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Gesunder Start in den Tag

Japanisches Frühstück – gesunde Vielfalt in kunstvollen Schalen

Japanisches Frühstück kann heutzutage vieles sein: ein verpacktes Onigiri aus dem Conbini oder auch ein Sandwich. Doch wie sieht eigentlich ein traditionelles japanisches Frühstück aus? Und wie gesund ist das sogenannte Asagohan (jap.朝ご飯)? Wer Antworten auf diese Fragen sucht, wird in unserem Beitrag fündig.

Ein ausgewogenes Frühstück am Morgen garantiert einen energiereichen und gesunden Start in den Tag – das wissen die Menschen in Deutschland ebenso wie im Land der aufgehenden Sonne. Doch während die Menschen hierzulande Brot, Butter, Marmelade und Co. frühstücken, steht in Japan oftmals Fisch, Suppe und Reis auf dem Frühstückstisch.

Daraus besteht das traditionelle Asagohan

Ein traditionelles japanisches Frühstück bezeichnet man als asa gohan, was auf Deutsch „Reis am Morgen“ bedeutet. Reis spielt im japanischen Frühstück eine ebenso zentrale Rolle wie in allen anderen Mahlzeiten des Landes. Ebenso wichtig wie Reis ist die Miso-Suppe, welche auf der Grundlage von Dashi zubereitet wird.

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Dashi ist eine leichte Brühe aus getrocknetem Seetang und Bonito-Fischflocken. Die geschmacksintensive Brühe gehört ebenso zum klassischen japanischen Frühstück wie der gebratene oder gegrillte Fisch. Ihr Geschmack ist so intensiv, da die Flüssigkeit viel natürliches Glutamat enthält.

Asagohan ist das klassische japanisches Frühstück.
Asagohan ist das klassische japanische Frühstück. Bild: Flickr/Antti T. Nissinen (CC BY 2.0)

Neben Fisch, Suppe und Reis werden in Japan beim Asagohan unterschiedliche Beilagen gegessen – zum Beispiel eingelegtes Gemüse, Nori-Seetang und Eier. Diese werden entweder roh zum Reis (nama tamago), pochiert (onsen tamago), gebraten (medama-yaki) oder als Omelett (tamago yaki) serviert.

Japanisches Frühstück
Ein rohes Ei auf Reis ist eine von vielen Beilagenvarianten. Bild: Pakutaso |すしぱく

Auch fermentierte Sojabohnen sind ein populärer Bestandteil des japanischen Frühstücks. Diese können jedoch für den ein oder anderen Ausländer eine kulinarische Herausforderung darstellen. Bedingt durch die Fermentierung der Bohnen entwickelt das sogenannte Natto nämlich nicht nur einen sehr intensiven Geruch, sondern auch einen Fäden ziehenden Schleim, der nicht jedermanns Sache ist. Da ist es wenig verwunderlich, dass die klebrigen Sojabohnen zu den 10 gewöhnungsbedürftigsten Gerichten der japanischen Küche gehören.

Bizarre Gerichte aus Japan
Nattō (jap. 納豆) – Fermentierte Sojabohnen gehören ebenfalls zum Asagohan. Bild: Flickr/Tamaki Sono (CC BY 2.0)

Ist japanisches Frühstück gesund?

Zwar mag es für den westlichen Gaumen befremdlich sein, in den frühen Morgenstunden  Fisch und Reis zu essen – gesund ist es aber allemal. Das japanische Frühstück, Asagohan,  gehört zu den gesündesten der Welt und liefert den Japanern seit Jahrhunderten die nötige Energie für einen arbeitsintensiven Tag. Während Sojabohnen ungesättigte Fettsäuren enthalten und die Haut mit Feuchtigkeit versorgen, entwässert Reis den Körper und regt durch Vitamine und Ballaststoffe den Stoffwechsel an. Nicht ohne Grund wird den Japanern nachgesagt, dass ihre ausgewogene traditionelle Ernährung mitverantwortlich ist für ihre hohe Lebenserwartung.

So gesund es auch ist, das traditionelle Frühstück wird in japanischen Haushalten immer seltener. Heutzutage bevorzugt knapp die Hälfte der Japaner Brot auf dem Frühstückstisch, alleine schon aus Zeitgründen. Beliebt ist das sogenannte Shokupan Toast, ein einfaches, sehr weiches Weißbrot, das in der Regel mit Marmelade gegessen wird. Zum Frühstück im „westlichen Stil“ sind auch Eier, Schinken, Joghurt, Cornflakes und Früchte weitverbreitet.

Japanisches Frühstück
Japanisches Frühstück im „westlichen“ Stil. Bild: Pakutaso | すしぱく

Frühstück in japanischen Hotels

Reisende können in Japan zwischen unterschiedlichen Frühstücksarten wählen. In der Regel bietet jedes japanische Hotel sowohl ein „westliches“ als auch ein traditionelles Frühstück an. Häufig werden diese auch gemischt in großen und reichhaltigen Frühstücksbuffets angeboten.

Wer jedoch in den Genuss eines authentischen japanischen Frühstücks kommen möchte, dem sei ein Besuch in einem traditionell japanischen Gasthaus, dem Ryokan, empfohlen. Hier gibt es das üppigste und reichhaltigste Asagohan. Zur ersten Mahlzeit des Tages werden hier in der Regel jede Menge kunstvolle Schalen mit japanischen Leckereien gereicht. Diese sind stark von den Jahreszeiten geprägt und wechseln je nach Saison.

In Zeiten, in denen insbesondere Früchte und Gemüse durch Import und Treibhauszüchtung jederzeit erhältlich sind, setzen die häufig noch familienbetriebenen Gasthäuser auf die Verwendung von regionalen und natürlichen Zutaten.

Japanisches Frühstück
So üppig sieht ein traditionell japanisches Frühstück in einem Ryokan (jap. Gasthaus) aus. Bild: Flickr/Akane Kinomoto (CC BY-NC-ND 2.0)

Japanisches Frühstück zum Mitnehmen

In der gegenwärtigen von Leistungsdruck und langen Arbeitszeiten geprägten japanischen Gesellschaft ist es für viele Menschen schlichtweg unmöglich, morgens ein Frühstück zuzubereiten. Gerade Japaner im erwerbsfähigen Alter verzichten häufig auf die morgendliche Mahlzeit und kaufen ihr Frühstück bevorzugt im Convenience Store um die Ecke.

Im sogenannten Conbini gibt es nicht nur alles, was man zum Leben braucht, sondern auch kleine Onigiri-Reisbällchen, die mit Lachsflocken, Thunfisch oder eingelegten Pflaumen gefüllt sind. Auch beliebt sind die sogenannten Sando-Sandwiches, die es mit einer Füllung aus Thunfisch, Eiersalat, Kartoffeln oder Schnitzel zu kaufen gibt.

Japanisches Frühstück zum Mitnehmen - Onigiri
NIcht nur japanisches Frühstück zum Mitnehmen – Onigiri Reisbällchen sind ein ausgewogener und sättigender Snack für zwischendurch. Bild: Naomi Dillenséger

Wer klassisches Brot anstelle des Asagohan bevorzugt, der findet in Japan eine große Fülle an Bäckereien und Konditoreien. Neben klassisch französischen Baguettes gibt es hier zum Beispiel das gesüßte Melonpan-Brot, Anpan, ein mit roten Bohnen gefülltes Gebäck, und zahlreiche andere Backwaren.

Laut einer japanischen Umfrage zu Ernährungsgewohnheiten frühstücken die Japaner im Schnitt ca. 13,5 Minuten am Tag. Über die Hälfte der knapp 70 Prozent, die täglich frühstücken, tut dies alleine. Das ist zum Teil auf die wachsende Zahl der Singlehaushalte zurückzuführen. Aktuelle Daten zeigen, dass in Zeiten der Corona-Pandemie mehr Erwachsene regelmäßig frühstücken als jüngere Leute. 40 Prozent gaben an, bei ihren Mahlzeiten auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.

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