Interview mit Salamandra und HolzEsserin zum OFTW-Universum und „VERnarrt“

    Interview mit Salamandra und HolzEsserin zum OFTW-Universum und »VERnarrt«

    One for the Way ist ein Boys-Love-Manga der deutschen Zeichnerinnen HolzEsserin und Salamandra, dessen Welt zur DoKomi dieses Wochenende um den Romance-Titel Petrichor erweitert wird (wir berichteten). In einem Interview erzählen uns die beiden Frauen ein paar Details zum neuen Werk und ob dies das Ende von OFTW bedeutet. Ebenfalls zur Sprache kommt ihre Arbeit an der Anthologie VERnarrt, die bereits zwei Bände zu verzeichnen hat. Ein paar private Informationen haben wir auch für euch ergattert.

    AnimeY: Wie habt ihr euch kennengelernt?

    HolzEsserin: Wir haben uns über Animexx kennengelernt. Salamandra war mir aufgefallen, weil sie ihre Verlagsbewerbungen im Dojinshibereich veröffentlicht hatte, was ich sehr mutig von ihr fand. So ist sie auch zu VERnarrt gekommen, und innerhalb des ersten VERnarrt-Jahres haben wir uns dann angenähert! ;D

    Salamandra: Und jetzt kriegt mich Anna nicht mehr los! lol

    Szene aus »Petrichor«

    AnimeY: Zur DoKomi 2014 erscheint euer Gemeinschaftsprojekt Petrichor – Der Geruch des Regens. Ein sehr melancholischer Titel. Trifft das auch auf die Handlung zu?

    HolzEsserin: Eindeutig!

    Salamandra: Ja, ich glaube, wir haben da auch ein kleines Faible dafür XD

    AnimeY: Darf es bei der privaten Lektüre auch schon einmal ein trauriges Ende geben, oder seid ihr eher Freunde des Happy Ends?

    Salamandra: Solange die Geschichte an sich rund ist, habe ich nichts gegen ein trauriges Ende 😀 Ich habe mal gelernt, dass das Wichtigste an einer Geschichte immer das Ende ist, weil es das ist, was dem Leser als Letztes in Erinnerung bleibt. Außerdem kann ein Happy End manchmal genau so gut fehl am Platz sein XD

    HolzEsserin: Ich sehe das genauso wie Sala. Es muss einfach zur Stimmung und den Charakteren passen. Ich mag es, sowohl mit den Charakteren zu lachen als zu trauern. Happy Endings und Sad Endings können beide unschlüssig wirken, wenn sie aus heiterem Himmel zu kommen scheinen. Es sei denn, es geht in der Geschichte um die Unberechenbarkeit des Lebens.

    AnimeY: Mögt ihr Regentage oder deprimiert euch das eher?

    Salamandra: Solange kein Gewitter dabei ist, mag ich Regentage lol Nichts gegen Gewitter an sich, ich sitze gern am Fenster und schaue den Blitzen zu, ich habe nur das Problem, dass Gewitter gerne mal meine Internetverbindung kappen, daher lieber frischer Regen im Garten und auf der Straße als Blitz und Donner 😀

    HolzEsserin: Regentage haben den Vorteil, dass man dann nicht so oft hört, man solle doch mal vor die Tür gehen! XD Sonst ziehe ich Sonnentage Regentagen vor. Dann bin ich nicht so müde. Aber Regennächte sind toll!

     

    Rei aus »Petrichor«

    AnimeY: Mit was für Eckdaten kommt Petrichor daher? Ist der Manga abgeschlossen?

    HolzEsserin & Salamandra: Petrichor ist eine Shojo/Romance-Geschichte mit 32 Seiten. Kosten wird der Band (welcher übrigens auf Munken-Papier gedruckt ist) 6,-€

    Eine Leseprobe gibt es auf Animexx.

    Petrichor selbst ist abgeschlossen, das Universum, in welchem Petrichor auch nur ein Teil ist, ist aber etwas größer, und man darf auf mehr Episoden daraus gespannt sein ;D

     AnimeY: Der männliche Hauptcharakter Rei kann Klavier spielen. Wie sieht es mit eurer musikalischen Begabung aus?

    Salamandra: Obwohl meine Familie sehr musikalisch ist und wir einige Instrumente haben, kann ich selbst keins. Meinen Zitherunterricht habe ich abgebrochen, und seitdem verstaubt sie auf meinem Schrank. Meine Katzen finden die Zithertasche aber toll als Bett |D

    HolzEsserin: In der Grundschule habe ich noch die Blockflöte gerockt! Tatsächlich habe ich auch mal ein Jahr lang Klavier geübt, aber davon ist kaum etwas hängen geblieben, was ich für die Story verwenden konnte. :/

    Krista aus »Petrichor«

    AnimeY: Rei scheint offensichtlich mehr für Krista zu empfinden, während sie ihn nur als Freund sieht. Um es mit dem Wort eines eurer Leser zu formulieren: Wurdet ihr auch schon einmal »friendzoned« oder habt das im Bekanntenkreis beobachtet?

    Salamandra: Zum Glück noch nicht XD

    HolzEsserin: Ich selber wurde noch nicht »gefriendzoned«, aber meinen jetzigen Freund hatte ich eine Zeit lang in eine verfrachtet….. :‘DDD
    Letzten Endes hat er es aber doch hinausgeschafft, haha! ;D

     AnimeY: Krista und Rei sind bereits in eurem Boys-Love-Manga One for the Way als Nebencharaktere aufgetaucht. Soll das OFTW-Universum noch weiter ausgebaut werden?

    HolzEsserin: Das ist der Plan! *Verschwörerisch zu Salamandra schau*

    Salamandra: *Verschwörerisch zurückschau* Ja, es ist auf jeden Fall mehr geplant, und wir sitzen auch ganz fleißig daran. Man darf noch gespannt sein! ;D

    AnimeY: Wie kam es dazu, dass ihr euch bei OFTW dazu entschieden habt, keine Texte oder Dialoge einzufügen?

    Salamandra: Das war mehr eine spontane Idee. Mein Storyplot hatte allgemein wenige Dialoge, und Anna meinte, sie versucht es, auch so umzusetzen. Während des Rasterns (und eigentlich Textens XD) dachte ich mir, dass es auch komplett ohne funktionieren würde und fragte Anna, was sie davon hält 😀

    HolzEsserin: Und mir hat es gefallen!

    Lars aus OFTW

     AnimeY: Könnt ihr unseren Lesern kurz die Protagonisten von OFTW beschreiben?

    HolzEsserin: Lars ist Seelenverwandter der »Grumpy Cat«! Er ist sehr sarkastisch, gegenüber einer gewissen Person äußerst cholerisch, mit einem Hang zum Dramatischen und ziemlich nüchtern. Allerdings auch besonders einfühlsam.
    Tom ist ein Familienmensch, Optimist und geht gerne auf Menschen zu. Leider macht er seeehr schlechte Witze, und in Lars‘ Augen ist er ein nerviger Schwätzer. XD

    AnimeY: Wenn ihr zusammen an einem Manga arbeitet, wer übernimmt dann was?

    HolzEsserin: Ideen für die Geschichte entweder Sala oder wir beide. Die Dialoge schreibt Salamandra. Am Storyboard und an den Zeichnungen arbeite ich und an den Rastern Sala. An vielen Stellen fließt das aber ineinander, das heißt, Sala kann Einfluss auf die Zeichnungen nehmen und ich auch auf die Story. ;D So streng sind wir da nicht.

    AnimeY: Was sind die Vor- und Nachteile so einer Zusammenarbeit?

    Salamandra: Ganz klar die Arbeitsteilung! XD Und dass der jeweils andere immer als Stütze da ist. Ein Nachteil ist wohl irgendwo auch, dass man sich immer absprechen muss und nicht einfach für sich dahin arbeiten kann?

    HolzEsserin: Ich finde es besonders gut, dass man während der Arbeit quasi vom anderen betreut wird und man so schneller auf Fehler aufmerksam gemacht werden kann. Es ist gut, wenn jemand dabei ist, der das Ganze objektiver überblicken kann und Schwächen ausbessert.

    Petrichor, Seite 9

    Salamandra: Die groben Ideen entwickeln wir meist gemeinsam. Entweder wir haben eine Grundidee, zu der wir gerne was machen würden, oder wir sammeln Begriffe, und daraus forme ich dann was. Jeder wirft eigentlich Brocken rein lol Die Brocken versuche ich dann, im Storyplot zu ordnen und in einer ordentlichen Geschichte zusammenzufassen. Wenn Anna mir dann ihre gescannten Seiten schickt, rastere ich sie mit den Angaben, die wir vorher (mehr od weniger genau) ausgemacht haben und setze die Texte.

    HolzEsserin: Zu meiner Arbeit: Wenn Sala mir den Text schickt, entwickele ich das Storyboard, das außer mir kaum jemand lesen kann XD Ich verteile die Dialoge auf die Seiten und denke mir ein passendes Paneling aus. Dann skizziere ich erst mit Blau, dann mit Bleistift meine Seiten vor, tusche mit Feder die Seiten und sperre mich mit meinem geheimen Assistenten in meinem Zimmer ein, bis dann die fertig gescannten Seiten bei Sala im Postfach eintrudeln! ;D

     AnimeY: In welchen Genres zeichnet ihr gerne und gibt es Genres, an denen ihr euch noch ausprobieren wollt?

    Salamandra: Ich glaube, mein Steckenpferd ist Slice of Life, Shonen-ai und Shojo. Gegen das Ausprobieren habe ich generell nichts, aber ich glaube, bei Horror würde ich mich sehr schwertun XD

    HolzEsserin: Bei mir ist es ähnlich. Vorrangig Slice of Life, ein bisschen Romance und Comedy. Fantasy würde mich reizen, weil es in visueller Hinsicht sehr spannend sein kann. Ich würde gerne noch mal was »Extremes« ausprobieren, wie…Horror… XD Ach komm Sala, das schaffen wir auch noch!

    Salamandra: Okay, ich setze es auf die Liste XD

    AnimeY: Könntet ihr uns und unseren Lesern einmal auflisten, was von euch bisher, ob Einzelarbeiten oder Gemeinschaftsprojekte, erschienen ist?

    »VERnarrt« Band 2

    Holzesserin & Salamandra:

    In Vernarrt 1: LBM 2013

    Verbraucht – HolzEsserin (Zeichner) & Unschuldslamm (Schreiber)

    Verschwitzt – HolzEsserin

    Verkannt – Salamandra

    In Vernarrt 2: LBM 2014

    Verwildert – HolzEsserin

    versez moi – anotheryou (Zeichnerin) Salamandra (Schreiber)

    In It’s Shonen Time: LBM 2014

    RoSchamBo – HolzEsserin (Raster Salamandra)

    Strick Hero – Salamandra

    Baito Oh! DEAI (Erscheint DoKomi 2014)

    Träume die Verbinden – HolzEsserin (Raster Salamandra)

    Der Weg ist das Ziel – Salamandra

    Gemeinschaftsprojekte:

    One fort he Way, Connichi 2013

    Petrichor, DoKomi 2014

    Salamandra:

    Zwei Fremde (2 Bände) März 2013

    Till the End, LBM 2014

    AnimeY: Welche der Titel können noch auf Messen oder via Online-Bestellung erworben werden?

    Holzesserin & Salamandra: Mit Ausnahme von Vernarrt 1 und One for the Way alle. Diese beiden sind bereits ausverkauft 😀 (It’s Shonen Time haben wir nachdrucken lassen.)

    AnimeY: Auf welchen Veranstaltungen trifft man euch dieses Jahr noch an?

    HolzEsserin & Salamandra: Am kommenden Wochenende auf der DoKomi, ansonsten ist bisher nur die Connichi fest eingeplant 😀

    Illustration zu OFTW

    AnimeY: Ihr stemmt zusammen die VERnarrt-Anthologie. Warum habt ihr euch entschieden, diese zu machen?

    HolzEsserin: Aus der Einsicht, das von nichts nichts kommt. Wir wollten einen Platz schaffen, an dem Zeichner und Autoren, die ihre Leidenschaft zum Beruf machen wollen, gemeinsam an ihren Geschichten arbeiten können, um ihren Träumen näherzukommen. ;D Klingt etwas kitschig, aber es ist das, was uns verbindet. Jeder soll die Chance haben, das Genre umzusetzen, was er mag, und nicht das, was gerade »in« ist. Und mit dem Deadline-Stress umzugehen übt man gleich mit! Haha!

    AnimeY: Wie darf man sich die Arbeit an dem Projekt vorstellen? Was verlangt es einem ab, eine Anthologie auf die Beine zu stellen?

    HolzEsserin: Natürlich erst mal das gewisse Know-how. Während des ersten Bandes war alles noch ein ziemliches Gewusel, doch Sala hat uns da ordentlich auf die Beine geholfen! 😀

    Salamandra: Haha genau. Ich war am Anfang nur als normale Zeichnerin eingeladen worden, habe dann aber die Organisation übernommen. Dafür musste ich mich aber selbst erst mal schlaumachen und bin sehr viele Leute abgerannt, die mit Druck bereits Erfahrung haben, und habe sie Löcher in den Bauch gefragt, worauf ich alles achten muss XD Bei Band 1 mussten wir das alles selbst erst noch lernen, aber inzwischen sind wir viel routinierter 😀 Ich versuche immer, mit den neuen Zeichnern & Schreibern stückweise zu arbeiten, damit sich keiner überfordert fühlt und wir wirklich auf jeden gut eingehen können. Das hat sich auch bewährt, und es läuft sehr gut ;D Neben dem Arbeiten an den Beiträgen haben Anna und ich natürlich auch viel Hintergrundarbeit zu leisten. Sei es das Layout, die Texte oder sonstige organisatorische Sachen. Ich glaube, am wenigsten freut es uns immer, den Einleitungs- und Schlusssatz zu schreiben. Da sitzen wir immer ewig da XDDDDD

    AnimeY: Die Anthologie It’s Shonen Time wurde auch von euch ins Leben gerufen. Wie kam es dazu?

    HolzEsserin: Nach der DoKomi 2013 kamen wir mit einigen Freunden auf den Weblogeintrag »Shonen Manga in 6 Schritten« von Nana Yaa Kyere zu sprechen. Zu dieser Zeit hatte sie mit High Angle gestartet, und wir waren begeistert von diesem Projekt und dem Gedanken, aus irrsinnigen Ideen Shonen-Geschichten zu machen. Es dauerte noch ein paar Monate, bis wir uns entschlossen hatten, dies wirklich auszuprobieren und unsere Geschichten Nana zu widmen. ;D

    Projekt für »VERnarrt« Band 3

    AnimeY: Wird es einen zweiten Band zu It’s Shonen Time geben, und wann soll der dritte Band von VERnarrt erscheinen?

    Salamandra: Da It’s Shonen Time als »Tribut« für Nana gedacht war, wird es keinen zweiten Band geben. Es war daher schon schwierig zu entscheiden, ob wir es überhaupt nachdrucken lassen. Allerdings planen wir eine weitere, Genre-bezogene Anthologie, die 2015 erscheinen soll. Vernarrt 3 wird wie gewohnt zur LBM erscheinen, also 2015 wieder 😀

     AnimeY: Wie geht ihr mit der wachsenden Konkurrenz im Anthologie-Bereich um?

    Salamandra: Ich sehe die anderen Anthologien eigentlich nicht als Konkurrenz. Immerhin haben wir alle dasselbe Ziel, daher sehe ich uns alle eigentlich eher als Wegbegleiter XD Außerdem sind wir teils auch in Kontakt mit den Leuten von den anderen Anthologien (und/oder haben bei anderen Anthologien mitgewirkt) und tauschen uns aus. Daher ist das eher ein Miteinander als Gegeneinander 😀

    HolzEsserin: Bakuman-like! 😀 Auch sprechen viele Anthologien unterschiedliche Zielgruppen an. Somit findet auch kein richtiger Kampf um die Leserschaft statt, oder?

    AnimeY: Wenn man die Veröffentlichung einer Anthologie mit der eines eigenen Mangas vergleicht, was sind die Unterschiede beziehungsweise Vor- und Nachteile?

    Salamandra: Der Vorteil beim Veröffentlichen eines eigenen Mangas ist auf jeden Fall, dass man sich nach niemandem orientieren muss. Man kann alles frei entscheiden und sich seine Zeit selbst zu 100% einteilen. Der Nachteil ist aber, man steht auch »alleine« da. Bei einer Anthologie hast du immer die Gruppe, die dir hilft und dir unter die Arme greift. Ich will nicht sagen, dass man bei einer alleinigen Veröffentlichung keine Hilfe hat (das stimmt nicht!), aber du läufst auch Gefahr, dich zu verrennen, weil du keinen Orientierungspunkt hast. Bist du gut in der Zeit? Schaffst du es noch? Habe ich ja nichts vergessen? In der Gruppe werden die Aufgaben besser verteilt, und man kann sich besser auf einzelne Dinge konzentrieren. Dafür kann es aber eventuell (!) auch sein, dass ein Thema vorgegeben ist, das einem nicht so liegt.

    HolzEsserin: Gut gesprochen! Vielleicht hat man in einer Anthologie auch eher eine Chance, entdeckt zu werden wegen des Domino-Effekts? Vielleicht kauft jemand die Anthologie mit der Intention »ich will unbedingt die Geschichte von A lesen« und entdeckt beim Durchblättern noch weitere Künstler?

    AnimeY: Wenn jemand Interesse hat, bei eurer Anthologie einen Beitrag zu zeichnen, was muss der- oder diejenige tun?

    Salamandra: Sich bei uns melden! 😀

    Am besten man liest sich auf unserer HP etwas ein:  wichtig ist uns hauptsächlich, dass wir ein paar Probeseiten (Mangaseiten! Keine Illustrationen) zu sehen bekommen und derjenige bei Vernarrt nicht das erste Mal einen Manga zeichnen will^^;

    HolzEsserin: Traut euch gerne! 😀

    AnimeY: Bleibt bei so vielen Projekten noch Zeit für Freizeit und Hobbys?

    Postkarte mit Rei und Krista

    Salamandra: …nein. Also ja, doch. Aber das hängt wohl ganz davon ab, wie wichtig einem die Projekte sind. Beziehungsweise sind sie – oder eher gesagt das Zeichnen – ja mein Hobby. Von daher nutze ich meine Freizeit schon für mein Hobby ;D

    Aber es stimmt schon. Ich habe meinen Freunden sehr oft abgesagt, weil ich lieber am Schreibtisch gesessen bin und gezeichnet habe, anstatt mit ihnen zu grillen. Inzwischen fragen sie mich nicht mehr. Man muss Prioritäten setzen und sich den Konsequenzen bewusst sein und darf sich danach nicht wundern, wenn man irgendwann alleine dasitzt^^;

    HolzEsserin: Wenig. Wenn man sich so intensiv auf sein Hobby konzentriert, bleibt oft wenig Zeit für einen ruhigen Nachmittag auf dem Sofa oder mit Freunden. Das mag für manche sicher armselig klingen, aber wenn man etwas so gerne tut und wenn man sich dafür entschieden hat, so mit seinem Hobby umzugehen, ist das einfach ein Umstand, den man auf sich nimmt. Zeit für was anderes hat man eher »spontan«. Und dann haben die anderen oft keine Zeit.

    AnimeY: Welche Tipps könnt ihr angehenden Zeichnern mit auf den Weg geben?

    Salamandra: Werdet ein Daruma! Lol

    Oder wie es ein japanisches Sprichwort sagt: »Siebenmal hinfallen, achtmal wieder aufstehen.« So blöd es sich anhört, aber wenn ihr das Zeichnen wirklich liebt, dann gebt nicht auf! Egal wie oft ihr hinfallt. Steht wieder auf. Klar, es gibt Momente, da möchte man einfach alles in die Ecke schmeißen. Jeder hat solche Momente. Aber nur der, der dann in die Ecke geht und seine Sachen wieder zusammen räumt und sich wieder an den Schreibtisch setzt, um weiterzumachen, nur der wird auch irgendwann sein Ziel erreichen. Denn: Einen Traum haben heißt nicht zu warten, bis er sich erfüllt, sondern dafür zu kämpfen ;D

    HolzEsserin: Überlegt genau, wie weit ihr mit eurem Hobby gehen wollt, ob ihr eher der gelegentliche Zeichner seid, oder ob ihr einen großen Teil eurer Zeit eurem Hobby widmen wollt. Und wenn ihr es tut, versucht, allem Negativen von außen zu trotzen und nicht aufzugeben. Sucht nach Menschen in eurem Leben, die euch so akzeptieren können, wie ihr seid, und die nicht glauben, ihr würdet mutwillig zu Hause bleiben! Lernt euch kennen, damit ihr einschätzen könnt, wie diszipliniert ihr seid und wann ihr eine Pause braucht. Bleibt optimistisch aber nicht perfektionistisch, mit der Zeit lassen sich auch diese doofen Hände zeichnen. ;D Und wenn’s mal gar nicht läuft, einfach einen tollen Manga lesen oder Anime gucken, und dann merkt ihr, warum ihr noch mal so viel Spaß an diesen Medien habt.

    Wir bedanken uns herzlich für das Interview! 😀

    Das AnimeY-Team bedankt sich herzlich bei Salamandra und HolzEsserin für dieses Interview.

    Illustrationen © Salamandra, Holzesserin

    fallenshadow
    Passionierte Liebhaberin der deutschen Manga-Zeichner-Szene, Manga über Anime Stellerin, es darf auch mal ein amerikanischer Comic sein, Avocado Makis sind lecker, liebt Regentage, zu faul Haare schneiden zu lassen, Mathe ist easy, Tofu ist mein Fleisch