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Zwei große Preise der japanischen Literatur

Die Literaturpreise Akutagawa und Naoki gehen dieses Jahr an zwei Schriftstellerinnen

Am 20. Juli wurden die beiden renommierten japanischen Literaturpreise Akutagawa und Naoki vergeben. Der Akutagawa-Preis für aufstrebende Schriftstellende ging an Junko Takases Kurzroman „Oishii Gohan ga Taberaremasuyoni“ und der Naoki-Preis für populäre Belletristik an Misumi Kubos Kurzgeschichtensammlung „Yoru ni Hoshi wo Hanatsu“.

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In den in diesem Jahr ausgezeichneten Werken geht es um Ernährung, Arbeitsbeziehungen sowie neue Begegnungen nach emotionalen Traumata. Beide Schriftstellerinnen werden ihre Literaturpreise Ende August bei einer offiziellen Zeremonie in Tokyo persönlich entgegennehmen.

„Oishii Gohan ga Taberaremasuyoni“

In Takases Kurzroman „Oishii Gohan ga Taberaremasuyoni“, dessen Titel ungefähr so viel bedeutet wie „Um in der Lage zu sein, leckeres Essen zu essen“, geht es um drei Arbeitskollegen und ihre persönlichen Beziehungsverhältnisse untereinander.

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Alle drei sind in ihrem Temperament, ihrem Wesen und ihren Arbeitsweisen teilweise sehr unterschiedlich, was zu den ein oder anderen Schwierigkeiten führt.

Dass der Protagonist hier ein Mann ist, ist kein Zufall. Die 34-jährige Autorin gab an, dass die Bemerkung, sie sei „nicht gut darin, männliche Charaktere zu schreiben“, sie zum Schreiben einer solchen Geschichte mit einem männlichen Hauptcharakter angespornt hätte.

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Die Autorin Hiromi Kawakami, die ebenfalls ein Teil des Auswahlkomitees für den Akutagawa-Preis ist, kommentierte bezüglich Takases Werk: „Es ist eine lebendige Verwirklichung menschlicher Beziehungen in einer kleinen Gruppe.“

„Yoru ni Hoshi wo Hanatsu“

Zu Kubos Kurzgeschichtensammlung „Yoru ni Hoshi wo Hanatsu“ zählt unter anderem auch die Geschichte einer Frau, die sich während der Coronavirus-Pandemie vermehrt online mit anderen trifft.

Irgendwann sieht sie dabei auch den Ex-Freund ihrer Zwillingsschwester. Von diesem ist allerdings bekannt, dass er gestorben ist, noch bevor er 30 Jahre alt werden konnte.

Mariko Hayashi, eine Autorin, die zum Auswahlkomitee für den Naoki-Preis gehört, beschrieb Kubos Kurzgeschichtensammlung als „rein und schön“. Bemerkenswert sei ihren Aussagen nach außerdem, dass Kubo nicht vor der Coronavirus-Pandemie als Thematik zurückgeschreckt ist.

Die 56-jährige Autorin selbst gab an, dass sie angesichts ihrer inzwischen dritten Nominierung für den begehrten Literaturpreis „halb glücklich und halb verängstigt“ gewesen sei.

Ein kleiner Rückblick auf eine lange Tradition der Literaturpreise

Der Akutagawa-Preis und der Naoki-Preis wurden beide im Jahre 1935 ins Leben gerufen.

Beide Auszeichnungen sollen an herausragende japanische Schriftsteller erinnern. Der Akutagawa-Preis wurde nach Ryunosuke Akutagawa und der Naoki-Preis nach Sanjugo Naoki benannt.

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