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Interview Für die KSM GmbH spielt Anime eine immer wichtigere Rolle.

Für die KSM GmbH spielt Anime eine immer wichtigere Rolle.

Auf der AnimagiC 2017 kündigte KSM Anime viele Neulizenzen an. Auch wird der TV-Sender ProSieben Maxx schon bald mehrere Titel des Publisher ausstrahlen. Wir befragten Erik Stadel von der KSM GmbH zu den Neuigkeiten.

Sumikai: KSM Anime hat sich inzwischen zu einem der größten Anime-Publisher in Deutschland entwickelt. Wie wichtig ist das Anime-Geschäftsfeld inzwischen geworden bzw. in welche Richtung entwickelt sich die deutsche Anime-Szene?

Für die KSM GmbH spielt Anime eine immer wichtigere Rolle. Noch vor einem Jahr waren unsere Releases bei 50% Realfilme sowie Serien und 50% Anime. Mittlerweile liegt das Verhältnis bei ca. 60-70% Anime. Wir konnten den Markt für uns erschließen und ich denke, dass wir mit unserem Portfolio auch eine recht große Bandbreite an Vorlieben innerhalb der Community abdecken. In welche Richtung sich der Markt entwickelt, ist momentan schwer abzuschätzen. Man kann ein kleines Wachstum erkennen, aber Anime wird es wahrscheinlich eher nicht aus der Nische schaffen. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren 😉

Sumikai: Durch den Deal mit ProSieben Maxx kommen mehrere euer Anime ins deutsche Free-TV, darunter auch Hunter x Hunter. Was versprecht ihr euch von diesem Deal?

Auf jeden Fall einen größeren Bekanntheitsgrad der Serie. Bei einer Serie mit so vielen Folgen ist eine Free-TV-Ausstrahlung das Beste, was uns passieren kann und wir sind natürlich froh, dass ProSieben Maxx sich die TV-Rechte gesichert hat. Wir wollen Hunter x Hunter auf dem deutschen Markt so stark wie möglich platzieren und das werden wir mit diesem TV-Deal auch schaffen.

Sumikai: KSM Anime überrascht oft mit Titeln, die niemand auf dem Schirm hat – z. B. a Chivalry of a failed Knight oder Nagi no Asukara. Was macht gerade solche Titel für eine Lizenzierung interessant? Steigt eventuell die Nachfrage beim deutschen Publikum nach solchen „Außenseitern”?

Wir haben für uns entschieden, dass wir uns breiter aufstellen wollen und der Anime-Community eine größere Auswahlmöglichkeit bieten wollen. Gerade Shirobako hat uns gezeigt, dass ein Interesse an solchen „Ausreißern“ besteht und mit Nagi Asu gehen wir wieder in eine ähnliche Richtung. Das ist einfach ein super schöner Romance/Drama-Titel von PA Works und wir glauben, dass sich viele dafür begeistern werden.

Sumikai: Die deutschen Kinoevents werden größtenteils sehr positiv von den Zuschauern angenommen. Wie wichtig sind diese Events mittlerweile?

Diese Events sind für uns schon sehr wichtig, da der gezeigte Film immer eine besondere Aufmerksamkeit erhält. Nur leider verzeichnet Anime im Kino derzeit einen Rückgang an Besucherzahlen. Das Angebot wird zwar immer größer, doch der Besucher geht nicht mehr in jeden Film, sondern nur noch in die, die sich für ihn lohnen. Das ist aber eine relativ normale Marktentwicklung.

Die Kinoketten sind immer noch zufrieden mit den Zuschauerzahlen und wir sind es auch. Das ist die Grundlage, damit wir weiterhin einige Filme auf die große Leinwand bringen. Denn auch Anime-Filme haben es verdient, im Kino zu laufen und es wäre sehr schade, wenn das nicht mehr möglich wäre.

Sumikai: Wie stehen aktuell die Chancen, dass erfolgsversprechende Titel auch für eine etwas längere Zeitspanne im Kino zu sehen sind (z. B. limitiert auf eine Woche)?

Momentan eher bei null. Das sind aber keine Fragen, die an den Publisher gehen sollten, sondern eher an die Kinoketten selbst. Zurzeit wird Anime nur als Event-Vorstellung gezeigt, weil Anime nicht in der Form eskaliert, wie es beispielsweise Blockbuster tun. Folgevorstellungen hatten auch in der Vergangenheit weit unter 50% der Zuschauerquoten und das rentiert sich einfach nicht. Aus diesem Grund wird an der Event-Idee festgehalten, auch wenn dadurch nicht alle den Film sehen können.

Sumikai: Last but not least eine Frage, die doch recht oft von unseren Besuchern gestellt wird: Warum finden die Anime-Kinoevents nicht in der Schweiz statt?

Das hat mehrere Gründe. Erstens ist die Schweiz bekanntermaßen kein EU-Mitglied, was die Abrechnung sehr kompliziert macht. Und zweitens benötigt man für die Vorführrechte auch die italienische und französische Sprachfassung (auch wenn es nur Untertitel sind). Die Rechte an diesen Fassungen halten aber wiederum andere Publisher aus den jeweiligen Ländern. Das macht die Veröffentlichung zumindest für uns so gut wie unmöglich. Mittlerweile versuchen wir jedoch, auch Kinos in den Grenzgebieten zu finden, damit wenigstens eine kleine Chance für unsere Schweizer Fans besteht, sich den Film anschauen zu können.

Wir bedanken uns bei Erik Stadel von der KSM GmbH für das Interview.

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1 Kommentar

  1. Ein wirklich sehr gutes Interview. Gewisse Leute, die KSM ständig kritisieren, dass sie zu viele Animes lizenzieren, sollten sich das mal wirklich durchlesen. Erst neulich wieder eine Diskussion gesehen, dass es den Leuten auf die Nerven geht, dass KSM so viele Animes lizenziert und dass das alles ein Ende haben muss, also, ich weiß echt nicht, was sich diese selbsternannten Anime-Fans da zusammenreimen. Und man kann sich sicher denken, wo ich das gelesen hab, ich erwähne diese Anime-Newsseite besser nicht, bevor ich wieder ein Einlauf der Redaktion kassiere, lol.
    Ich jedenfalls finde es absolut super, dass KSM sich so etablieren konnte und mehr Animes zu uns bringt. Von Hunter X Hunter bin ich jetzt zwar nicht begeistert, aber: Nagi no asukara, da hat man wirklich eine super Wahl getroffen. Und Chivalry of a failed Knight steht auch schon lange auf meiner Watch-Liste. Klarer Fall, diese beiden Animes hol ich mir.

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