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Paddeln im Burggraben

Burg Kokura auf Kyushu lädt zu ungewöhnlicher Besichtigung ein

Einst diente die Burg Kokura in der Stadt Kitakyushu dazu, die Wasserstraße zwischen den japanischen Inseln Honshu und Kyushu zu kontrollieren. Heute zieht sie vor allem Touristen an. Um die Besuche spannend zu halten, lassen sich die Betreiber einiges einfallen.

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Für viele Japan-Reisende ist Kitakyushu in der Präfektur Fukuoka eher von geringem Interesse. Doch die Stadt hat ihren Besuchern einiges zu bieten. Neben einer der schönsten nächtlichen Aussichten Japans und dem historischen Marktbezirk Tanga, der vor wenigen Monaten zweimal von schweren Feuern verwüstet wurde, ist vor allem der Stadtteil Minamikokura einen Besuch wert.

Auf Kokura lebten Miyamoto Musashi und Mori Ogai

Dort liegt die Burg Kokura, die im 16. Jahrhundert errichtet wurde, um die Kontrolle über eine Meerenge zu sichern, die den Übergang von Honshu nach Kyushu ermöglicht. Burgherren waren die Hosokawa, nach der Vereinigung Japans am Übergang zum 17. Jahrhundert übernahm der Klan der Ogasawara die Kontrolle über die Region.

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Für Fans japanischer Schwertkunst ist Kokura eine Art Pilgerstätte. Denn hier soll der berühmte Schwertkämpfer Miyamoto Musashi, Autor des „Buchs der Fünf Ringe“, mehrere Jahre gelebt und gelehrt haben. Sein Duell mit Sasaki Kojiro, über das es unzählige Legenden gibt, fand in der Nähe der Burg statt.

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Wie bei vielen japanische Burgen steht auch in Kitakyushu heute nicht mehr das ursprüngliche Burggebäude. Denn als es Ende des 19. Jahrhunderts zu immer stärkeren Konflikten zwischen Kräften des Shogunats und Anhängern des Kaisers kam, fielen die Ogasawara in Ungnade und zündeten die alte Burg an.

Auf den Ruinen wurde eine Militärbasis errichtet, in der unter anderem der Autor und Arzt Mori Ogai stationiert war. Ogais Leben war geprägt von einer engen Verbindung zu Deutschland, er studierte und lernte in Berlin, besuchte unter anderem Leipzig und schrieb mehrere Romane über seinen Aufenthalt.

Um 1959 entschloss man sich schließlich, die Burg als Besuchermagnet wieder auferstehen zu lassen. Wie bei vielen anderen Burgen, etwa in Osaka, errichtete man das Burggebäude auf den alten Grundmauern neu, diesmal aus Beton. Archäologische Funde aus der Zeit des Neubaus sind heute in einem Museum auf der Burg ausgestellt.

Im September 2022 konnten nun erstmals rund dreißig Personen an einer ganz besonderen Burgbesichtigung teilnehmen. Die fand nämlich in Kajaks statt und führte die Gäste durch den Burggraben der Festung.

Paddeln in Kokura
Teilnehmende der Paddel-Tour im Burggraben von Kokura. Bild: MS

Auf die Idee kamen das Kitakyushu Municipal River Museum und das „Team Jokamachi Kokura Kyodojigyotai“, die Verwalter der Burg Kokura. Ihr Ziel: die Teilnehmenden sollten ihre Freude am Kajak-Fahren entdecken und gleichzeitig mehr über die Geschichte und Gegenwart der Burg lernen.

Die Veranstaltung stieß auf reges Interesse bei Jung und Alt, so war einer der jüngsten Gäste gerade erst acht Jahre, eine der ältesten Teilnehmerinnen hingegen bereits achtzig. Mithilfe von Angestellten der Veranstalter schafften es nach anfänglichen Schwierigkeiten schließlich alle Teilnehmenden, sich an den Umgang mit den Kajaks zu gewöhnen und ohne Unfälle den Burggraben zu durchpaddeln.

Dabei lernten sie unter anderem, dass das Fundament der Burg überwiegend aus einer Mischung von Steinen besteht, die zum Teil aus den Bergen Kyushus, zum Teil aber auch direkt von der Küste herangeschafft wurden. Vom Wasser aus bot sich nun auch die Gelegenheit, jene Steine aus der Nähe zu betrachten.

Ob die Veranstaltung einmalig bleibt oder wiederholt werden soll, das hielten sich die Veranstalter offen. Es darf aber erwartet werden, dass es nicht das letzte Event an der Burg Kokura bleibt. Seit einigen Jahren findet etwa jeden Oktober das Takeakari-Fest auf der Burg statt. Schon bald leuchten dann am Abend wieder 30.000 Bambus-Laternen auf dem Burggelände.

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