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Rugby in Japan: Rugby ist kein Amateursport mehr

Wenn japanische Fans an den Rugbysport in ihrer Heimat denken, dann erinnern sie sich unweigerlich an den 34:32-Sieg gegen Südafrika im Jahr 2015. Aber das japanische Rugbymärchen hat noch viel mehr zu bieten und beginnt sogar mit einer 17:145-Niederlage gegen die neuseeländischen „All Blacks“ 20 Jahre zuvor.

„Während des Spiels war ich gerade in Südafrika,“ erinnert sich Koji Tokumasu, Senior Director der Japan Rugby Football Union, im Gespräch mit CNN World Rugby. „Als Medienbeauftragter des Teams war ich damals sprachlos. Im Jahr 1995 hatte ich beschlossen, dass Rugby kein Amateursport mehr ist. Hinter den Kulissen gab es viele vertragliche Vereinbarungen, so standen etwa alle All Blacks-Spieler unter Vertrag. Es handelte sich also um ein Spiel von Profis gegen Amateure.“

Koji Tokumasu
Koji Tokumasu / Bild: CNN

Dass sich seit 1995 viel verändert hat, kann Kan Otani, Trainer der Waseda Jitsugyo High School, nur allzu gut bestätigten: „Die größte Veränderung ist die Trainingsmethode. Zu meiner Zeit rannten wir über den Platz, passten den Ball und trainierten nur Rugby. Heute bauen wir neben diesen [Rugby-]fähigkeiten auch den Körper auf, absolvieren Krafttraining und verfolgen was wir „Stärkung“ nennen.“ Auch im Bereich der Disziplin habe sich im Laufe der Zeit einiges verändert: „Wir waren entspannter und hatten mehr Freiheiten. Nach dem Training tranken wir Alkohol und hatten Spaß zusammen. Wir tranken bis in die frühen Morgenstunden, sogar die Nacht vor dem Training. Das passiert [heute] nicht mehr.“

Masahito Sgara
Masahito Sgara / Bild: CNN

Die Begeisterung der Spieler und Funktionäre für den Sport hat sich jedoch noch nicht auf das ganze Land übertragen. „Der Bekanntheitsgrad des Sports ist nicht sonderlich hoch,“ erklärt Masahito Sgara, Kapitän der Waseda Jitsugyo High School. „Wenn ich den Leuten erzähle, dass ich Rugby spiele, verwechseln sie es oft mit American Football.“ Trotzdem hält der junge Sportler an seiner Vision fest: „Mein Traum ist es, für die Nationalmannschaft zu spielen. Ich würde gerne gegen Spieler und Teams aus dem Ausland antreten.“

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