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Hotei im Interview

Nachdem wir live bei dem Konzert des Gitarristen Hotei dabei sein durften, konnten wir ihm noch ein paar Fragen stellen.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen ein paar unserer Fragen zu beantworten. Würden sie sich kurz vorstellen bitte.

Ich bin ein japanischer Gitarrist. Ich bin 187cm groß und wiege 77kg. Blutgruppe B. Ich bin nicht so jung wie Justin Bieber, aber auch nicht ganz so alt wie die Rolling Stones. Vielleicht habe ich gemeinsame Interessen mit euren Eltern.

In Japan, kommen sogar Polizisten zu mir und bitten mich um ein Autogramm, aber in Deutschland würde mich niemand im Zug erkennen. Wie auch immer, ihr kennt bestimmt meinen Song ‘Battle without Honor or Humanity’.  Schaut mal bei Youtube.

Was möchten Sie mit Ihren Songs und Ihrer Musik  ausdrücken?

Ich glaube, Musik hat die Kraft Menschen zu ermutigen. Ich wünsche mir die Menschen mit meiner Musik zu ermutigen und ihnen Kraft zu schenken.

Für Ihr neues Album “Strangers” haben Sie mit anderen Künstlern zusammen gearbeitet, wie dem deutschen Musiker Richard Z. Kruspe von Rammstein. Wie war die Zusammenarbeit mit ihnen?

Da wäre zum Beispiel Iggy Pop, der auf meiner Liste von Rock Idolen steht, zusammen mit David Bowie und den Rolling Stones. Ich träumte davon einmal Musik mit ihm zusammen zu machen. Als ich ihn zum ersten mal traf, war es auf dem Flughafen in Berlin. Wir waren auf dem selben Flug nach Tokio. Als ich ihn sah, wollte ich mich beeilen, um ihn nach einem Autogramm zu fragen. Aber stattdessen kam er zu mir und fragte mich: “Bist du der berühmte Gitarrist aus Japan?”. Als ich Ja sagte fragte er mich nach einem Autogramm für seine Frau. Glaubt ihr das?? Iggy Pop bat mich um ein Autogramm, bevor ich ihn um eins bitten konnte!??
Ich erzählte ihm die Geschichte, als wir im Studio Aufnahmen machten, er erinnerte sich und sagte: “Wow, das warst du?”. Fast schon eine schicksalhafte Begegnung.
Und mit Richard wurde ich durch unser Label zusammen gebracht, wir hatten Meetings auf Skype und teilten Ideen über das Internet – so entstand “Move it”.
Richard ist ein fantastischer und respektvoller Mann. Nicht jede Zusammenarbeit war so angenehm, wie ich bei meinem Album feststellen musste. Jeder Moment war so erinnerungswürdig und es war ein Gefühl von “schicksalhafter” Verbindung. Es war sehr aufregend.

Was war der Grundgedanke hinter dem Album?

Ich denke, ich konnte damit neue Möglichkeiten der Gitarrenmusik zeigen. Mit den starken Riffs und Rhythmen des klassischen Rocks als Grundlage, unter Verwendung abenteuerlicher Arrangements, die sich dem Sound nähern, glaube ich, es geschafft zu haben, einzigartige filmische Musik zu machen. Verschiedene Gastsänger bereichern das ganze noch, und du fühlst dich, als würdest du einem Filmsoundtrack lauschen.

Warum haben Sie Paris, Berlin und Amsterdam für Ihre Europatour ausgesucht?

Diese drei Städte sind meine Lieblingsstädte in Europa. So voll mit inspirierter Kunst in Koexistens mit Tradition. Ich war zuversichtlich, dass sie dort meine Musik verstehen. Und ja, die Resonanz war überschwenglich.

HOTEI BERLIN
Photo by Michiko Yamamoto

Wollten Sie schon als Kind Musiker werden?

Als ich mit 14 Rock’n’Roll kennenlernte, entschied ich durch die Welt zu touren. Die Gitarre ist für mich wie eine Rakete, die mich in den Weltraum bringt. Die Zeit verging, aber mit dieser Europatour fühle ich mich, als würde ich den ersten Schritt zur Erfüllung meines Traums machen. Ich bin sehr Dankbar für meine Gitarre.

Von welchen Musikern wurden Sie inspiriert?

Bei meinen ersten Begegnungen mit der Rockmusik fand ich großes Interesse an Deutschland. Besonders beeinflusste mich die “Berlin-Trilogie” von David Bowie. Ich habe in meiner Jugend sehr viel deutschen Rock gehört, inklusive Kraftwerk, Can und Neu!, progressive Musik, später dann hörte ich D.A.F. und Einstürzende Neubauten aus der New Wave Zeit, sie beeinflussten mich sehr. Akurate und tanzbare Rythmen, so genannte Hammerbeats hatten große Auswirkungen auf meine Musik. “Materials” ist sehr deutsch. Um es glaubhafter zu machen, der Text ist vom Fall der Berliner Mauer inspiriert.

Sie sind vor ein paar Jahren nach England gezogen. Wie unterscheidet sich das Leben in Europa zu dem in Japan?

Ich bin nicht zum relaxen nach London gezogen, sondern um Musikfans in der ganzen Welt zu bewegen. Die letzten drei Jahre waren eine sehr intensive und qualitative Zeit. Hauptsächlich war es eine Reise durch meine Seele, die ihren Abschluss in den Fähigkeiten “Strangers” zu machen fand. Außerdem fand ich viel Unterstützung für meine Musik, ganz ohne den Stempel “erfolgreicher Künstler aus Japan”, sondern einfach nur als “Hotei” und ich habe ein großartiges Team zum arbeiten gefunden, worüber ich sehr glücklich bin. Unnötig zu erwähnen, dass ich überaus dankbar bin so viele neue Fans zu treffen!
In Japan ist Tokio perfekt durchorganisiert, so fühle ich mich manchmal schon frustriert, aber so langsam gewöhne ich mich ans unorganisiert sein. (lach)

Was vermissen Sie am meisten?

Frauen? Ich sollte das nicht sagen— Ich bekomme Ärger mit meiner Frau und meiner Tochter. Was ich wirklich vermisse sind meine Fans. Aber dank der sozialen Medien fühle ich mich ihnen nah.

Was gefällt Ihnen an Europa/England am besten?

Jedes Land in Europa hat eine lange Geschichte und seine eigene Kultur; dadurch sind die Menschen hier sehr offen für Kunst und Musik. Ich mag es wirklich wie die Menschen hier Individualität respektieren. Ich wuchs mit Britischer Musik auf. Besonders David Bowie hatte einen großen Einfluß auf mich. In London kann ich mehr als in Japan ich selbst sein. Vielleicht war ich in meinem früheren Leben ein Brite. Ein Ritter? Oder vielleicht ein Cricket-Spieler. (lach)

HOTEI BERLIN
Photo by Michiko Yamamoto

Ihre Frau ist auch Sängerin. Ist es nicht schwierig für sie beide Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen?

Ich habe das Glück einen Menschen an meiner Seite zu haben, der meine Musik aus tiefstem Herzen versteht. Wir produzieren unterschiedliche Stile von Musik, aber wir lieben die gleichen Musikrichtungen. Sogar meine 13jährige Tochter ist stolz auf ihre Eltern (noch). (lach)
Wenn wir in der selben Band wären, würden wir nie zusammen klarkommen. Die natürliche Chemie zwischen Sängerin und Gitarrist ist sehr speziell. (lach)

Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?

Hmmnn. Rhythmus? Auch ohne eine Gitarre in der Hand habe ich immer eine in meinem Herzen. Ich kann in meinem Herzen die Gitarre spielen, zu den Rhythmen die meine Gedanken beeindrucken.

Gefühle. Menschen haben so viele Gefühle. Langsame Musik, harte Musik– Menschen haben immer Musik in ihrem Herzklopfen. Ich kann keine Noten schreiben, also nehme ich meistens meine Ideen auf meinem iPhone auf, aber wenn ich es später abspiele, frage ich mich oft was ich mir dabei eigentlich gedacht habe. (lach)

Sie haben viele Talente. Sie sind Gitarrist, Sänger, Songwriter, Komponist, Schauspieler. Gibt es etwas, dass Sie nicht können?

Ich bin auch ein großer Koch! Wenn ihr mein Steak probiert, werdet ihr mich wahrscheinlich als euren persönlichen Koch einstellen wollen! Außerdem bin ich auch noch ein Experte im Frauen glücklich machen. Da können Sie meinen lieben Hund fragen, Dobermann!! (lach)

Wie lautet Ihre Botschaft an die Welt?

Lass dich nicht durch das was du nicht kannst, von dem abhalten, das du kannst! Nur wer wagt gewinnt. Versuche jeden Tag eine neue Herausforderung.

Vielen Dank, Hotei-san.
Wir wünschen Ihnen alles Gute.

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