• Interviews
  • Die Japanische Küche
Werbung
Interview Interview mit Yamato Yamamoto und Takaya Kagami

Interview mit Yamato Yamamoto und Takaya Kagami

Auf der AnimagiC 2016 hatten wir die Ehre, die Schöpfer des Seraph of the End-Manga interviewen zu dürfen. Mangaka Yamato Yamamoto und Autor Takaya Kagami gingen dabei intensiv auf unsere Fragen ein. Was dabei herauskam, lest selbst!

Sumikai: Willkommen in Deutschland. Sind Sie zum ersten Mal hier? Was kommt Ihnen zuerst in den Sinn, wenn Sie Deutschland hören?

Yamamoto: Ich bin zum ersten Mal in Deutschland und in Europa überhaupt und mag das deutsche Bier.

Kagami: Ich bin von Autos fasziniert und fotografiere diese auch gerne. Folglich kommen mir als erstes deutsche Autos in den Sinn.

Sumikai: Wie entstand das Storykonzept zu Seraph of the End und was inspirierte Sie dazu?

Kagami: Ich hatte schon vor über zehn Jahren den Wunsch, eine Vampirgeschichte zu schreiben. Vor gut 16 Jahren habe ich den Vorschlag zu Seraph of the End schon einmal eingereicht, dieser wurde damals aber nicht angenommen. Zu der Zeit gab es zwei Vorschläge von mir. Neben der Vampirgeschichte reichte ich auch The Legend of the Legendary Heroes (Densetsu no Yuusha no Densetsu) ein. Letzteres war das erste Werk, das angenommen wurde. Diese Geschichte läuft bis heute noch weiter, sogar als Anime-Adaption.

In Seraph of the End sind auch andere Elemente außer Vampire eingeflossen, Jujutsu, die japanische Kampfkunst, zum Beispiel. Der Manga ist eine komprimierte Version, in der meine ganze Inspiration und all meine Interessen enthalten sind. Von daher bin ich sehr froh, dass er so erfolgreich ist.

Außerdem habe ich lange für einen anderen Verlag gearbeitet. Seraph of the End war mein erstes Projekt beim neuen Verlag, von daher herrschte ein großer Druck, dass das Werk erfolgreich ist. Hinzu kommt, dass wir beide schon erfahrene und erfolgreiche Leute in unseren Berufen sind. So durften wir uns nicht erlauben, nicht erfolgreich zu sein. Ich war also sehr aufgeregt und verunsichert.

Yamamoto-san: Ich interessiere mich sehr für Vampirgeschichten. Daher habe ich diese gerne übernommen. Trotz des Erfolgsdrucks war ich zuversichtlich, dass Seraph of the End beliebt bei den Lesern sein wird, da ich Kagami-sans Fähigkeiten vertraute.

Sumikai: Owari no Seraph: Ichinose Guren, 16-sai no Catastrophe erzählt die Vorgeschichte zum Manga mit Ichinose als Protagonist, während die Manga-Hauptgeschichte die Hyakuya-Brüder in den Fokus rückt. Woher nahmen Sie die Ideen für diese drei Figuren und deren jeweilige Hintergrundgeschichte?

Kagami: Ich habe mir sehr viel Zeit fürs erste Kapitel mit Yuu und Michaelas Geschichte genommen. Es war ein sehr sehr langwieriger Prozess, bis die Charaktere ihre jetzige Position erreichten. Am ersten Kapitel saß ich über ein Jahr, bis feststand, welche Rollen Guren und Michaela einnehmen. Teilweise wurden die Rollen im Entstehungsprozess auch von ihrer anfänglichen Position geändert. Insgesamt 15 Mal überarbeitete ich alleine das erste Kapitel der Geschichte. In dieser Zeit haben sich die Charaktere langsam gefestigt. Danach entwickelten sie sich wie von selbst weiter. Insgesamt war es ein schwieriger Prozess, weil ich mich parallel auch mit dem Roman beschäftigt habe.

Sumikai: Seraph of the End besitzt mittlerweile zwei Light Novels und einen Manga. Haben Sie bereits spezielle Vorstellungen, wie groß das Projekt vom Umfang her künftig noch werden soll?

Kagami: Neben den zwei Light Novel und dem Manga existiert ja bereits der Anime und eine Musical-Version.

Im Manga selbst befindet sich die Geschichte jetzt bei einem Wendepunkt und etwa in der Mitte des Geschehens. Zur Zeit enthalten die aktuellen Kapitel in den Magazinen eine Reihe von Enthüllungen und Entdeckungen. Es gibt noch viele Dinge, die erzählt werden müssen. Von daher kann man davon ausgehen, dass es noch gut doppelt so viel Bände wie bisher geben wird.

Sumikai: Auf welche Weise waren Sie an der Produktion des Anime beteiligt? Waren Sie in den Meetings für den Handlungsverlauf eingebunden?

Kagami: Am Anfang wurde ich mehrmals eingeladen und führte erste richtungsweisende Gespräche mit dem Produktionsteam, wie sich die Handlung entwickeln sollte. Es wurde schon zu Beginn festgelegt, dass der Anime nach der Manga-Vorlage gehen soll. Daher war ich gezwungen, mehrere Kapitel im Voraus zu schreiben. So entwickelte ich teilweise zehn Folgen auf einmal, um für die Zeit vorzusorgen, wenn der Anime den Manga einholt und sogar weiter in der Handlung ist.

Der Anime basiert insgesamt auf meinen Drehbüchern. Meine Vorlage wird dann einerseits in ein Anime-Drehbuch und andererseits in ein Manga-Drehbuch adaptiert. Im Anime ist der Anime-Regisseur schließlich für die endgültige Umsetzung zuständig. Beim Manga arbeiten Yamamoto-san und ich zusammen. Es war aber interessant zu beobachten, wie sich das Drehbuch auf beiden Seiten entwickelte. Das empfinde ich deshalb so, weil beim Manga direkter Kontakt besteht, während es beim Anime immer überraschend ist, wie das Endergebnis aussieht. Besonders interessant fand ich dies gegen Ende, als Anime und Manga parallel erzählten.

Sumikai: Sind Sie völlig zufrieden mit dem Ergebnis des Anime oder gibt es etwaige Punkte, die Ihnen an der Umsetzung nicht gefallen haben?

Kagami: Es ist ein sehr kompetentes und engagiertes Team für die Anime-Umsetzung zuständig. Von daher bin ich in vielen Aspekten sehr zufrieden. Wir arbeiten hart am Manga und gleichzeitig arbeitet das Anime-Team hart am Anime, um das Beste herauszuholen.  Diese Kollision zwischen beidem ist sehr aufregend. Es existieren verschiedene Denkweisen. Trotzdem hat das Anime-Team eine professionelle Arbeit geleistet.

Den Manga und Anime parallel zu entwickeln, war reizend. Man hat sich gegenseitig motiviert. Es war, denke ich, inspirierend für beide Seiten. Insgesamt kommt es auch selten vor, dass der Anime so eng am Manga verläuft.

Es gab zum Beispiel Schwierigkeiten im Anime, manche Dinge wie im Manga zu erzählen, da man zeitlich begrenzt ist. So werden Sachen gekürzt oder gestaucht. Das Animeteam musste sich viele Gedanken zur Umsetzung machen. Manches ist gut direkt umsetzbar, anderes ändert man lieber im Anime ab, damit es besser wirkt. Aber insgesamt bin ich dankbar, dass der Anime sich sehr ans Original hält.

Sumikai: Zu guter Letzt – was macht Ihnen an Ihrem Job als Zeichner bzw. Autor Spaß? Existieren eventuell auch Dinge bzw. aktuelle Entwicklungen in den beiden Berufsbereichen, denen Sie kritisch gegenüberstehen?

Kagami: Wir haben zwei ganz voneinander getrennte Aufgaben. Das ist eine Besonderheit, da es selten so sauber getrennt ist, wie in unserem Fall. Wir sprechen uns eigentlich gar nicht ab. Ich konzentriere mich allein auf die Story.

Wenn ich an einer neuen Story arbeite, darf ich natürlich nicht alles, was ich möchte schreiben. Daher schreibe ich weiterhin für den einen Moment, in dem ich für dem Leser eine gute Story schreiben konnte. Manchmal bedarf dies sehr viel Geduld, manchmal passiert es sofort. Das motiviert mich, wenn ich merke: “Wow, ich kann gute Storys schreiben.”

Yamamoto: Ich freue mich jedes Mal auf das neue Drehbuch und denke darüber nach, wie ich es zeichnerisch umsetze.

Kagami: Das wusste ich bisher noch gar nicht. Es freut mich natürlich sehr.

Sumikai bedankt sich bei Yamato Yamamoto und Takaya Kagami für das Interview.

Werbung

Neuste Artikel

Universität Kyoto und Yellow Hat erstellen Verkehrssicherheitsvideo für Katzen

Obwohl Japan letztes Jahr ein neues Rekordtief an Verkehrsunfällen verzeichnete, kommt es nach wie vor zu Tausenden Unfällen. Passanten sollten deswegen nicht unvorsichtig im...

Kirschblüten-Saison früher als sonst in Japan erwartet

Die japanische Weather Association erwartet in diesem Jahr, das aufgrund des warmen Wetters die beliebte Soemi-Yoshino-Sorte früher als normalerweise in Japan erblühen wird.Laut der Weather...

Bezaubernde Shiba Inu-Gläser sind der Renner in Japan

Der Shiba Inu gilt seit Generationen als eine der beliebtesten Hunderassen bei Haustieren in Japan. Auch die sozialen Medien haben sich diesem Trend mittlerweile...

Erdbeben der Stärke 5,8 trifft Hokkaido

Die Insel Hokkaido wurde gestern von einem Erdbeben der Stärke 5,8 erschüttert. Das Beben ereignete sich am Donnerstagabend um 21:22 Uhr Ortszeit in einer...

Vielleicht auch interessant

Girlish Number – erster Cast des TV Anime vorgestellt

Kadokawa stellt den Main Cast der TV Anime Adaption von Wataru Wataris Light Nocel Girlish Number auf dem Dengeki Bunko Haru no Saiten 2016...

Wattam – Für verschiedene Plattformen geplant

Das kommende Spiel Wattam, das von Funomena produziert wird, ist jetzt auch für verschiedene Plattformen geplant.Keita Takahashi entwickelte 2004 die Spielereihe Katamari. Derzeit arbeitet...

Japanisch Lernen! – Genki

Genki - An Integrated Course in Elementary Japanese ist eine Lernbuchreihe der Japan Times und speziell für Anfänger zum Japanisch lernen konzipiert. Welche Vor- und...

MISIA steuert Titelsong zu “Eien no 0” bei

Es gab bereits 2013 einen Kinofilm dazu, nun wird im Februar 2015 ein dreiteiliges Drama-Spezial namens "Eien no 0" im japanischen TV anlaufen. Den...

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück

Werbung