Interview mit Hazuki von lynch.

    Passend zu den düsteren Herbstmonaten veröffentlichte die Nagoya-Kei-Band lynch. im Oktober ihr neues Album D.A.R.K. -In the name of evil-, unter anderem auch in Deutschland (wir berichteten). Neben den dunklen und harten Sounds, die sich oftmals an Genres wie Metal und Hard Rock orientieren, liefert die Gruppe, welche im letzten Jahr ihr zehnjähriges Bandjubiläum feierte, auch wieder ein großes Maß an Melancholie und emotionalen Melodien. AnimeY hat mit Gründungsmitglied und lynch.-Sänger Hazuki über das neue Album und den einzigartigen musikalischen Stil der J-Rocker gesprochen.

    AnimeY: Ihr bewegt euch als Band bekanntlich in dem Sub-genre des Nagoya Kei, welches allein wegen seines Namens sehr interessant ist, da es eure Heimatstadt Nagoya unmittelbar mit eurem künstlerischen Stil zusammenbringt. Was ist daher das besondere an eurer Heimat Nagoya, was euch als Personen und Musiker beeinflusst und von anderen japanischen Bands unterscheidet?

    Hazuki: Ich glaube, dass wir uns bei unserer Musik nicht wirklich auf das Genre Nagoya Kei oder eine bestimmte Lokalität berufen. Das ist uns in diesen Momenten dann auch eher weniger bewusst.

    AnimeY: Ein besonderes Konzept, mit dem ihr immer wieder in Verbindung gebracht werdet, ist das Zusammenführen von harten Sounds und wunderschönen Melodien. Warum lassen sich ausgerechnet diese beiden Extreme so wunderbar kombinieren?

    Hazuki: Wir kombinieren ausschließlich die Sounds, welche uns auch gefallen. Diese spezielle Kombination entspricht dabei besonders unseren Wünschen.

    AnimeY: Auch auf eurem neu erschienenen Album D.A.R.K. -In the name of evil- bietet ihr wieder eine ganze Reihe unterschiedlicher Sounds. Gibt es eurer Meinung nach trotzdem einen Weg dieses Album mit ein paar Worten zusammenzufassen?

    Hazuki: Man kann die Begriffe »DARK« und »EVIL« schon am ehesten als Konzept unseres Albums bezeichnen.

    AnimeY: Auch die optische Aufmachung von D.A.R.K. -In the name of evil- ist in besonderer Weise ansprechend, da der brennende Flügel auf eurem CD-Cover wohl eines der Markenzeichen von emotionaler Musik ist. Seid ihr auf eurem Album vielleicht noch emotionaler geworden, und wenn ja, an welcher Stelle äußert sich das am meisten?

    Hazuki: Das bezieht sich wieder auf unser Grundkonzept, welches wir bei D.A.R.K. -In the name of evil- hatten. Dabei haben wir versucht, vor allem dunkle und stellenweise böse Sounds zu spielen.

    AnimeY: Wo wir bei dem Thema Emotionalität sind: Besonders Titel wie Eternity oder auch Melancholic sind wohl die gefühlvollsten Nummern auf eurem Album. Letzterer Titel trägt die Melancholie ja sogar im Titel. Welche Bedeutung haben diese Titel für das Album?

    Hazuki: Songs dieser Art lassen das ganze Album noch einmal besser wirken und tragen zu einer guten Substanz des Gesamtkonzepts bei.

    AnimeY: Neben der ganzen Emotionalität, gibt es aber auch noch die harte und düstere Seite von lynch., die sich neben dem Albumtitel, Titeltrack und zahlreichen weiteren Songnamen auch in eurer Musik widerspiegelt. Was fasziniert euch an dem harten Sound und dieser bösen Seite?

    Hazuki: Ich glaube, dass ein düsteres und böses Auftreten einer der wichtigsten Stilrichtungen ist, die man als Rockmusiker haben kann, um seine Songs optimal zu präsentieren.

    AnimeY: Gab es irgendwelche Besonderheiten bei dem Entstehungsprozess des Albums? Wovon habt ihr euch dieses Mal am meisten inspirieren lassen? Man bekommt nämlich das Gefühl, dass jeder Titel geplant ist und an genau dieser Stelle des Albums stehen soll, damit das Gesamtwerk funktioniert.

    Hazuki: Die Produktion des Albums hat beinahe ein Jahr gedauert, angefangen mit der Komposition der einzelnen Songs. Ich kann mich noch daran erinnern, dass wir nach einiger Zeit immer noch an den Kompositionen arbeiteten, obwohl wir schon dabei waren das Schlagzeug aufzunehmen.

    AnimeY: Auch wenn ihr jetzt schon seit über zehn Jahren als Band besteht, habt ihr musikalische Vorbilder, mit denen ihr euch vielleicht auch mal vorstellen könntet zusammen zu spielen?

    Hazuki: Das sind auf jeden Fall ziemlich viele Bands, mit denen wir gerne zusammen auftreten würden. Ich hoffe wir werden bald einmal die Chance dazu bekommen.

    AnimeY: Da euer Album D.A.R.K. -In the name of evil- dieses Mal auch international erschienen ist, unter anderem auch in Deutschland, liegt diese Frage natürlich nahe: Besteht der Wunsch nach einer internationalen Tour und Konzerten in Deutschland?

    Hazuki: Ja, das würden wir wirklich sehr gerne machen.

    AnimeY: Euer Song Beast ist außerdem der Titelsong eines Horrorfilms mit dem Namen fukushuu shitai. Seid ihr vielleicht besonders an diesem Genre interessiert? Als Magazin für Manga und Anime stellt sich uns natürlich die Frage, ob ihr auch in diesem Bereich ein paar Favoriten habt.

    Hazuki: Ich mag die U.S.-Remake Version von THE RING, die DVD habe ich sogar selbst. Was Mangas betrifft, habe ich früher Dragon Ball gelesen.

    Das AnimeY-Team bedankt sich herzlich bei lynch. für dieses Interview.

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