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Der Yukata – traditionelle gekleidet in Japan

In unserem letzten Artikel zu japanischer Kleidung haben wir euch bereits das wohl bekannteste traditionelle Kleidungsstück den Kimono vorgestellt. Viele von euch haben im Zusammenhang mit Japan sicherlich auch schon oft vom Yukata gehört. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Kimono und einem Yukata?

Historischer Hintergrund

Wie bereits beschrieben war der Kimono früher vor allem ein Kleidungsstück, mit denen verschiedene Stände und Berufsgruppen voneinander unterschieden wurden. Das war bei dem Yukata allerdings nicht der Fall.

Ursprünglich stammt das Wort Yukata 浴衣 von dem Wort Yukatabira 湯帷子, was sich aus den Zeichen Yu 湯 für heißes Wasser und Katabira 帷子 für einschichtiger Kimono zusammensetzt. Dieser Bedeutung entsprechend wurde der Yukatabira während der Heian-Zeit (794-1185) von dem Adelsstand als Bademantel vor und nach ihren Bädern getragen. Denn zum einen schützte er den Körper vor Verletzungen durch den heißen Wasserdampf und zum anderen wurde er nach dem Baden genutzt, um überschüssige Feuchtigkeit aufzunehmen. Zu dieser Zeit benutzte man hauptsächlich Hanf für die Anfertigung des Yukatabira.

Während der Edo-Zeit (1603-1867) begann man die Kurzform des Yukatabira, also „Yukata“ zu benutzen. Außerdem wurde die Verwendung des Yukata als Bademantel auch unter Bevölkerung, die nicht dem Adel angehörte, immer beliebter. Des Weiteren wurde die Verarbeitung von Hanf als Stoff zur Anfertigung, durch die Nutzung von Baumwolle ersetzt. Denn Baumwolle war nicht nur ein günstiges Material, sondern auch einfach zugänglich, wodurch die Zahl der Verkäufe stetig anstieg. Außerdem waren sie dadurch preiswerter als Kimono, wodurch sie zusätzlich an Popularität gewannen. Damit entstand das Vorbild des heutigen Yukata also zu dieser Zeit.

Wie trägt man einen Yukata

Im Gegensatz zum Kimono setzt sich der Yukata aus weniger Komponenten zusammen. Wie zuvor erwähnt, wird er aus Baumwolle hergestellt. Deshalb ist das Tragen eines Unterhemdes nicht nötig.

Der Obi mit dem man den Yukata bindet, ist schmaler und informeller. Da das Kleidungsstück für Männer und Frauen die gleiche Armlänge hat, müssen Frauen die Ärmel oftmals durch Falten anpassen.

Yukata
Yukata (By Jakub Halun- Own work [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
Durch die wenigen Bestandteile des Yukata, ist auch das Anziehen einfacher. Man streckt die Arme durch die Armöffnungen. Dann legt man zuerst die rechte Seite nach links, hält diese mit der Hand fest und legt danach die linke Hälfte des Yukata nach rechts. Befestigt wird das Ganze mit dem Obi, den man mehrmals um den Körper wickelt. Der Knoten wird dann wie beim Kimono hinten getragen.

Bei kaltem Wetter kann außerdem eine Weste über dem Yukata getragen werden. Zum Yukata trägt man die gleichen Holzsandalen, wie bei dem Kimono. Ebenfalls trägt man oft Haarschmuck oder Broschen am Obi, um modischer auszusehen.

Unterschiede zwischen Kimono und Yukata

Kimono und Yukata werden beide sowohl von Männern, als auch von Frauen getragen.

Seit der Edo-Zeit werden Yukata vor allem aus Baumwolle, aber auch Leinen, Hanf oder anderen Pflanzenfasern hergestellt. Das Material, das für den Kimono verwendet wird, ist meistens Seide, oder auch Wolle oder Polyester. Insgesamt sind Farben und Muster der Kimono feiner und je nach Anlass gewählt. Die Muster des Yukata sind hingegen oft einfacher gehalten. Sie sind großflächig und kontrastreich angelegt. Bei Kimono unterscheiden sich außerdem Muster und Farben zwischen Männer- und Frauenkimono mehr.

Da der Yukata aus Baumwolle, also einem luftigen, atmungsaktiven Material gefertigt wird, trägt man ihn nur im Sommer, zu Hause oder als Bademantel. Im Winter wird er außerhalb des Hauses nicht getragen. Allgemein gilt er als Freizeitkleidung. Im Gegensatz dazu kann der Kimono zu jeder Jahreszeit angezogen werden. Für die Winterzeit gibt es spezielle Wollkimonos. Kimonos sind vor allem zu Festen ein beliebtes Kleidungsstück. Außerdem trägt man den Kimono zu verschiedenen formellen Anlässen, während der Yukata eine eher informelle Kleidung ist.

Im Preis von Kimono und Yukata gibt es große Unterschiede. Yukata sind teilweise schon mit 50 Euro zu erwerben, obwohl das natürlich je nach Herstellungsart und Färbung sowie Musterung variieren kann. Der Kimono hingegen ist weitaus teurer. Zwar man Kimonos aus Kunstfaser für etwa 100 Euro erwerben. Neue, handgefertigte Kimonos jedoch können durchaus über 1000 Euro kosten.

Der Yukata heute

Im heutigen Japan trägt man den Yukata immer noch zu Besuchen im Onsen (japanisches Badehaus) oder in heißen Quellen. Außerdem werden in Ryokan (traditionelle japanische Unterkünfte) oder anderen Hotels in Japan Yukata zur Nutzung als Bademäntel oder zum Tragen im Hotel zur Verfügung gestellt. Damit wird an die Badetradition des Adels erinnert.

Interessant ist außerdem, dass Schauspieler von Kabuki und Theater den bequemen Yukata zwischen Kleidungswechseln und bevor sie auf die Bühne gehen. Das Wechseln des Kleidungsstückes geht also mit dem Wechsel der Rolle einher.

Besonders beliebt ist der Yukata heutzutage als Kleidungsstück für japanische Festivals, die im Sommer stattfinden, wie zum Beispiel Feuerwerke. Durch die vielen Yukata, die man zu diesen Events bestaunen kann, wird eine einzigartige japanische Atmosphäre vermittelt.

Auch für Ausländer und Touristen wird es immer beliebter einen Yukata als Souvenir und traditionell japanisches Erinnerungsstück zu erwerben. Da die Herstellungsweise dieser oft nicht so teuer ist, sind die Preise relativ erschwinglich.

Literaturangaben

Japan-Guide
Go Tokyo

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

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