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Setsuko’s Secret Autorin verweist auf die Bedeutung der Geschichte

Japanisch-amerikanische Autorin mahnt junge Menschen weiterhin Geschichte zu lernen

In dem 2020 erschienen Buch „Setsuko’s Secret“ setzt sich die 64-jährige Autorin Shirley Higuchi mit dem Leben ihrer Mutter im zweiten Weltkrieg auseinander. Jungen Menschen die Geschichte näherzubringen, ist für sie zu einer entscheidenden Aufgabe geworden.

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Als Folge des Angriffs der Japaner auf den Marinestützpunkt Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 traten die USA nur wenige Tage später offiziell dem zweiten Weltkrieg bei. Dies sollte auch Folgen für viele US-Bürger japanischer Abstammung haben. Nicht mal ein Jahr später, im Februar 1942, unterzeichnete Franklin D. Roosevelt ein Dekret, durch das 120.000 Menschen in Lager interniert werden sollten. Nur ein Fünftel der Betroffenen waren in Japan geboren. Die meisten waren US-Bürger aus zweiter oder dritter Generation. Belege, dass die inhaftieren Menschen ein Risiko für die Sicherheit dargestellt hätten, gab es schlussendlich nicht.

Literarische Aufarbeitung eines Familientraumas

Shirley Higuchi und ihre Geschwister kannten das Heart Mountain Camp in Wyoming lediglich als den Ort, an dem sich ihre Eltern kenngelernt hatten. Nach den Worten der Mutter Setsukos war der Aufenthalt dort eine gute und freudige Zeit. Was es aber eigentlich für die Mutter bedeutete, mit nur 11 Jahren in dem Lager leben zu müssen, sollte ihr erst nach dem Tod ihrer eigenen Mutter bewusst werden. In den hölzernen Lagerbaracken lebte Setsukos Familie in einem nur 45 qm² umfassenden Raum. Abgesperrt war das Lagerareal durch Stacheldraht und bewaffnetes Wachpersonal stand Tag und Nacht bereit.

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Ihr Buch, welches im März dieses Jahres auch in Japan erschien, ist der Versuch Higuchis die Geschichte ihrer Mutter zu rekonstruieren. Dabei verknüpft sie die Geschichte ihrer Mutter mit dem der japanischen Gemeinde der Region. Das Buch befasst sich mit dem Trauma einer ganzen Generation, dessen Auswirkungen auch die folgenden Generationen noch zu spüren hatten.

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Aus der Geschichte lernen

Nach dem Krebstod ihrer Mutter im Jahr 2005 erfuhr Higuchi von ihren Bemühungen, die Erinnerung an das Leben in den Internierungslagern aufrecht zu erhalten. Für diesen Zweck hatte die Verstorbene zu Lebzeiten über 100.000$ an Organisationen gespendet, die sich mit der Vermittlung der Lagergeschichte beschäftigten.

Mittlerweile ist Higuchi, die gelernte Anwältin ist, Vorsitzende der Heart Mountain Wyoming Foundation. Im Jahr 2011 arbeitet sie außerdem an der Eröffnung des Interpretive Center, ein Museum zur Aufrechterhaltung der Erinnerung an die Internierungslager.

Bei einem Besuch an einer Schule in Tokyo 2019, bemerkte Higuchi wie behütet die Schüler dort aufwachsen. Um so wichtiger sei es, so Higuchi, den jungen Menschen zu vermitteln, welch leidvolle Zeiten die Menschen in der Vergangenheit durchgemacht haben. Der Besuch zeigte ihr, wie bedeutend es ist, dass die Schüler verstehen, was in der Welt vor sich geht. Sie sollten auch die Geschichte kennen, so zum Beispiel die der Japaner in Amerika samt ihrer guten, aber auch schlechten Erfahrungen.

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