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Ein Hund und Geister

Die Präfektur Akita – berühmt für ihre Traditionen, ihre Berge und einen Hund

Wenn die Menschen den Namen Akita hören, denken sie wahrscheinlich zuallererst an die Hunderasse, die ihren Ursprung in der gleichnamigen Präfektur hat. Doch die südlich von Aomori gelegene Präfektur hat für die Menschen, die dort leben, und für ihre Besucher weit mehr zu bieten.

Eine lange Zeit isolierte Präfektur

Die Präfektur Akita wurde durch die Zusammenlegung der früheren Provinzen Dewa und Mutsu gebildet und war lange Zeit von den bedeutendsten wirtschaftlichen und politischen Zentren Japans durch die Gebirge Ōu und Dewa abgeschnitten. Daher verblieb Akita noch bis in das Jahr 600 weitgehend isoliert von den übrigen Teilen des Landes. Die Menschen in der Region Akita waren hauptsächlich Jäger und Sammler und überwiegend nomadisch lebende Stämme.

Daher bietet diese Präfektur noch heute eine Vielzahl an traditionellen Bräuchen, von denen 17 als nationales japanisches Volkskulturerbe bezeichnet werden. Zu den bekanntesten gehören die dämonenartigen Namahage auf der Oga-Halbinsel.

Alljährlich am Neujahrsabend fallen Scharen dieser wild dreinblickenden Geister über die Gemeinde her. Wobei sie mit riesigen Messern und bedrohlichen Knurren die Kinder erschrecken.

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Sie ziehen von Haus zu Haus, immer auf der Suche nach „Faulenzern und unartigen Kindern“. Die Namahage sowie weitere Raihōshin (göttliche Besucher) aus dem gesamten Land wurden im Jahr 2018 in die Liste der UNESCO als immaterielles Kulturerbe aufgenommen.

Namahage in Akita
Ein Namahage auf dem Weg, die Menschen zu erschrecken

Berge, Wälder und der tiefste See des Landes

Die Präfektur Akita liegt entlang des Japanischen Meeres in der Region Tōhoku im Nordwesten der Hauptinsel Honshū. Gemessen an ihrer Fläche ist sie die sechstgrößte Präfektur des Landes.

Die wichtigsten Gebirgszüge sind die von Norden nach Süden verlaufenden Ōu-Berge entlang der Präfektur Iwate und die Dewa-Berge im Herzen von Akita. Jahrhundertealte Buchenwälder bedecken darüber hinaus die Shirakami Berge, die ebenfalls als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet sind. Der höchste Berg von Akita ist der Berg Chōkai mit 2.236 Metern.

Durch die nördliche Lage herrscht in Akita vor allem ein kühles Klima mit viel Niederschlag, wobei im Winter die Schneehöhe in einigen Gebieten mehrere Meter erreichen kann. Das Rückgrat der Wirtschaft stellen vor allem die Landwirtschaft, insbesondere der Reisanbau, und die Forstwirtschaft dar. Allerdings hat auch die Herstellung von elektronischen Bauteilen in jüngerer Zeit immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Das bergige Terrain und die zerklüftete Küstenlinie von Akita bieten Besuchern landschaftlich reizvolle Aussichten sowie eine breite Palette an Outdoor-Aktivitäten. Wandern, Radfahren und Skifahren gehören zu den Aktivitäten, für die die Besucher der Präfektur hoch in den Norden Japans kommen.

Das wohl bekannteste Naturschauspiel der Präfektur ist der Tazawa See. Mit einer maximalen Tiefe von 423 Metern ist er nicht nur der tiefste See Japans, sondern sein kobaltblaues Wasser gefriert selbst in den kalten Wintern Akitas nicht. Dies schreiben die Menschen einer Legende zu, laut der tief unter der Wasseroberfläche ein Drache lebt.

Festivals und die Frauen von Akita

Wie in anderen Teilen des Landes werden auch in Akita eine Reihe von landesweit bekannten Events veranstaltet. Immer am vierten Samstag im August strömen die Fans von Feuerwerken nach Daisen, um beim nationalen Feuerwerkswettbewerb „Ōmagari“ die besten Pyrotechniker des Landes gegeneinander antreten zu sehen.

Darüber hinaus werden im Rahmen eines mehr als 400 Jahre alten Winterfestes am 15. und 16. Februar bis zu drei Meter hohe Schneehäuser aufgebaut und von innen beleuchtet. Diese Kamakura genannten Gebilde, die an ein Iglu erinnern, tauchen die Stadt Yokote am Abend in einen verträumten Glanz.

Akita Schnee
Der Winter in Akita ist hart aber schön

Doch auch der Frühling hat so einiges zu bieten. Im Frühling kommen die Menschen in die Stadt Semboku, um die Blüten der Trauerkirschen zu bewundern, die die Straßen Kakunodate säumen. Außerdem ist die Region von Kakunodate wegen seiner gut erhaltenen Samurai-Residenzen bekannt, was ihr den Spitznamen „Klein-Kyoto“ eingebracht hat.

Die Präfektur Akita hat darüber hinaus den Ruf, die Heimat außergewöhnlich schöner Frauen zu sein. Dieser Ruf geht auf die Heian-Zeit (794-1185) und die berühmte Dichterin Ono no Komachi zurück. Auch wenn natürlich die Schönheit im Auge des Betrachters liegt, werden das kühle, feuchte Klima der Präfektur, der häufig bedeckte Himmel und die frische Bergluft der Präfektur als besonders vorteilhaft für die eigene Haut empfunden.

Reisspieße und fermentierter Fisch

Ein bekanntes Gericht, das man sich in der Präfektur Akita nicht entgehen lassen sollte, ist „Kiritanpo“. Auf traditionelle Weise werden die Reisspieße über einer offenen Feuerstelle geröstet. Wenn die Oberfläche des Reis karamellisiert und dadurch knusprig geworden ist, werden die Kiritanpo mit süßem Miso serviert. Dieses Gericht kann beinahe überall in Akita genossen werden.

Dank der Küstenlinie im Westen ist die Präfektur Akita natürlich auch reich an Meeresfrüchten. Bei den Menschen der Präfektur ist ein Fischgericht durch seinen kräftigen Geschmack besonders beliebt. Das Hatahata Zushi. Dies ist fermentierter Fisch, der mit Reis und Gemüse eingelegt wird.

Dadurch zieht der Geschmack des Gemüses in den marinierten Hatahata über längere Zeit ein und verleiht dem Fisch sein besonders vollmundiges Aroma. Vor allem in Kombination mit dem regional produzierten Sake wird Hatahata Zushi von den Einheimischen sehr geschätzt.

Ein beinahe furchtloser Hund

Natürlich sollte man bei all der landschaftlichen und kulturellen Schönheit der Präfektur die bekannte Hunderasse Akita nicht vergessen. Die Geschichte des Akita reicht dabei mindestens 1000 Jahre zurück.

Was die heutigen Hundebesitzer der Akita oftmals als „Sturheit“ bezeichnen, wurde ursprünglich als ausdauernd und furchtlos angesehen. Dies waren zwei essenzielle Eigenschaften der Rasse.

Dieser Hund wurde gezüchtet, um den Menschen bei der Jagd mit Pfeil und Bogen zu unterstützen und sollte dabei die ursprünglichen Fähigkeiten des Wolfs beibehalten. Selbst in Angesicht von Wildschweinen und sogar Bären zeigte sich die Rasse der Akita furchtlos.

Für Menschen, die gerne einmal abseits der üblichen Touristenhotspots die vielseitige Natur des Landes erleben möchten, ist die nördliche Präfektur Akita ein ganz besonderes Ziel. Da lohnt es sich auch, die eventuell längere Anreise mit dem Zug in Kauf zu nehmen. Mehr zu der Präfektur findet ihr auf Japan Travel und auf der offiziellen Webseite der Präfektur Akita.

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