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Tokyopop: Im Girls- und Boys-Love-Bereich sehen wir ein großes Interesse

Tokyopop begeistert seit Jahren deutsche Leser mit einem Manga-Programm, das insbesondere Shojo- und Boys-Love-Fans erfreut. Wir stellten dem Verlag ein paar Fragen, u. a. zu seinem aktuellen Programm.

Sumikai: Mit u. a. Devil Rock, Netsuzou Trap oder Zum Glück bei dir starten bei euch mehrere interessante Titel in den kommenden Monaten. Welche Neulizenz ist denn für euch das absolute Highlight und warum?

Tokyopop: Wir sind von allen unseren Titeln begeistert und möchten ein ganz vielfältiges Programm anbieten, da fällt es natürlich schwer, sich auf einen Titel festzulegen. Im Shojo-Bereich haben wir ganz unterschiedliche Geschichten, damit auch für jeden Leser etwas Passendes dabei ist – von zärtlich-romantisch bis mysteriös-fantasievoll. Über „Netsuzou Trap – NTR“ freuen wir uns natürlich besonders, da der Titel nach dem Erfolg von „Citrus“ ein echtes Girls-Love-Highlight darstellt und wir inzwischen in diesem Segment gut nachgelegt haben. Nach wie vor sehen wir im Girls- und im Boys-Love-Bereich ein großes Interesse bei unseren Lesern und möchten natürlich auch diesem Trend folgen. Wir wollen aber unsere Wurzeln im Shojo-Bereich nicht verlieren und legen hier auch jeden Monat nach.

Sumikai: Wie kam es zu der Entscheidung, einen Manga zu Bibi Blocksberg kreieren zu wollen? Könnt ihr dazu bereits weitere Details verraten – z. B. wer diesen zeichnen wird?

BiBi Blocksberg goes to Japan!Tokyopop: Die Idee, einen Bibi Blocksberg-Manga zu machen, gab es schon länger. Bibis bunte und lustige Hexenwelt lädt ja förmlich dazu ein, in die Manga-Welt einzutauchen. Bibi Blocksberg ist bei ihren Fans wirklich eine Art Kultfigur und erfreut sich unendlicher Beliebtheit. In dem Bibi-Universum gibt es so viele spannende Dinge zu entdecken, wieso nicht auch einen Manga dazu herausbringen, dachten wir uns? Mit dem Team aus Olivia Vieweg und Hirara Natsume haben wir ein tolles Doppel gefunden, die für uns Bibi Blocksberg im Manga zum Leben erwecken. Olivia ist bereits seit einigen Jahren im Kinder- und Jugendbuchmarkt unterwegs und kennt sich daher bestens aus. Zudem ist sie großer Bibi Blocksberg-Fan – auch nicht ganz unwichtig bei diesem Projekt. Hirara ist eine professionelle japanische Mangaka und hat in Japan bereits einige erfolgreiche Werke im Shojo-Bereich veröffentlicht. Klingt für uns nach einer perfekten Kombination.

Die Frage, worum es in Band 1 gehen wird, können wir vorab schon beantworten: Bibi reist zum ersten Mal nach Japan und lernt dort viele neue Dinge kennen. Und auch ihre neue Freundin Miyu spielt eine ganz besondere Rolle, immerhin ist Japan ein aufregendes Land voller spannender Abenteuer und Magie, und davon soll es auch in dem ersten Band nicht zu wenig geben.

Sumikai: eBooks gehören ebenfalls zu eurem Programm. Wie entwickelt sich dieser Markt in Deutschland? Kann man inzwischen einen Aufwärtstrend zu erkennen?

Tokyopop: Es lässt sich eindeutig ein Positiv-Trend erkennen. Aus diesem Grund setzen wir verstärkt auf eBooks. Aktuell haben wir knapp 1000 eBooks online – insbesondere der Bereich Shojo ist hier sehr stark, gefolgt von Boys Love. Wir haben extra eine eigene Unit gegründet, die sich nur um den Bereich der eBooks kümmert und fortlaufend neue Bücher einstellt.

Sumikai: Wie stehen die Chancen, dass auch Tokyopop Simulpub-Titel nach Deutschland holt, ähnlich wie es Egmont Manga aktuell mit Detektiv Conan macht?

Tokyopop: Das Thema Simulpub-Titel finden wir natürlich auch sehr interessant und wir beschäftigen uns auch schon aktuell mit den Möglichkeiten der Umsetzung. Allerdings können wir dazu noch nichts verraten, werden es aber machen, wenn der passende Zeitpunkt gekommen ist.

Sumikai: Der Wunsch nach zeitgleichen Manga-Publikationen wird bereits seit Jahren diskutiert. War eurerseits das Bestreben nach Simulpubs in den vergangenen Jahren vorhanden? Immerhin könnte es dem illegalen Beziehen von Manga entgegenwirken. Falls ja, welche Faktoren erschwerten euch die Umsetzung?

Tokyopop: Wenn man in diese Publikationsform einsteigt, müssen unter anderem die technischen Voraussetzungen stimmen, um eine reibungslose und leserfreundliche Nutzung zu garantieren. Zusätzlich muss trotz knapper Zeit eine möglichst authentische und qualitativ hochwertige Übersetzung gewährleistet werden. Dazu muss eine angemessene Zeit in die Entwicklung und das Finden von optimalen Prozessen investiert werden. Hier arbeiten wir aktuell ebenfalls schon an einer Lösung im Hintergrund.

Sumikai: Wie entwickelt sich eurer Meinung nach der deutsche Manga-Markt? Wird die Leserschaft eher älter oder gibt es mittlerweile eine ausgewogene Leserschaft zwischen jung und alt? Und welche Genre laufen hierzulande gut, welche haben es wiederum schwer?

Tokyopop: Der Manga-Markt ist seit einiger Zeit recht stabil. Dennoch erkennen wir einen leichten Aufwärtstrend. Der Markt hat sich über die letzten Jahre auch sehr verändert: Heute gibt es viel mehr Anbieter, als noch vor einigen Jahren und dadurch auch mehr Auswahl an Titeln, was natürlich gut ist und zeigt, wie beliebt Manga in Deutschland sind. Grundsätzlich sind die Leser noch relativ jung, was aber natürlich auch mit dem Angebot an Titeln zusammenhängt. Wir bieten auch viele Titel für ein älteres Publikum an, um zu zeigen, wie vielfältig das Angebot von Manga ist und das für jeden etwas Passendes dabei ist. Nach wie vor ist der Shojo-Bereich natürlich unangefochten unsere Nummer eins, aber wie auch im eBook-Bereich ist Boys Love ein wachsendes Segment mit viel Potential.

Sumikai: Zu guter Letzt: Wie schauen allgemein betrachtet eure Pläne für das Jahr 2019 aus? Plant Tokyopop z. B. im kommenden Jahr neue deutsche Eigenproduktionen in seinem Programm aufzunehmen?

Tokyopop: Eine spannende Frage! Wir haben einige Highlights für 2019 geplant und darunter auch Eigenproduktionen – wie Bibi Blocksberg. Aber auch unsere Zarbo-Zwillinge werden 2019 die heiß ersehnten Abschlussbände von „Kamo“ und „Undead Messiah“ veröffentlichen und so ordentlich Schwung in den Markt bringen. Wir freuen uns schon darauf!

Sumikai bedankt sich bei Tokyopop für das Interview.

© Tokyopop
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