• Japan entdecken
Home Japan entdecken Abseits der Touristenpfade: Mie
Anzeige

Abseits der Touristenpfade: Mie

Die Präfektur Mie ist an und für sich schon nicht unbedingt das typische Ziel für internationale Touristen. Nichtsdestotrotz hat Mie einiges zu bieten – mehr als nur den Schrein in Ise.

Wen es nach Mie verschlägt, der bewegt sich generell schon eher abseits der für Ausländer üblichen Touristenrouten. Zwar ist zumindest der Ise-Schrein ein recht beliebtes Ziel, doch darüber hinaus ist die Präfektur den meisten eher fremd. Tatsächlich hat Mie aber neben der Geburtsstätte des Shinto noch einiges mehr zu bieten.

Iga

Zumindest eingeschweißten Ninja-Fans müsste dieser Name ein Begriff sein, denn in der Vergangenheit galt Iga als Zentrum des ninjutsu, und ist unter anderem die Heimat des berühmten Hattori Hanzo. Heute ist Iga vermutlich das bekannteste Ninja-Dorf in Japan und hat seine Geschichte zur größten Einnahmequelle gemacht. Diverse Museen sind dem Thema Ninja gewidmet und an jeder Ecke kann man die maskierten Männchen sehen – ob als Bild, Figur oder als Mensch. Ihr habt richtig gehört – als Mensch. Denn in Iga ist es unter anderem möglich, sich für den Tag Ninja-Kostüme auszuleihen und damit herumzulaufen, sowohl Kinder als auch Erwachsene.

ninja-iga-japan
Ninja Show beim Iga-ryū Ninja Museum / © Mie Info

Die Museen vor Ort sind definitiv empfehlenswert, auch für all diejenigen, die für sowas normalerweise überhaupt nichts übrig haben. Warum? Sie sind interaktiv! Im Iga-ryu Ninja Museum (伊賀流忍者博物館) gibt es zum Beispiel Führungen durch Räume, die wie in alten Ninja-Herrenhäusern angelegt sind. Die verschiedenen Verstecke, Drehtüren und Fluchtwege darf man dabei zum Teil sogar selbst ausprobieren. Und die Führer sind natürlich als Ninjas verkleidet!
Noch dazu gibt es eine sehr unterhaltsame Ninja-Show, die etwa alle zwei Stunden stattfindet. Die kann man auch problemlos ohne Japanischkenntnisse verstehen.

iga-ueno-castle
Das Schloss von Iga / © japan-guide.com

Die Stadt hat aber noch mehr zu bieten als nur Ninja. Die Schlossanlage von Iga beispielsweise ist ebenfalls toll anzusehen und bietet einen Ausblick auf die ganze Stadt. Vor allem im Frühling und Herbst ist es hier besonders schön.

Außerdem ist die Stadt der Geburtsort des bekannten haiku-Dichters Matsuo Basho. Literaturinteressierte können hier sowohl ein Museum über ihn und seine Werke als auch sein Geburtshaus besichtigen.

Ein besonders verrücktes Fest, das man in Iga erleben kann, ist das Tenjin-Matsuri (天神祭). Wie auf vielen japanischen Festen gibt es eine Parade mit sogenannten dashi, geschmückten Festwägen die von den Leuten durch die Straßen gezogen werden. Das absolute Highlight ist allerdings die Oni-Parade, bei der als Dämonen verkleidete Leute durch die Straßen laufen und zum Teil die Zuschauer am Straßenrand erschrecken. Eine Anwohnerin erklärte uns, dass es eine besondere Tradition ist, kleine Kinder den Oni „auszusetzen“, damit diese sie vom Bösen reinigen. Tatsächlich kann man überall entlang der Parade weinende Kinder sehen und hören – und lachende Eltern.

Seki-juku

sekijuku
Seki bei Nacht zum Gion Natsu Matsuri / ©sumikai/Runeko

Das eher beschauliche Dorf ist die 47ste der 53 Stationen der alten Tōkaidō-Straße zwischen Kyoto und dem damaligen Edo. Das Besondere ist, dass sie als einzige der Stationen bis heute als jenes historisches Herbergenviertel erhalten geblieben ist. Aus diesem Grund liegt dem Dorf sehr viel daran, den traditionellen Look aufrecht zu erhalten. Die Hauptstraße durch das Dorf ist deshalb frei von jeglichen Modernitäten wie Häusern im modernen Stil oder Strommasten. Auch Dinge wie Müllcontainer, Satellitenschüsseln oder Klimaanlagen, die meist an den Außenseiten der Häuser angebracht sind, befinden sich entweder hinter den Häusern oder sind unauffällig verkleidet. Wer sich also ein Bild davon machen möchte, wie die alte Tōkaidō-Straße ausgesehen haben mag, ist hier am besten aufgehoben!

Eine besondere Attraktion des Dorfes ist das jährliche Gion Natsu Matsuri (祇園夏祭り), ein typisch japanisches Sommerfest. Zu dieser Zeit legen die Dorfbewohner noch einen drauf und lassen auch die letzten modernen Überbleibsel für das öffentliche Auge verschwinden. Alle Autos werden in die Garagen gefahren und für das gesamte Wochenende herrscht Fahrverbot auf der Hauptstraße. Abgesehen von den riesigen Festwägen natürlich, die teilweise nur auf wenige Zentimeter durch die Straße passen.

seki-walk
Gebirgspfad / © sumikai/Runeko

Außerdem liegt das Dorf am Fuße eines Berges, der von einem sich windenden Gebirgspfad durchzogen ist. Entlang dieses Pfades wurden vor langer Zeit diverse Buddha-Statuen in den nackten Fels gehauen. Sie sind meist mit Moos überwachsen, was für eine sehr antike und verlassene Atmosphäre sorgt. Noch dazu kann man dort auch auf den Felsen klettern und hat eine tolle Aussicht, weshalb man sich diese Wanderung „abseits der Pfade“ nicht entgehen lassen sollte!

 

Matsusaka

Raiko-ji
Raiko-ji Tempel in Matsusaka / © japan-guide.com

Auf den ersten Blick nicht direkt ein Ort, der touristisch viel zu bieten hat. Matsusaka ist eher landwirtschaftlich geprägt und lohnt sich maximal für diejenigen, die einfach nur einen ruhigen Tag mit einem angenehmen Spaziergang verbringen wollen. Doch wer lange genug in den ländlichen Gegenden Japans verbracht hat, weiß, dass man die tollsten Schätze an den unscheinbarsten Orten findet. Matsusaka beherbergt einige wunderschöne Tempelanlagen und Schreine, vor allem aber die Schlossruinen sind einen Besuch wert. Die Anlage ist sogar unter Japans Top 100 besten Stadtparks zu finden. Auch für alle haikyo-Interessierten ist die Stadt nicht zu verachten, da es dort einige verlassene Gebäude gibt, die ganz problemlos zu erreichen sind.

Was an Matsusaka allerdings wirklich interessant ist, ist das Essen – genau genommen das Matsusaka-Rind. Innerhalb Japans gehört es zu den berühmtesten wagyū-Sorten und gilt zusammen mit dem Kobe-Rind und dem Yanezawa-Rind zu den Sandai Wagyū, oder auch „three big beefs“, den drei Top-Marken wenn es um wagyū geht.
Wer trotz der teuren Preise das Matsusaka-Rind unbedingt mal vor Ort ausprobieren will, kann dies zum Beispiel im Wadakin oder im Kameya tun. Beide Restaurants befinden sich in direkter Nähe zum Bahnhof.

Tsubaki Taisha

tubakioyashiro_04_report-720x405
Tsubaki Ōkami Yashiro / © Ikidane Nippon

Der Tsubaki Schrein (ausgeschrieben 椿大神社 Tsubaki Ōkami Yashiro) gilt als einer der ältesten Schreine Japans. Er liegt etwas abgelegen in den Bergen in der Nähe von Suzuka, was zu einer besonders mystischen Atmosphäre beiträgt. Der Schrein ist jedoch nicht nur hübsch anzusehen, sondern vor allem aufgrund sehr guter Beziehungen zum Ausland auch multikulturell geprägt. Es gibt sogar einen Schwesterschrein in Washington, der vom ehemaligen Oberpriester gegründet wurde, um den Shintoismus in die ganze Welt zu tragen. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass im Tsubaki-Schrein häufig internationale Hochzeiten zwischen Japanern und Nicht-Japanern gefeiert werden.

Kumano Kodo

shishi-iwa
Shishi-iwa / © kodo.pref.mie.lg.jp

Kumano Kodō (熊野古道) bezeichnet eine Reihe von Pilgerpfaden, die sich durch mehrere Präfekturen entlang der Kii-Halbinsel ziehen. Obwohl sich das Zentrum mit seinen drei Schreinen, bekannt als Kumano Sanzan, in der benachbarten Präfektur Wakayama befindet, ist auch der weniger bedeutsame Teil in Mie nicht uninteressant.
Der Küstenpfad, der in Ise beginnt, ist geprägt von wilden Felsformationen. Da wäre zum Beispiel der Shishi-iwa – ein riesiger Fels an der Küste, der in der Form eines Löwenkopfes den schier endlosen Strand überwacht. An diesem kann man übrigens im Sommer eines der größten Feuerwerke Japans bestaunen.

onigajo
Onigajo / © kodo.pref.mie.lg.jp

Und wem der wachende Löwe noch nicht genug ist, der kann sich vor Ort noch ein wenig gruseln in Onigajō – dem „Schloss, in dem der Oni haust“. Dies ist eigentlich kein wirkliches Schloss, sondern eine zerklüftete Felswand neben dem Strand, die im Laufe von Jahrtausenden durch die Einflüsse von Meer, Wind und Stürmen ganz besondere Formen angenommen hat. In diesem „Schloss“ sollen also Dämonen leben – für die sogar eine kleine Quelle als Waschbereich deklariert wurde.

 

Darüber hinaus…

nagashima-spaland1
Nagashima Spaland / © Goin’ Japanesque!

Wie ihr seht, hat Mie so einiges zu bieten. Dies war auch nur ein kleiner Einblick in die eher unscheinbaren Fleckchen der Präfektur. Direkte Touristenziele gibt es darüber hinaus auch noch einige, obwohl diese eher von einheimischen Touristen dominiert sind. Für den obligatorischen Shopping-Tag wäre zum Beispiel ein Trip nach Suzuka zu empfehlen. Die notwendige Portion Nervenkitzel oder einfach nur eine Abkühlung im heißen Sommer bekommt ihr im Nagashima Spaland in Kuwana, einem riesigen Freizeitpark mit Spaßbad direkt nebendran.
Und wer trotz Japanaufenthalt mal Lust auf westlichen Südsee-Flair bekommen sollte, für den könnte das das Chichūkai-Mura (地中海村, zu deutsch: Mittelmeerdorf) in Shima von Interesse sein, eine Freizeitanlage im Stil eines spanischen Urlaubsortes. Darüber hinaus hat Mie aber auch eine ganze Menge wunderschöner Strände entlang der Ise-Bucht zu bieten. Besonders die Strände in Toba und im eben genannten Shima sind sehr zu empfehlen.

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

Anzeige

Anzeige

Weitere Artikel

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige

Anzeige

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück