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Ein Einblick hinter die Kulissen der SFWJ

Interview mit Haruna Ikezawa, Präsidentin der SFWJ

Haruna Ikezawa ist nicht nur die 20. Vorsitzende der „Science Fiction and Fantasy Writers of Japan“ (SFWJ), sie ist auch als Synchronsprecherin, Buchkritikerin, Essayistin und Autorin tätig. In einem Interview berichtete sie uns über ihre vielseitige Arbeit und ihre Tätigkeiten bei den SFWJ.

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Ein für sie absolut zentrales Thema: Die Förderung internationaler Beziehungen. Ikezawa setzt sich schon seit Jahren für einen verbesserten Austausch zwischen den vielen unterschiedlichen SF-Gemeinschaften weltweit ein. Keine leichte Aufgabe.

Im Gespräch mit Haruna Ikezawa

Sumikai: Erzähl uns etwas über dich, deine Position bei den SFWJ und die Arbeit im Allgemeinen.

Haruna Ikezawa: Mein Name ist Haruna Ikezawa. Ich bin Synchronsprecherin, Buchkritikerin, Essayistin, Autorin und die 20. Vorsitzende der „Science Fiction and Fantasy Writers of Japan“.

Ich bin 2017 dem SF Writers Club of Japan beigetreten, wurde 2018 Vorstandsmitglied und 2020 zur Vorsitzenden ernannt. Ich bin wahrscheinlich die „nicht-Vorsitzend-ähnlichste Vorsitzende aller Zeiten“.

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Meine derzeitige Beschäftigung besteht ungefähr zur Hälfte aus stimmbezogener und zur anderen Hälfte aus schriftstellerischer Arbeit.

Sumikai: Was kannst du uns über die SFWJ sagen?

Haruna Ikezawa: Wir wurden 1963 gegründet und sind eine Gemeinschaft von Science-Fiction-Autoren, Übersetzern, Kritikern und Redakteuren und wurden 2017 offiziell zu einer General Incorporated Association. Wir sind nicht nur Schriftsteller, sondern auch Musiker, Manga-Künstler, Illustratoren, Forscher und Sprecher bzw. Schauspieler wie ich.

Sumikai: Wie viele Mitglieder hat die SFWJ?

Haruna Ikezawa: Die Zählen ändern sich gerade ständig, es sind aber viele Dutzende.

Sumikai: Gibt es außergewöhnliche Aktivitäten bei den SFWJ?

Haruna Ikezawa: Die größte Aktivität, die wir durchführen, ist die Auswahl und Verleihung des „Japan Science Fiction Grand Prize Award“. Einmal im Jahr wählen wir unter den in diesem Jahr veröffentlichten Werken „ein Werk, das es bei seiner Veröffentlichung unmöglich gemacht hat, sich eine Welt vorzustellen, in der es nicht existierte“ oder „ein Werk, das der Geschichte einen neuen Aspekt hinzugefügt hat, die Science-Fiction“. Da es sich um einen Preis handelt, bei dem Profis professionelle Arbeiten auswählen, könnte man sagen, dass es wie bei den Nebula Awards ist.

In diesem Jahr war der Gewinner des 42. Preises „Ooku“ von Fumi Yoshinaga.

Abgesehen von dieser Sache, versuchen wir auch den „SF-Karneval“ zu einer großen Aktivität zu machen.

Diese Veranstaltung, die gemeinsam mit einer großen Buchhandlung durchgeführt wird, hat dieses Jahr begonnen.

Es umfasst Autogrammstunden und Talkshows von fast 50 Autoren sowie ein Mystery-Event. Ich würde sagen, es ist wie eine offene Worldcon ohne Teilnahmegebühr.

Grundsätzlich arbeiten wir jedoch hart daran, zum Nutzen unserer Mitglieder zur Entwicklung des japanischen SF beizutragen.

SFWJ und seine internationalen Verbindungen

Sumikai: Wie kam es dazu, dass Ihr mit dem SFWUK (Science-Fantasy Writers Union Korea) an diesem kombinierten Schreiben arbeitet?

Haruna Ikezawa: Wir kamen zu der Überzeugung, dass Solidarität zwischen SF-Gemeinschaften über Grenzen hinweg notwendig war.

Wir kontaktierten mehrere SF-Autorenclubs und -gemeinschaften in verschiedenen Ländern, hatten aber Mühe, Fortschritte zu erzielen.

Einer der ersten, der uns antwortete, war der SFWUK.

Sumikai: Sind die SFWJ neben diesem Brief an weiteren Aktionen beteiligt? Wie zum Beispiel bezahlte Lesungen, deren Einnahmen als Spende in die Ukraine geht usw.

Haruna Ikezawa: Als Club drückten wir unsere Solidarität aus, indem wir eine Erklärung abgaben und das „Japan Science Fiction Grand Prize Review Booklet“ und Abzeichen in ukrainischen Farben herstellten.

Abgesehen davon glaube ich, dass jeder Wirkende seinen/ihren Teil individuell leistet. Ich habe auch auf meine Weise dazu beigetragen, indem ich über die ukrainische Botschaft in Japan gespendet habe.

Sumikai: Was macht die Regierung und glauben Sie, dass das ausreicht?

Hilfe für ukrainische Bürger (Lebensmittel, medizinische Versorgung usw.), 100 Millionen US-Dollar an humanitärer Hilfe, Verwendung des ukrainischen Namens bei Bezugnahme auf die Hauptstadt, Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen Russland, Einfrieren von Vermögenswerten und Aussetzung von Visa für Russen, Einzelpersonen und Organisationen, die Ausweisung russischer Diplomaten usw.

Ob das alles „genug“ war oder nicht, ist eine schwierige Frage. Ich kann nicht im Namen des SFWJ antworten, daher würde ich für Haruna Ikezawa als Einzelperson sagen, dass es „ausreichend“ ist, um eine Situation zu beschreiben, in der die Menge, der Grad oder die Elemente, die die Bedingungen erfüllen, weder übermäßig noch unzureichend sind, sondern für den Moment ausreichen oder vielleicht vorerst ausreichend sind. Ich finde es äußerst schwierig, die Grenze zu erkennen, die eine wirksame Abschreckung gegen die Invasion der Ukraine markiert, aber auch nicht übermäßig strafend ist.

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