenzbewusstsein weiter da sein. Sie werden auf jeden Fall nicht kooperieren. Dieser Gedanke war mir persönlich sehr wichtig und deswegen das Ende auch genauso gewollt.

Sumikai: Was ist Ihrer Meinung nach das Erfolgsrezept von Dragonball? Weshalb das Werk nach so vielen Jahrzehnten noch dermaßen erfolgreich bei den Zuschauern ankommt?

Hayashida: Es gibt sicher verschiedene Meinung dazu, was Dragonball so einzigartig und erfolgreich macht. Meiner Meinung nach, liegt es daran, dass Dragonball in so ziemlich jeder Hinsicht universell ist. Das heißt, wenn man sich die Städte ansieht und die Natur anguckt. Die Szenen sind so gestaltet, wie jeder sie kennt. Sie sprechen keine besondere Zielgruppe an und wirken so grenzübergreifend. Jeder kann mit diesem Stadtbild etwas anfangen, jeder hat das schon einmal irgendwo gesehen.

Was Son-Goku und seine Freunde betrifft, die haben diese richtigen Kampf-Klamotten an. Aber wenn man sich zum Beispiel Bulma oder die anderen Mädels anschaut, diese haben eine Mode, die relativ zeitlos erscheint. Das ist meiner Meinung nach etwas sehr Einzigartiges, das man nicht in vielen Werken sehen kann. Viele Zeichner orientieren sich dann doch zu sehr am aktuellen Trend oder am Zeitgeist. Man merkt deswegen, aus welcher Zeit der Manga ist. Erstaunlicherweise hat man beim Lesen von Dragonball nicht das Gefühl, dass es alt ist. Es wirkt immer sehr zeitlos.

Sumikai: Zu guter Letzt – was macht Ihnen an Ihrem Job als Produzent am meisten Spaß? Existieren eventuell auch Dinge bzw. Aspekte in diesem Beruf, denen Sie kritisch gegenüberstehen?

Hayashida: Am meisten macht mir an meiner Tätigkeit Spaß, wenn das Werk fertig ist, in die Kinos geht und ich dann die Resonanz der Fans vor Augen habe. Wenn ich sehe, dass es gut ankommt, bin ich immer sehr froh, dass ich alles richtig gemacht habe.

Natürlich gibt es auch einiges, was ich stressig finde. Aber dies sind Dinge, welche in meiner Tätigkeit als Produzent unvermeidbar sind. Man muss sich diese Arbeit so vorstellen. Sie ist wie ein Ballon, bei dem überall Löcher pfeifen. Sobald es irgendwo anfängt, muss ich meinen Finger draufhalten und das Feuer löschen. Es brennt meist überall gleichzeitig und ich muss vor Ort sein und alle Probleme lösen. Das ist für mich schon sehr anstrengend. Es gibt aber auch Situationen, in denen ich als Hauptverantwortlicher auftrete, selbst wenn ich für diese im eigentlichen Sinne nichts kann. Trotzdem muss ich für alle Probleme gerade stehen.

Zeitweise bin ich dann aber so weit, dass ich denke, wenn ich mich jetzt einfach entschuldige, wird die Situation wieder harmonischer. Ich arbeite dann also als Schlichter ,um den Frieden wieder herzustellen.

Sumikai: Wir danken Ihnen, dass Sie sich Zeit für uns und unsere Fragen genommen haben und hoffen, dass Sie Deutschland in guter Erinnerung behalten.

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