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Kultur, Geschichte und viel Natur

Die Präfektur Aichi – Der Geburtsort des ersten Shogun und Nobunaga Oda

Die Region der heutigen Präfektur Aichi, die sich auf der Hauptinsel Honshu von Japan befindet, hat in ihrer Geschichte einige große Namen hervorgebracht. Darunter fallen nicht nur der erste Shogun Japans, Minamoto Yoritomo, und die drei größten Kriegsherren des Landes, sondern auch die Marke Toyota, die ihren Sitz in Nagoya, der Hauptstadt der Präfektur, hat.

Große Namen aus der Geschichte Japans

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Es heißt, der Name „Aichi“ stamme aus einem Gedicht des Dichters Takechi Kurohito und tauchte im dritten Band einer berühmten japanischen Gedichtanthologie auf. Dem Man’yoshu („Die Sammlung von zehntausend Blättern“). Das übersetzte Gedicht lautet in etwa: Der Schrei eines Kranichs, der nach Sakurada ruft, es klingt wie die Strömung, die aus dem Ayuchi-Flachland abfließt, den Schrei des Kranichs hörend.

„Ayuchi“ wurde schließlich zu „Aichi“ und wurde somit als Name des hiesigen Gebietes übernommen. Nach der Abschaffung des Han-Systems wurde die Präfekturregierung auf der Burg Nagoya im Bezirk Aichi eingerichtet sowie der Name des Bezirks als Name für die damals neue Präfektur übernommen.

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Die Präfektur selbst ist darüber hinaus auch die Geburtspräfektur zahlreicher wichtiger Persönlichkeiten aus der japanischen Geschichte. Darunter fällt unter anderem der erste Shogun des Landes, Minamoto Yoritomo, der im Bezirk Atsuka ku in Nagoya geboren war. Er führte das Kamakura Shogunat vom Jahre 1192 bis 1199.

Zu weiteren großen Namen der Präfetur Aichi gehören die sogenannten 3 großen Kriegsherren und Reichseiniger Japans. Diese sind Oda Nobunaga, sein Nachfolger Toyotomi Hideyoshi, der entscheidend zur Einigung des neuzeitlichen Japan beigetragen hat, und Tokugawa Ieyasu, Begründer des Tokugawa Shogunats.

Praefektur Aichi 3 lords
Links: Tokugawa Ieyasu, Rechts Oben: Toyotomi Hideyoshi, Rechts Unten: Oda Nobunaga Bild: Gemeinfrei

Flüsse und weite Ebenen bestimmen das Bild der Präfektur

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Die Präfektur Aichi liegt etwa im Zentrum des gesamten japanischen Archipels und grenzt an die Präfekturen Mie, Gifu, Nagano und Shizuoka. Die Präfektur Aichi grenzt zudem im Süden an den Pazifischen Ozean.

Im Westen der Präfektur befindet sich die Nobi-Ebene, die zweitgrößte Flachlandebene Japans, entstanden durch den Kiso-Fluss. Sie wird im Osten von den Owari-Hügeln eingefasst, die sich nach Süden hin ausdehnen und dort die Chita-Halbinsel bilden. Durch das Herz von Aichi fließt der Yahagi-Fluss, der von den Mikawa-Bergen bis zur Okazaki-Ebene fließt, die durch den Fluss gebildet wurde. Im Osten entstand die Toyohashi-Ebene durch den Fluss Toyo, der aus den Shitara-, Yana- und Yumihari-Bergen entspringt. Mit der Halbinsel Atsumi wird die Toyohashi-Ebene sogar noch erweitert.

Das Klima der Präfektur Aichi wird vom Kuroshio-Strom beeinflusst und ist daher im Allgemeinen vergleichsweise mild. Dennoch ist es in der Hauptstadt Nagoya, die sich in einer der Ebenen befindet, im Sommer besonders heiß und die Temperaturen sind höher als in den Städten Okazaki und Toyohashi. Vor allem in den Bergen ist der Niederschlag besonders hoch, wenn man dies mit dem Flachland und den Halbinseln der Präfektur vergleicht.

Das Festival der unglücklichen Männer und viel nackte Haut

Die „Unglücklichen“, die am Hadaka Matsuri teilnehmen, sind ausschließlich Männer. Diese sind meist im Alter von 25 oder 42 Jahren. Dies gilt als das Alter des Unglücks für Männer. Bekleidet mit einem weißen Baumwoll-Lendenschurz namens Fundoshi und weißen Socken namens Tabi haben diese Männer ein einziges gemeinsames Ziel: das Pech durch Berührung des Shin-Otoko, eines Auserwählten, loszuwerden. Um gegen die eisigen Temperaturen im Februar zu bestehen, wird außerdem eine große Menge Alkohol während der ganzen Zeit des Festes konsumiert.

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Jedes Jahr im Februar wird im alten Owari Okunitama Jinja Schrein, auch Konomiya Jinja Schrein genannt, eines der einzigartigsten Feste in ganz Japan gefeiert. Dieses Fest heißt Konomiya Hadaka Matsuri. Mit seinen mehr als 1.200 Jahren ist das Konomiya Hadaka Matsuri eines der ältesten Feste in ganz Japan. Zusammen mit dem Saidaiji Hadaka Matsuri in der Präfektur Okayama und dem Tamaseseri-Fest am Hakozaki-Schrein in Fukuoka gehört es zu den drei beliebtesten Nacktfesten. Tausende von Einheimischen und Reisenden pilgern zum Owari Okunitama Jinja-Schrein in Inazawa, um ihr Unglück loszuwerden.

Eine Präfektur und ihr Miso

Die Menschen in Aichi und ganz besonders in der Hauptstadt Nagoya lieben ihr Miso. Miso wird beinahe für alles als Zutat verwendet und dazu gibt es Miso in den verschiedensten Sorten und ganzen sechs Farben: Braun, Gelb, Ocker, Rötlich-Braun, Rot und Gelb-Braun.

Zu den bekanntesten Gerichten gehört unter anderem Miso Katsu, paniertes Schweineschnitzel mit Misosauce. Passenderweise ist Aichi ein großes Industriezentrum für die Herstellung von Japans heiß geliebter Sojabohnenpaste. Zudem gibt es hier eine ganz eigene Art von Miso: Hatcho-Miso, das sich durch seine rötlich-braune Farbe und seinen starken Umami-Geschmack auszeichnet. Lange haltbar, nahrhaft und sättigend war Hatcho-Miso damals so geschätzt, dass die Samurai es für ihre Rationen verwendeten.

Ungleich viele anderen Arten von Miso, die mit weiteren Inhaltsstoffen wie Reis fermentiert werden, werden für Hatcho-Miso ausschließlich Sojabohnen und Salz verwendet. Es wird mindestens anderthalb Jahre lang nach einer ganz speziellen Methode fermentiert. Diese Methode hält den feuchten Sommern in Aichi stand und macht somit die Produktion von Miso im großen Stil trotz des Klimas möglich.

Farbenfrohe Blätter und Kirschblüten im Herbst

Eine der besten Jahreszeiten für einen Besuch in Aichi ist der Herbst. Dank der farbenfrohen Natur und der insgesamt milden Temperatur können Besucher die wahre Schönheit dieser Präfektur genießen.

Sehenswert sind unter anderem die Schlucht Kōrankei entlang des Tomoe-Flusses. Die Schlucht ist berühmt für ihre unzähligen Ahornbäume, die die Berge im Herbst in leuchtende Rot-, Orange- und Goldtöne tauchen. Die malerische Taigetsukyo-Brücke bietet einen herrlichen Ort, um den Fluss zu überqueren, und erlaubt es den Reisenden, die malerische Berglandschaft zu erkunden.

Aichi Ghibli
Satsuki und Meis Haus im Herbstzauber Bild: Y Katsuuu

Ein weiterer großartiger Ort, um die Herbstblätter in Aichi zu bewundern, ist der Obara Fureai Park. Dieser bietet den seltenen Anblick von Shikizakura-Kirschbäumen, die im Frühling und dann wieder im Herbst blühen. Die blass rosafarbenen Kirschblüten vor dem satten Herbstlaub bieten einen einzigartigen Anblick. Etwa 1500 Ahornbäume im Higashi-Park von Okazaki werden darüber hinaus nach Einbruch der Dunkelheit angeleuchtet und lassen so die warmen Farben in der Dunkelheit erstrahlen.

Die Präfektur hat landschaftlich und geschichtlich so einiges für ihre Besucher und Bewohner zu bieten, aber auch für Fans des Anime Studio Ghibli ist Aichi einen Besuch wert. In Nagoya lohnt es sich, das Haus von Satsuki und Mei zu besichtigen. Dieses ländliche Haus wurde durch den Anime-Hit „Mein Nachbar Totoro“ berühmt. Es liegt inmitten des großen Ai-Chikyuhaku-Gedächtnisparks und das umliegende Laub verleiht der Anlage eine idyllische Atmosphäre. Hier kann man sich in das Jahr 1958 zurückversetzen lassen und jeden Winkel des Hauses selbst erkunden. Außerdem ist hier für das Jahr 2022 die Eröffnung des Ghibli Park Aichi geplant.

Mehr zu der Präfektur findet ihr auf Japan Travel und auf der offiziellen Webseite der Präfektur Aichi.

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