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Die Gaben der Amaterasu: Sanshu no Shinki

Die Throninsignien Japans, Sanshu no Shinki genannt, bestehen aus drei heiligen Artefakten, die von Generation zu Generation in der Kaiserlinie weitergegeben werden und aus den Händen von Amaterasu persönlich stammen sollen.

Übergabe der sanshu no shinki
Übergabe von Kusanagi no Tsurugi und Yata no Kagami an bei der Kaiserkrönung im Jahr 1990; © inoues.net

So, wie Könige und Königinnen in Europa als Symbol ihres Ranges häufig Zepter und Krone besitzen oder besaßen, gibt es auch in Japan die Throninsignien des Kaisers. Am bekanntesten sind sie unter dem Namen Sanshu no Shinki (三種の神器; manchmal auch Sanshu no Shingi oder Jingi ausgesprochen). Die Legende besagt, dass Amaterasu-ômikami, die höchste Göttin des Shintoismus, diese ihrem Enkel Ninigi no Mikoto übergab, als er in unsere Welt gesandt wurde, um diese zu „pazifizieren“, also zu befrieden.

Ein Geschenk der Götter
Wenn man den mythologischen Weg der Throninsignien zurückverfolgen möchte, kann man das meiste dazu im Nihonshoki finden (日本書紀, Chronik Japans in einzelnen Schriften), dem zweitältesten noch existierenden Werk über die japanische Geschichte. Die Sonnengöttin Amaterasu erhielt die drei Artefakte der Legende nach von anderen Göttern:

Kusanagi no Tsurugi
Kusanagi no Tsurugi in der Darstellung eines Künstlers; © inoues.net

Als sie sich vor ihrem Bruder Susano‘o no Mikoto in einer Höhle versteckte, versank die Welt in Finsternis. Um sie wieder hervorzulocken, hing die Göttin Ame no Uzume no Mikoto zwei der späteren Insignien davor auf: Den heiligen Spiegel Yata no Kagami (八咫鏡) und die Perlenkette Yasakani no Magatama (八尺瓊勾玉). Der Plan ging auf – als Amaterasu sich dem Ausgang der Höhle näherte und ihr eigenes Spiegelbild sehen konnte, war sie so verwirrt, dass die anderen Götter sie wieder aus der Höhle zerren und die Dunkelheit damit beenden konnten. Die dritte Insignie, das Schwert Kusanagi no Tsurugi (草薙劍), erhielt sie später von Susano‘o als Entschuldigung, nachdem er dieses im Körper der achtköpfigen Schlange Yamato no Orochi gefunden hatte.

Diese drei Artefakte, welche fortan Sanshu no Shinki genannt wurden, übergab sie später als Geschenk ihrem Enkel Ninigi no Mikoto, der mit ihrer Hilfe die Erde befrieden sollte, also unsere Welt. Die drei heiligen Artefakte wurden schließlich an Ninigis Urenkel weitergeben – er war der erste japanische Kaiser, der Jimmu-tennô. Fortan wurden die Throninsignien von Generation zu Generation weitergegeben.

Die Sanshu no Shinki

sanshu no shinki künsterrische darstellung
Künstlerische Darstellung der sanshu no shinki; © Wikimedia Commons

Auch heute noch sind die Sanshu no Shinki drei wichtige Artefakte, die bei der Krönung eines neuen Kaisers eine große Rolle spielen. Interessant ist hierbei, dass niemand genau weiß, wie die drei Schätze wirklich aussehen – der Kaiserpalast hat bisher weder Bilder noch Beschreibungen freigegeben, sodass alle Bilder der Sanshu no Shinki nichts weiter als Spekulation sind.

Yasakani no Magatama

Auch, wenn viele Leute von einer einzigen Perle sprechen, sind die meisten Historiker der Meinung, dass es sich bei Yasakani no Magatama um eine Perlenkette aus vielen magatama handeln soll. Die Form dieser Edelsteine, ähnelt einer Träne.

Yasakani no Magatama soll sich heute im Kaiserpalast in Tokyo befinden, genaugenommen in den Kyūchū sanden (宮中三殿), den „drei Heiligtümern im Palast“. Dies sind die kaiserlichen Schreine, in denen auch Hochzeiten sowie Krönungszeremonien stattfinden.

Yata no Kagami

Das zweite Artefakt der Sanshu no Shinki ist Yata no Kagami, ein heiliger Spiegel. Man geht allgemein davon aus, dass es sich dabei um einen Bronzespiegel chinesischer Art handelt, die früher oft als Geschenke vom Festland nach Japan gesandt wurden. Diese Art der Spiegel, bei denen man eine polierte Fläche auf der einen Seite und kosmische Symbole auf der anderen Seite finden kann, sollen als Mediator zwischen unserer Welt und dem Kosmos dienen – ob es sich bei Yata no Kagami wirklich um solch einen Spiegel handelt, wie er auch in der Illustration abgebildet ist, ist reine Spekulation.

Heute soll sich Yata no Kagami im Ise-Schrein in der Präfektur Mie befinden, dem wichtigsten Shintô-Schrein Japans, in dem auch heute noch Amaterasu ihr Dasein fristen soll.

Kusanagi no Tsurugi

Der eigentliche Name von Kusanagi no Tsurugi, was übersetzt „Grasschneider-Schwert heißt“, ist Ame no Murakumo no Tsurugi (天叢雲剣, „Schwert der den Himmel verdunkelnden Wolken“). Bei diesem Schwert handelt es sich vermutlich nicht um ein Katana, wie es in der Populärkultur oft gezeigt wird, sondern um ein bronzenes Breitschwert chinesischen Stils, welches in der damaligen Zeit zumeist genutzt wurde.

Bei dem Schwert, das sich heute im Atsuta-Schrein in Nagoya befinden soll, handelt es sich jedoch allem Anschein nach nur um eine Replik und nicht um das Original. Dieses soll nämlich bei einer Seeschlacht im Zuge des Gempei-Krieges zwischen den Clans der Minamoto und Taira verloren gegangen sein, als der achtjährige Kaiser Antoku zusammen mit den Sanshu no Shinki von seiner Großmutter über Bord geworfen wurden, um einer Gefangennahme zu entgehen. Auch sie sprang hinterher und ertrank in den Fluten. Während der Spiegel gerettet und die Perlenkette von Tauchern wieder geborgen werden konnte, blieb das Schwert jedoch verschollen – allem Anschein nach wurde daraufhin eine Replik des Artefaktes geschmiedet.

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