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Eine Halbinsel und ihre Präfektur

Die Präfektur Chiba – Die Küche Tokyos und wunderschöne Landschaften

Die Präfektur Chiba ist vielen vor allem ein Begriff, da sie den Narita Flughafen und Tokio Disneyland beheimatet. Doch neben diesem wichtigen Luftverkehrsknotenpunkt und dem berühmten Freizeitpark gilt die Präfektur Chiba vor allem als Nahrungsquelle für die Menschen in Tokyo.

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Im Jahr 645 erfuhr die Verwaltungsstruktur der heutigen Präfektur Chiba eine signifikante Änderung. Die historische Provinz Fusa, die einen Großteil der heutigen Präfekturen Chiba und Ibaraki umfasste, wurde in zwei Provinzen aufgeteilt: die Provinz Shimōsa im nördlichen und Kazusa im südlichen Bereich.

Die Halbinsel Bōsō und ihre Präfektur

Die Provinz Awa im Süden des heutigen Chiba entstand im Jahr 718 durch die Abtrennung von der Provinz Kazusa. Diese Aufteilung sollte bis zum Ende der Meiji Restauration Bestand haben, bis alle Provinzen zu der heute bekannten Präfektur Chiba zusammengelegt wurden. Der Name der Bōsō-Halbinsel entstand dabei aus der Zusammensetzung der alternativen Lesungen für die Provinzen Awa „Bou“ und Fusa „Sou“.

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Im Norden grenzt die Präfektur Chiba mit dem Fluss Tone an die Präfektur Ibaraki und im Westen mit dem Fluss Edo an die Präfekturen Tokio und Saitama. Der Pazifische Ozean liegt im Osten und die Bucht von Tokio bildet die südliche Außengrenze. Der überwiegende Teil von Chiba liegt auf der gebirgigen Bōsō-Halbinsel, einem Gebiet mit intensivem Reisanbau.

Die Ostküste ist dabei ein landschaftlich besonders ertragreiches Gebiet. Die bevölkerungsreichste Zone im Nordwesten der Präfektur ist Teil der Kantō-Region, die sich bis in den Ballungsraum von Tokio und Saitama erstreckt. Durch die Nähe zum Fluss Kuroshio ist es in Chiba im Winter relativ warm und im Sommer kühler als im benachbarten Tokio.

Chiba Straende
Zahlreiche Strände laden zum Baden ein. Foto: Erika M. Unsplash

Landwirtschaft und Industrie in Chiba

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Chiba stellt eines der größten Industriegebiete Japans dar. Das liegt vor allem an der langen Küstenlinie an der Bucht von Tokio. Im Jahr 1950 wurde Chiba als Standort für eine wichtige Fabrik von Kawasaki Stahl bestimmt.

Daraufhin startete die Präfekturverwaltung ein sehr großes Landgewinnungsprogramm. Sie füllten die Wasserflächen auf, um große, vorgelagerte Grundstücke für Fabriken, Lagerhäuser und Docks zu schaffen. Die Chemieproduktion, die Veredelung der Petrochemie und der Maschinenbau sind die drei Hauptindustrien in Chiba. Sie machen 45 % der Exporte Chibas aus.

Unter anderem ist Chiba ebenfalls bekannt für seine Erdnüsse, doch abgesehen davon ist die Präfektur mit ihrem milden Klima und fruchtbarem Boden auch das Zentrum für den Anbau verschiedenster anderer Zutaten.

Hierzu gehören unter anderem Gemüse wie Daikon, Karotten und vieles mehr. Auch Früchte wie die japanischen Pflaumen und Birnen sowie Meeresfrüchte wie Hummer, Abalone, Seetang, Sardinen und andere sind der Grund dafür, dass die Präfektur eine der führenden Präfekturen Japans bei der Gewinnung von Land-, Forst- und Fischereiprodukten ist.

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Dank der ertragreichen Reisproduktion gibt es außerdem etwa 40 Sake-Brauereien. Viele dieser Sake-Brauereien bieten Interessierten vor Ort Führungen an, sodass sich ein Besuch als heimliche Attraktion anbietet. Auch für einen Großteil der Sojasoßenproduktion in der Region Kantō ist Chiba verantwortlich.

Küsten und weitläufige Naturparks

Chiba ist nicht allein wegen seiner wirtschaftlichen Seiten bekannt, sondern vor allem auch dank seiner vielseitigen Regionen. Zu großen Teilen vom Meer umschlossen bietet die Präfektur den Menschen zahlreiche Strände und Häfen.

Neben der Landwirtschaft hat die Natur von Chiba allerdings auch für Parkbesucher und Outdoor-Freunde vieles zu bieten. Viele Naturspots gelten als beliebte Ausflugsziele für Wanderer, Fotografen und Drohnenbesitzer. Vieles in dieser Präfektur wirkt entweder außergewöhnlich oder gar verlassen und doch sind es diese Orte, die der Präfektur einen ganz eigenen Charme verleihen.

Der Egawa Kaigan wird auch als der Salzsee von Uyuni bezeichnet. Er ist bekannt für seine natürliche Küste, wo sich hunderte Meter Wattfläche in das Meer hinaus ausdehnen. Bei Ebbe kann man hier weit hinausgehen, um zum Beispiel nach Muscheln zu graben.

Besonders seltsam wirken die zahlreichen Telefonmasten, die mitten im Wasser stehen. Besonders in den Abendstunden ist dieser Ort für Fotografen und Drohnenpiloten ein beliebtes Ziel. Darüber hinaus ist diese Küstenregion auch bei Fans des Films Chihiros Reise ins Zauberland bekannt, da sie für Chihiros Zugreise Modell stand.

Parks in Chiba
Weitläufige Parks und Blumenpracht. Foto: Komett Pixabay

Der Funabashi H.C. Andersen Park ist ein Park in Funabashi, der vor allem durch seine große Windmühle geprägt ist. Mit den zu jeder Jahreszeit wechselnden Blumen bietet dieser Park eine an Dänemark erinnernde Landschaft. Das gilt insbesondere für die Zeit des Jahres, während der die Tulpen in voller Blüte stehen. Im Frühling ist dieser Park auch für seine Kirschblüten bekannt und er wird von Menschen aus ganz Japan aufgesucht, welche die Blumen, die Bäume und vor allem die Windmühle bestaunen wollen.

Der weiße Leuchtturm Inubosaki Todai gehört zu den 100 schönsten Leuchttürmen der Welt. Die Szenerie mit ihren Wellen, die auf die von den Gezeiten geformten Felsen und massiven Gesteinsformationen treffen, ist für die japanische Filmindustrie ein beliebtes Motiv geworden. Inubosaki ragt in den Pazifischen Ozean hinein und ist vor allem am Neujahrsmorgen ein besonders beliebter Ausflugsort, um den ersten Sonnenaufgang des neuen Jahres zu sehen.

Von kräftigen Ramen zu kreativen Makisushi

Die Stadt Sodegaura, die vor allem für ihre Molkereiprodukte bekannt ist, hat ihre sogenannten Gau-Ramen Nudeln zu einem hochgeschätzten kulinarischen Ereignis in Chiba werden lassen. Die Gau-Ramen-Brühe wird mit hochwertiger Milch und Frischkäse zubereitet, wodurch das Gericht einen ausgesprochen vollmundigen Geschmack erhält. Ein Hauch von Ingwer gibt dieser überaus beliebten Ramen-Variante das gewisse Etwas.

Da Chiba vom Meer umgeben ist und gleichzeitig viel Natur im Innern der Halbinsel aufweist, bietet es seinen Bewohnern und Besuchern eine ebenso abwechslungsreiche Speisekarte. Besonders den Fans von Unagi bietet die Präfektur einen ganz besonderen Höhepunkt: In der Stadt Narita, die vielen vor allem durch den internationalen Flughafen bekannt ist, ist die Zubereitung von über Holzkohle gegrilltem Aal seit Jahrhunderten Tradition, wobei die örtlichen Restaurants auch heute noch den Wohlstand der Edo-Zeit ausstrahlen.

Auch Freunde von Sushi kommen voll auf ihre Kosten! Während Makizushi in ganz Japan verbreitet ist, wird in Chiba die Kreativität bei der Zubereitung großgeschrieben. Futomakizushi wird so zubereitet, dass sich beim Anschneiden ein wunderschönes Muster- und Farbenspiel ergibt, das die reichhaltigen Meeresfrüchte der Region widerspiegelt. Es unterscheidet sich auch im Geschmack von den meisten in anderen Präfekturen angebotenen Sushi Varianten, da der Geschmack des Futomakizushis ein wenig süßer ist.

Nicht nur ein Flughafen

Die Stadt Narita wird vor allem wegen ihres Flughafens besucht. Dennoch gibt es neben der traditionellen Küche und der vielseitigen Natur auch noch einen ganz besonderen Ort, für den die Menschen in Japan nach Chiba kommen: der Narita-san.

Er ist ein buddhistischer Shingon-Tempel, der sich mitten im Zentrum von Narita befindet. Wie der Name vermuten lässt, befindet sich der Tempel auf der Spitze des Hügels. Der jetzige Haupttempel wurde 1967 wiederaufgebaut und er zählt zu den bekanntesten in der Kantō-Region. Bekannt ist der Tempel für den „Ofudo-sama (Fudo-myoo, der Gott des Feuers) von Narita“, den man landesweit verehrt. Er gehört zu den wichtigsten spirituellen Kultstätten in Japan.

Hinter dem Hauptgebäude des Tempels befindet sich der Narita-san-Park. Er wurde 1928 eröffnet und umfasst eine Fläche von ca. 165.000 Quadratmetern. Hier ist es sogar möglich, an einer Teezeremonie unter freiem Himmel teilzunehmen.

Nachisan in chiba
Der Narita-san unter blauem Himmel. Foto: Luca Dal Molin Unsplash

Zu den wichtigsten jährlichen Veranstaltungen finden sich regelmäßig große Menschenmengen ein. Dazu gehören das Oshogatsu-Fest im Januar, das Setsubun-Fest im Februar und das Taiko-Trommelfest im April. Außerdem gibt es im Mai Aufführungen von Noh-Theaterstücken. Der Park des Narita-san wird auch wegen der Pflaumenblüten im Frühjahr und natürlich wegen des farbenfrohen Herbstlaubs aufgesucht.

Eine unterschätzte Präfektur

Viele Menschen besuchen die Präfektur Chiba vor allem auf der Durchreise nach Tokio vom Flughafen Narita aus. Durch ihre Nähe zur Hauptstadt, ihre vielseitige Natur und ihre wirtschaftliche Bedeutung führen die Menschen in Chiba ein besonders angenehmes Leben, doch auch für einen Ausflug ist die Präfektur immer wieder einen Besuch wert. Hier kann man zahlreiche Spezialitäten genießen oder gut versteckte landschaftliche Höhepunkte entdecken.

Mehr zu der Präfektur findet ihr auf Japan Travel und auf der offiziellen Webseite der Präfektur Chiba.

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