Interview mit Miya von MUCC

    1997 gründete sich die Gruppe MUCC in der Präfektur Ibaraki. Was anfangs als Visual-Kei-Projekt startete, wurde mit der Zeit schlichter, mittlerweile spielen die Musiker zunehmend seriösen Nu Metal, der nicht nur in ihrem Heimatland Gehör findet, und es so in diesem Jahr im Rahmen der Tour F#CK THE PAST F#CK THE FUTURE auch auf die Bühnen europäischer Städte, unter anderem Essen und Berlin, schaffte. Ein weiterer Erfolg in 2015 war die Veröffentlichung des Albums T.R.E.N.D.Y. -Paradise from 1997-, nicht zuletzt auch in Deutschland (wir berichteten). AnimeY hat mit MUCC-Gitarrist Miya in einem Interview über die Motivationen der Band gesprochen.

    AnimeY: Im Rahmen eurer letzten Europatour habt ihr in diesem Jahr auch einige Konzerte in Deutschland gespielt. Was hat dich während dieses Aufenthalts am meisten fasziniert?

    Miya: Die Kaninchen im Hinterhof unserer Austragungsorte in Deutschland. Während unserer Show in Berlin durften wir außerdem einen Heiratsantrag auf der Bühne miterleben. Aber auch die Tatsache, dass wir insgesamt drei Konzerte in Deutschland spielen durften.

    AnimeY: Gibt es einen Unterschied zwischen dem europäischen und japanischen Publikum?

    Miya: Unsere europäischen Fans sind sehr laut und können darüber hinaus auch gut tanzen.

    AnimeY: Im Titel eures neuen Mini-Albums spielt ihr auf 1997, das Gründungsjahr der Band an. Ist das Album also in gewisser Weise ein Rückblick auf eure bisherige Karriere?

    Miya: Auf jeden Fall! Für den Titel haben wir uns zu Ehren der Fortführung unserer Band entschieden, die ja wie bereits erwähnt seit 1997 besteht.

    AnimeY: In diesem Zusammenhang ist vielleicht auch euer Song Tonight interessant, der nach dem eigentlichen Ende noch so etwas wie einen Bonustitel enthält, der ebenfalls die Jahre 1997 und 1979 thematisiert. Was hat es damit auf sich?

    Miya: 1979 ist unser Geburtsjahr und im Jahr 1997 haben wir MUCC gegründet. Es geht in dem Song also um dieses Intervall von insgesamt 18 Jahren, welches dazwischen liegt.

    AnimeY: Mit der Zeit habt ihr euer anfängliches Image als Visual-Kei-Band abgelegt. Wie kam es zu dem Wandel? Welchen Dingen seid ihr vielleicht auch treu geblieben?

    Miya: Das liegt daran, dass wir alle auch nur Menschen sind. So wie sich unsere Gefühle oder Hobbies mit der Zeit verändert haben, so ändert sich natürlich auch unser Sound.

    AnimeY: T.R.E.N.D.Y. verbindet nun einmal mehr verschiedene Genres des Rock, hat aber vor allem einen starken Nu Metal Einfluss. Wer oder was hat euch dabei besonders inspiriert?

    Miya: Besonders inspiriert wurden wir dabei von der wirklich großartigen Musik, die wir in den 90er Jahren hörten.

    AnimeY: Mit Titeln wie Rainbow zeigt ihr, dass ihr auch besonders gefühlvolle Rocksongs machen könnt. Wie wichtig ist euch dieses Zusammenspiel aus musikalischer Härte und Zärtlichkeit?

    Miya: Das kommt ganz auf unsere Laune an. Manchmal wollen wir Party machen, aber von Zeit zu Zeit auch einfach nur entspannen. Dieser Mix kommt also ganz natürlich zustande.

    AnimeY: Wie würdest du darüber hinaus euren Stil beschreiben? Man findet beim Hören eurer Musik ja schon einen ziemlich variierenden Stil.

    Miya: T.R.E.N.D.Y. bezeichnet die Dinge, von denen wir zur Zeit des Entstehungsprozesses dachten, dass sie »trendy« sind. Das Album beinhaltet solche Sounds, die uns zu diesem Zeitpunkt inspirierten. Natürlich könnt ihr auch jetzt noch hören, dass diese Art von Musik cool klingt.

    AnimeY: Welche Botschaften wollt ihr mit eurer Musik hauptsächlich vermitteln? Was sind in dem Zusammenhang eure Kernaussagen, die ihr mit T.R.E.N.D.Y. machen wollt?

    Miya: Ich denke, dass wir mit diesem Album den Leuten sagen wollen, dass sie leben sollen.

    AnimeY: Ihr seid bekannt dafür, auch durchaus gesellschaftskritische Titel zu produzieren. Gibt es diese Titel auch auf T.R.E.N.D.Y. ?

    Miya: Das wäre wohl der Titel Hater. Wie ihr vielleicht wisst, hat Japan eine einzigartige Kultur, daher gibt es dort viele Dinge, die wir lieben aber auch Vieles, was uns nicht so gefällt.

    AnimeY: Wie war das Feedback eurer heimischen Fans, nachdem ihr mit Songs wie Akasen auch die gegenwärtige Gesellschaft eurer eigenen Heimat, insbesondere Tokyos kritisiert habt?

    Miya: Zu diesem Song gab es von unseren Fans wirklich sehr unterschiedliches Feedback. Wir haben aber versucht, jede einzelne Meinung zu respektieren und uns zu Herzen zu nehmen.

    AnimeY: Welche Wünsche hast du noch für eure weitere Karriere? Wo würdet ihr gerne noch einmal Auftreten oder mit welchen Künstlern zusammenarbeiten?

    Miya: Da kann ich mich nicht entscheiden, das wären zu viele Wünsche. Aber bald werden wir zusammen mit Aki von der Gruppe SID spielen.

    AnimeY: Auch im Bereich Anime-Theme-Songs seid ihr kein unbeschriebenes Blatt mehr. Was sind deine Lieblings-Animes?

    Miya: Ich persönlich mag den Anime Saint Seiya (Knights of the Zodiac).

    Das AnimeY-Team bedankt sich herzlich bei MUCC für dieses Interview.

    © 2015 Sony Music Associated Records

    For international readers we have uploaded an english version of the interview part.