Interview mit Nashi zu »Sometimes she's the Light«

    Atelier Shallie
    © KOEI TECMO
    © 2014 Nashi

    Mit Sometimes she’s the Light schickt Nashi ihren alten Manga Shounen Me-Gane in neuem Glanz ins Rennen. Mitte Juli starteten die Bestellungen. Momentan gibt es zwar einen Order-Stop, damit die Künstlerin nicht komplett in Verpackungsmaterial versinkt, doch Sorgen müssen sich diejenigen unter euch nicht machen, welche noch gerne ein Exemplar ergattern möchten. In der Zwischenzeit könnt ihr euch die Wartezeit auf die nächste Bestell- beziehungsweise Kaufmöglichkeit mit diesem Interview verkürzen, in dem uns Nashi von Sometimes she’s the Light erzählt.

    AnimeY: Sometimes she’s the Light ist eine Neuauflage von Shounen Me-Gane. Warum hast du dich dazu entschieden, alles neu zu zeichnen?

    Nashi: Ich habe mit der älteren Version  von Shounen Me-Gane bereits in meiner Schulzeit angefangen. Hier habe ich meine ersten Erfahrungen gesammelt, wie man einen Manga zeichnet, diesen drucken lässt und dann auf Messen verkauft. Das war alles natürlich noch nicht so ausgereift.

    Für eine neue Veröffentlichung in Deutschland und international habe ich mich dann dazu entschlossen, alles neu zu zeichnen.

    AnimeY: Warum hast du den Titel geändert?

    Nashi: Ich wollte einen Titel, der auch international funktioniert und der mein Gefühl von der Geschichte ausdrückt.

    AnimeY: Welche Unterschiede gibt es zwischen der alten und neuen Version?

    Nashi: Nicht nur die Story habe ich geändert, sondern auch die Charakterdesigns, Namen und Ortsbezeichnungen. Ich wollte zudem  den Fokus des Schauplatzes mehr nach Schwerin verlagern. Kapitel 1 bis 4 habe ich komplett neu gezeichnet. Mein persönliches Highlight ist, dass wir alle meine Farbseiten am Anfang des Buches, aber auch im Inhalt, in Farbe drucken lassen konnten.

    AnimeY: Was hat dich zur Handlung inspiriert?

    Nashi: Als ich noch zur Schule ging, gab es da einen Jungen, der genauso aussieht wie Erik mit der Brille und auch ein ähnliches Verhalten hatte. Ich fand ihn sehr lustig. Doch eines Tages kam er mal ohne Brille zur Schule und sah ganz verändert aus. Sogar seine Ausstrahlung wirkte erwachsener. Ich weiß noch, dass wir alle sehr verblüfft waren. Da dachte ich mir, dass ich daraus unbedingt einen Manga machen muss XD

    AnimeY: Wie sind die Charaktere entstanden?

    Nashi: Bei den Charakteren lasse ich gerne Eigenschaften von meinen Freunden und Bekannten mit einfließen. Manchmal übertreibe ich diese Eigenschaften auch gerne, da entstehen dann solche Charaktere wie Ines, die ich unheimlich gerne zeichne. Oft lasse ich auch meine eigenen Vorstellungen von der Welt in meine Figuren mit einfließen.

    AnimeY: Juni, Juli(e), August – Hast du ein Faible für Monatsnamen?

    Nashi: Ich wollte Namen verwenden, die irgendwie »Deutsch klingen«, aber auch was Besonderes sind. Ich finde auch, dass der Name »Juni« unheimlich süß klingt.

    AnimeY: Strudel vs. Ines: Wer von den beiden Mädels ist die Stärkere?

    Nashi: Das ist ganz klar Ines. Strudel ist zwar sehr stark und schnell, aber Ines gerät nicht so leicht in Rage und wäre bestimmt im Vorteil. Auch weil sie mehr ihren Kopf benutzt XD

    AnimeY: Mit welchem Charakter kannst du dich am meisten identifizieren?

    Nashi: Das ist wahrscheinlich Juni. Ich habe ihr einige meiner Charaktereigenschaften gegeben.

    AnimeY: Wie bist du auf den Namen »Enceladoss« gekommen?

    Nashi: Ich hatte lange darüber nachgedacht und wollte einen Namen finden, der geheimnisvoll, aber auch mächtig klingt. Dann bin ich irgendwie im Duden auf den Namen gestoßen und fand ihn auf Anhieb passend. Als ich dann noch erfuhr, dass einer der Saturn-Monde so heißt, fand ich das sehr cool.

    AnimeY: Durch welche Fähigkeiten zeichnet sich diese Rasse aus?

    Nashi: Die Enceladoss wurden als menschliche Kampfmaschinen erschaffen. Ihre Fähigkeiten sind unterschiedlich ausgeprägt. Manche sind wahnsinnig stark, einige besitzen große Geschwindigkeit, und ganz selten gibt es auch welche mit Psychokinese-Kräften und die sehr intelligent sind.

    AnimeY: Warum spielt die Story in Schwerin und im Jahr 2031?

    Nashi: In Schwerin bin ich lange zur Schule gegangen, und ich habe die Stadt von Anfang an sehr gemocht. Die Architektur dort, vor allem vom Schloss und vom Dom, sind wirklich sehr schön. Ich zeichne sehr gerne Dinge, die mich im Alltag umgeben, und so kam mir dann die Idee, meine Geschichte dorthin zu verlegen. Vorher spielte es in einer fiktiven Stadt.

    Ich finde auch, dass Schwerin sehr viele romantische und auch mystische Züge hat – alles, was gut zu meinem Manga passt ^___^

    AnimeY: Warum wurde Junis alte Schule geschlossen? Spielt ihre Vergangenheit eine Rolle für die Handlung?

    Nashi: Ja, Junis Vergangenheit spielt eine große Rolle für die gesamte Geschichte, und auch ihre ehemalige Schule hat etwas damit zu tun. Ich möchte zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzu viel verraten.

    AnimeY: Wie lang soll Sometimes she’s the Light werden?

    Nashi: Es wird mehrere Bände umfassen und eine längere Geschichte werden. Wie viele Bände es genau werden, kann ich im Moment noch nicht abschätzen.

    AnimeY: Was hat es mit den »AMIKECO STUDIOS« auf sich, die als Logo auf dem Cover prangern?

    Nashi: Amikeco ist der Name, unter dem ich Sometimes she’s the Light veröffentliche und später auch andere Projekte verwirklichen möchte.

    AnimeY: Am 10. Juli startete die Vorbestellphase. Am 12. Juli wurde sie von dir unterbrochen. Wie viele Bestellungen waren bis dahin schon eingegangen, und wann können wieder Bestellungen getätigt werden?

    Nashi: Die ersten 100 Mangas mit kleiner  Zeichnung und Signatur waren schnell weg. Viele haben sich auch für das Fan-Paket entschieden. Im Moment kann ich noch keinen genauen Termin nennen, wann ich wieder Bestellungen aufnehme, aber vielleicht biete ich es noch einmal mit Signatur und kleiner Zeichnung an.

    AnimeY: Wird es Sometimes she’s the Light auch auf Conventions zu kaufen geben?

    Nashi: Ja, das wird es auf jeden Fall. Die nächsten Conventions, die ich besuche, sind die AniMaCo und die Leipziger Buchmesse und, wenn ich einen Platz bekomme, auch die Connichi im September dieses Jahr.

    AnimeY: Gibt es schon einen ungefähren Zeitraum, in dem du gerne den zweiten Band veröffentlichen willst?

    Nashi: Wenn nichts dazwischen kommt, dann wird Band 2 im nächsten Jahr erscheinen.

    AnimeY: Wie entsteht eine typische Manga-Seite bei dir? Auf welche Utensilien greifst du dabei zurück?

    Nashi: An meinen Mangaseiten arbeite ich komplett traditionell.  Für meine Vorzeichnungen benutze ich entweder einen Bleistift oder blaue Druckbleistiftmienen. Danach tusche ich alles mit Deleter Tusche und japanischen Zeichenfedern (G-Pen und Maru-Pen). Und zum Schluss klebe ich noch ganz viel Rasterfolie ein.

    AnimeY: Was ist dir bei deinen Zeichnungen wichtig?

    Nashi: Es ist mir sehr wichtig, dass die Gefühle meiner Figuren glaubhaft oder emotional rüberkommen. Am liebsten zeichne ich fröhliche und lebensfrohe Bilder. Aber auch Dynamik ist mir sehr wichtig.

    AnimeY: In Sometimes she’s the Light gibt es sehr viele Farbseiten. Was für einen Mehraufwand bedeutet das für dich?

    Nashi: Die Farbbilder sind für mich eine angenehme Abwechslung zu den sonst schwarz/weiß-gehaltenen Mangaseiten.  Der Arbeitsaufwand ist hier recht unterschiedlich. Für sehr aufwendige Farbbilder benötige ich meist ein bis zwei Tage, und bei einfachen schaffe ich manchmal sogar zwei am Tag.

    AnimeY: Shounen Me-Gane ist 2008 erschienen. Wenn du die deutsche Manga-Zeichner-Szene von damals mit der heutigen vergleichst, was fällt dir auf?

    Nashi: Ich habe das Gefühl, dass es mittlerweile sehr viele Zeichner gibt, und die jungen Zeichner sind wirklich sehr ehrgeizig und versuchen, ihre Träume zu verwirklichen. Ich finde das toll.

    Was mir auch aufgefallen ist, dass der Anspruch an die Qualität der Zeichnungen stark gestiegen ist.

    AnimeY: Hast du schon Ideen für Projekte, die du nach Sometimes she’s the Light angehen möchtest?

    Nashi: Die habe ich tatsächlich. Einige von euch haben bestimmt schon mal etwas von »Learn Manga« gehört, wofür ich auch schon einige Tutorials erstellt habe. Wir arbeiten im Moment schon an einem größeren Projekt, von dem ihr sicher bald etwas hören werdet.

    Alle, die gerne das Mangazeichnen lernen möchten, können gerne mal auf unserer Learn Manga Seite vorbeischauen.

    Das AnimeY-Team bedankt sich herzlich bei Nashi für dieses Interview.

    fallenshadow
    Passionierte Liebhaberin der deutschen Manga-Zeichner-Szene, Manga über Anime Stellerin, es darf auch mal ein amerikanischer Comic sein, Avocado Makis sind lecker, liebt Regentage, zu faul Haare schneiden zu lassen, Mathe ist easy, Tofu ist mein Fleisch