Die Biwako Biennale: Das etwas andere Kunst-Festival Japans

Kunst-Festivals wie beispielsweise die Setouchi und Echigo-Tsumari-Biennalen, sind möglicherweise bekannter oder besser subventioniert. Doch mangelnde Finanzen bilden für die Veranstalter der Biwako Biennale in der Präfektur Shiga kein Hindernis. Das Resultat sind fantasievolle Ergebnisse, die die Besucher begeistern.

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Bild: Youtube

Die Kunstveranstaltung wird von Yoko Nakata organisiert. Sie ist eine der ältesten regionalen Biennalen des Landes und basiert nicht auf finanziellen Zuwendungen von Wohltätern. Daher sind die Künstler und Veranstalter kreativ. Sie nutzen unter anderem für ihre Präsentationen alte Gebäude wie verlassene Lagerhallen und eine vergessene Sake-Fabrik.

Nakata, die lange im Ausland lebte, erinnert sich, wie immer mehr alte Gebäude abgerissen wurden. Damit verschwanden immer wieder Teile japanischer Architekturkunst und Kultur. Durch die Veranstaltung solcher Biennalen erhofft sich die Direktorin, den Besuchern einen neuen Blick auf die japanische Tradition und Architektur bieten zu können. Außerdem möchte sie so alten und historischen Gebäuden ein neues Leben einhauchen.

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Bild: Youtube

Ein kleiner Ort – ein großer Zauber

Die Wahl des Veranstaltungsortes fiel 2001 auf den kleinen Ort Omihachiman in Shiga. Einst war die kleine Stadt ein pulsierendes Verkehrszentrum mit atemberaubenden Kanälen und einer leicht begehbaren Innenstadt mit Gebäuden, die bis in die Edo-Zeit (1603-1868) zurückreichen. Rund 80 Künstler aus dem In- und Ausland stellen hier ihre Kunstwerke aus, die eine Vielzahl von Stilen widerspiegeln. Von Videoinstallationen und Gemälden geht es über eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem traditionellen japanischen Handwerk, Skulptur und Fotografie. Darüber hinaus ist jede Installation standortspezifisch.

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Bild: Youtube

Dabei sind die Werke der Künstler dem jeweiligen, für sie gewählten Raum, angepasst. Verzaubern lassen können sich die Besucher unter anderem von Keramik-, Wasser- und Lichtinstallation des Hongkonger Künstlers Ka Ho Ng mit dem Titel „Objectless Prayer“, die aus luftigen, in der Dunkelheit beleuchteten Keramikkugeln bestehen. Oder aber sie staunen über Shimpei Kawais „Magasinoaplas“, eine quallenartige Lichtskulptur, die Licht und Dunkelheit geschickt nutzt, um eine kompakte und schöne neue Welt zu schaffen. Und es gibt noch vieles mehr zu entdecken.

Für die Direktorin Yakata bildet die Biennale ihr eigenes, gesamtes Kunstwerk. Die fantastischen Installationen können noch bis zum 11. November bewundert werden.

Quelle: The Japan Times

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