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HomeJapan entdeckenDer Bergtempel Yamadera

Ein besonderes Reiseziel im Norden von Japan

Der Bergtempel Yamadera

Der japanische Bergtempel Yamadera in der Präfektur Yamagata vereint Spiritualität mit traumhafter Aussicht und bietet damit ein außergewöhnliches Reiseziel abseits der bekannten Pfade.

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Buddhistische Tempel sind ein wichtiger Teil der japanischen Kultur und entsprechend häufig begegnet man ihnen auf einer Reise durch das Land. Bei der großen Vielfalt ist es daher gar nicht so leicht, sich für einen weiteren Tempel als Reiseziel zu entscheiden. Einige besondere Exemplare aber bleiben bei einer Reise besonders in Erinnerung, wie beispielsweise der beeindruckende Todaiji Tempel in der Präfektur Nara. Auch der Yamadera Tempel ist ein solcher und bietet mit seiner außergewöhnlichen Lage ein besonderes Reiseziel.

Geschichte des Tempels

Der Tempel wurde im Jahre 860 vom Mönch Ennin gegründet, der vor allem für sein Tagebuch über die eigenen Reisen durch China bekannt ist und außerdem Abt im Enryakuji Tempel war, dem Haupttempel der Tendai Sekte in Japan. Dementsprechend handelte es sich damals auch beim Yamadera-Tempel um einen buddhistischen Tendai-Tempel. Der eigentliche Name des Tempels lautet Risshakuji, allerdings ist er durch seine außergewöhnliche Lage allgemein als Yamadera bekannt, was wörtlich so viel wie „Bergtempel“ bedeutet.

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Während der Kamakura Zeit wurde der Risshakuji weiter ausgebaut, sodass der Tempel sich vom Fuße des Hoshu Berges über mehr als 1000 Stufen nach oben erstreckte. Im 13. Jahrhundert wurden große Teile des Tempels bei einem Feuer zerstört, allerdings wurde er schon kurze Zeit später wieder aufgebaut und seitdem als Zen Tempel geführt. Er liegt in der Präfektur Yamagata in Tohoku, Japans nördlichster Region auf der Hauptinsel Honshu.

Steintreppen führen durch einen Zedernwald zum oberen Teil des Tempels.
Steintreppen führen durch einen Zedernwald zum oberen Teil des Tempels. Bild: Fabienne Machner

Besuch im Yamadera Tempel

Der Yamadera Tempel gilt als Ort besonderer Schönheit und liegt an der gleichnamigen Bahnstation, die sich nur etwa 70 Minuten Zugfahrt von der Metropole Sendai und gerade einmal 25 Minuten Zufahrt vom Zentrum der Stadt Yamagata entfernt befindet. Vom Bahnhof ist es nur ein kurzer Fußweg bis zum Eingang des Tempels, der entlang traditioneller Häuser führt, die kleine Souvenirläden oder Restaurants beinhalten.

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Im unteren Teil des Tempels befindet sich die Konponchudo, eine Halle, in der angeblich bereits seit der Gründung ein rituelles Feuer brennen soll. Die Halle aus Buchenholz gehört zu den ältesten dieser Art in ganz Japan. Ebenfalls noch am Fuße des Hoshu Berges liegt die Schatzkammer, in der sich kostbare Werke buddhistischer Kunst befinden.

Aussicht auf die oberen Gebäude des Tempels zur Herbstlaubfärbung.
Aussicht auf die oberen Gebäude des Tempels zur Herbstlaubfärbung. Bild: Fabienne Machner

Von dort aus führen insgesamt 1015 Stufen den Berg hinauf durch einen Zedernwald, der zur besonderen Atmosphäre beiträgt. Auf dem Weg findet man immer wieder steinerne Laternen und Tafeln mit Inschriften. Bis man zum oberen Bereich gelangt, dauert es zwischen 20 und 40 Minuten. Im oberen Bereich befinden sich unterschiedliche Tempelgebäude, unter anderem die Kaisando Halle, die dem Begründer Ennin gewidmet ist. Die beeindruckendste Aussicht aber hat man in der Regel von der Godaido Halle, die sich noch ein kleines Stück weiter oben befindet. Die hölzerne Plattform ermöglicht einen freien Blick auf die umliegende Umgebung und ist ein ikonischer Foto-Spot des Yamadera Tempels.

Wer die Treppen wieder zurück zum unteren Teil des Tempels nimmt, findet dort kleine Souvenirshops, die Andenken und auch lokale Produkte verkaufen. Auch Restaurants und Stände mit Streetfood finden sich um das Tempelgelände herum, sodass man sich nach dem Aufstieg zum Tempel ein wenig erholen kann.

Reisetipps

Die Gegend ist zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Reiseziel, aber gerade im Herbst zieht es besonders viele Besuchende dorthin, die das bunt gefärbte Laub zu der Zeit bewundern möchten. Die ungewöhnliche Lage an den Berghängen und die gelungene Einbettung des Tempels in die umliegende Natur beeinflusste schon den bekannten Dichter Matsuo Basho. Inspiriert von der Schönheit des Ortes verfasste er hier eines seiner berühmten Haiku. Ihm ist auch ganz in der Nähe des Tempels ein Museum gewidmet, in dem man Werke von ihm bewundern kann.

Die Region Tohoku ist bei vielen Reisenden noch eher unbekannt, obwohl sie abseits der Touristenströme viele spannende Destinationen bietet. Zudem ist sie durch den Shinkansen hervorragend an Tokyo angebunden und kann vielfach mit dem Japan Rail Pass bereist werden. Wer den Yamadera Tempel besuchen möchte, kann dies im Rahmen einer Tohoku-Reise tun, die viele unbekannte Attraktionen bietet. Von kulturellen Hochburgen über kleine Onsen-Orte bis hin zu atemberaubender Natur bieten sich hier vielfältige Möglichkeiten, um eine andere Seite von Japan kennenzulernen.

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