Interview mit Justyna Koj alias de.zibel zu ihrem Erstlingswerk »Dreizehn«

    Final Fantasy Type-0 HD
    © SQUARE ENIX CO., LTD.

    Anfang Juli 2014 erschien bei Egmont Manga das Erstlingswerk Dreizehn der deutschen Zeichnerin Justyna Koj alias de.zibel, welches die fantasievoll sowie historisch angehauchte Geschichte des jungen Fabrikarbeiters Adrian erzählt. In unserem Review dazu erfahrt ihr schon bald mehr Details. Was de.zibel AnimeY in einem Interview verrät, möchten wir euch nicht vorenthalten.

    AnimeY: Wie kamst du auf deinem Pseudonym »de.zibel«? Hat der Name irgendeine Bedeutung für dich?

    de.zibel: Nein, ich mag einfach laute Musik bei der Arbeit und habe dieses zu meinem Pseudonym gemacht.

    AnimeY:  Woher nahmst du deine Inspirationen für die Geschichte von Dreizehn?

    de.zibel:  Die Basis für alles schuf tatsächlich mein damaliger Deutschlehrer, indem er mir von bezirksverteidigenden Schornsteinfegern erzählte, der Rest ist eine Frage von Recherche und Interesse.

    AnimeY:  Wie alt sind Adrian und die anderen Charaktere?

    de.zibel:  Adrian ist 23 Jahre alt, Kian 19 und Balthazar bleibt geheim. <3

    AnimeY:  Was für einen Beruf gehen Adrian und Edgar nach?

    de.zibel: Beide arbeiten als Drucker. Adrian kann also demnach ziemlich gut zupacken. ;]

    AnimeY:  Adrians Familie scheint sehr groß zu sein. Kannst du uns die Mitglieder kurz beschreiben?

    de.zibel: Er besitzt eine Menge Geschwister, gleich vier (zwei Jungen, zwei Mädchen), die alle um einiges jünger sind als er selbst. Da alle unter einem Dach wohnen, ist es ziemlich chaotisch aber auch sehr lustig.

    AnimeY:  Hausarrest bis zum Ende des Monats – Was für Strafen musstest du als Kind/Jugendliche im Elternhaus einstecken?

    de.zibel:  Klasse, ich muss gerade ernsthaft über diese Frage lachen. Also um ehrlich zu sein, keine. Hausarrest war bei mir damals ein Fremdwort, ich hätte mich dadurch aber auch nicht wirklich bestraft gefühlt, sondern Zuhause weiter gezeichnet!

    AnimeY:  Was ist mit den zwei Reichsmark geschehen, die Adrian gefunden hat? Hat jemand das Geld verloren, oder wurde es absichtlich dort hingelegt?

    de.zibel:  Das überlasse ich ganz eurer Interpretation, wer weiß… ;D

    AnimeY:  Dreizehn spielt in Deutschland. Diente eine bestimmte Stadt als Vorbild?

    de.zibel:  Nein, keine direkte. Ich habe mich zwar an Industriestädte mit besonders alten Fabriken gehalten (war auch dafür extra in einer alten Druckerei), aber mich bewusst dagegen entschieden.

    AnimeY:  Was ist Balthazars Aufgabe als Sandmann?

    de.zibel:  Wenn ich einen zweiten Band dazu veröffentlichen darf, werde ich es genauer erklären, aber Menschen in einen Tiefschlaf zu befördern ist schon eine seiner Hauptaufgaben. :]

    AnimeY:  Warum nimmt sich Balthazar Kians an?

    de.zibel:  Das erinnert mich gerade daran, dass ich diese Szene in einer Kurzgeschichte online veröffentlichen wollte, deshalb lass ich diese Frage erst einmal offen.

    AnimeY:  Was für Kreaturen gibt es sonst noch in der Zwischenwelt?

    de.zibel:  Noch einiges, aber lasst euch überraschen! 😀

    AnimeY:  Dreizehn spielt hoch oben auf den Dächern. Wie schwindelfrei bist du selbst?

    de.zibel:  Mir macht Höhe nichts aus, Fliegen oder Achterbahnen fahren tu ich sehr gern! Nur leider bleibt dieses meistens aus, da fast alle in meinem Bekanntenkreis Angst davor haben und allein fahren ist doof…

    AnimeY:  Glücksbringer können schon einmal die Form eines Schornsteinfegers haben. War da also etwas Ironie dahinter, einen verfluchten Schornsteinfeger zu zeichnen?

    de.zibel:  Nein und um ehrlich zu sein, tat mir der arme beim Zeichnen auch ganz schön leid! Der hat echt ständig eins auf die Nase bekommen, mehr als ursprünglich geplant …

    AnimeY:  Was wollte Kian vom Waldgeist stehlen und warum?

    de.zibel:  Auch hier verlege ich die Erklärung auf eine mögliche Fortsetzung. :]

    AnimeY:  Wie ist Kian vom Wald in die Stadt gekommen?

    de.zibel: Das hat etwas mit seinem damaligen Wohnort zutun. In den Wald kam er einfach durch das Grundstück, welches an dem Haus grenzte, zurück, dann wieder zur Familie und dann die Flucht in die Stadt.

    AnimeY:  Warum wollte der Waldgeist gerade Adrians Stimme?

    de.zibel:  Adrian ist in seinem Beruf sehr auf diese angewiesen, also nicht nur um sich im Team zu verständigen, sondern auch, um mit seinen Auftraggebern zu kommunizieren. Da Adrian Hauptverdiener in seiner Familie ist, ist sie also unentbehrlich für ihn. Alles in einem bedeutet seine Stimme für ihn also sein »Leben/Existenz« und dieses hat der Waldgeist als Tausch für Kians Leben genommen.

    AnimeY:  Wenn Kian sich normalerweise von Menschen fernhält, wie verdient er dann Geld, kauft Essen, etc.?

    de.zibel:  Kian klaut es sich durch offen gelassene Fenster oder bekommt was von Balthazar, so einfach ist das. ;D

    AnimeY:  Würdest du gerne weitere Geschichten aus dem Dreizehn-Universum zeichnen?

    de.zibel:  Nein, nur noch eine Fortsetzung zu den beiden, dann wäre alles zu Dreizehn abgeschlossen.

    AnimeY:  Wie entsteht eine Manga-Seite bei dir, und welche Utensilien verwendest du dabei?

    de.zibel:  Meine Seiten habe ich im Vorfeld alle schon skizziert (auf Druckerpapier), damit ich besser festlegen kann, wie viel Platz mir für bestimmte Szenen bleibt. Als nächstes line ich die Panels der jeweiligen Seite mit einem Multiliner (0,5) und beginne mit wesentlich dünneren Linern (0,1/0,05) die Charaktere, Backgrounds, Schraffuren zu linen. Zu guter Letzt wird alles vorsichtig ausradiert, auf 1200 dpi (s/w) eingescannt und in Photoshop gerastert.

    AnimeY:  Aufgrund der vielen Nachtszenen gibt es sehr viel Schwarzflächen. Was für einen Mehraufwand hat das für dich bedeutet?

    de.zibel:  Ich musste bei vielen Effekten umdenken und dieses hat mich sehr viel Zeit gekostet. Am aufwändigsten waren allerdings die Schraffuren, da ich alles von Hand schraffiert habe. Aber sowas gehört meiner Meinung nach nun mal dazu, es hat mir jedenfalls unglaublich viel Spaß gemacht. :]

    AnimeY:  Hast du schon Ideen für neue Manga-Projekte?

    de.zibel:  Ja, eine, bei der ich eine Story aus meinem Fundus benutze, die meine aller ersten Charaktere beinhaltet. Ich schwank allerdings auch noch, ob es nicht doch noch eine Fortsetzung zu Dreizehn werden soll. Mal sehen, auf beide hätte ich unglaublich viel Lust!

    AnimeY:  Wie bist du zu EMA gekommen, und könntest du dir vorstellen, noch einmal etwas beim Verlag zu veröffentlichen?

    de.zibel:  Die Bewerbung bei EMA war wirklich sehr spontan und als ich angenommen wurde, war ich echt sprachlos! Durch Dreizehn bin ich sehr auf den Geschmack gekommen und habe vieles gelernt, was ich in Zukunft nun anwenden und verbessern möchte, also ein ganz klares ja. :]

    AnimeY:  Bist du in diesem Jahr, außer der AnimagiC, noch auf anderen Conventions anzutreffen?

    de.zibel:  Solche Entscheidungen treffe ich meistens sehr kurzfristig, vor allem weil ich zeitlich immer so eingebunden bin, dass es sich mit meinen anderen Terminen überschneidet. Aber ich habe vor aktiver zu werden und auch hin und wieder etwas zu verkaufen.

    Wir bedanken uns bei Justyna Koj alias de.zibel für das Interview.

    Dreizehn © 2014 de.zibel / Egmont Verlagsgesellschaften mbH

    Gina
    ich bin eine ziemlich durchgeknallt aber ruhige Manga-Leserin der 30+ Generation :3

    3 Kommentare

    1. Also ich finde die Interviews ja ganz nett, aber die Fragen sind teilweise echt ein bisschen langweilig und irgendwie unnötig oder schlecht gestellt.

      • Ist Ansichtssache, aber es geht hier um „Dreizehn“, wie der Titel schon verrät, demzufolge sollte man in seinen Fragen auch auf das Werk eingehen und sich damit auseinandersetzen, um Einblicke in den Kopf der Zeichnerin zu bekommen.

    2. Ich fand die Fragen ziemlich interessant owo und man konnte auch viel erfahren 🙂
      Und ich würde mich total auf eine Fortsetzung freuen *-*

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