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Der erste Nationalpark von Japan

Die Präfektur Kagawa – von Oliven und moderner Kunst

Die Präfektur Kagawa befinden sich auf Shikoku, der kleinsten von Japans vier Hauptinseln. Neben der Hauptstadt Takamatsu, die auch das Tor zum Seto-Binnenmeer genannt wird, besteht die Präfektur aus unzähligen kleinen Inseln. Zu den bekanntesten zählt dabei die Insel Naoshima, die neben ihrer reichhaltigen Natur vorrangig für ihre landesweit berühmte Kunst bekannt ist.

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Kagawa liegt im Nordosten von Shikoku. Mit einer Fläche von ca. 1.876 km² nimmt die kleinste der insgesamt 47 Präfekturen Japans nur 0,5 % der Fläche des Landes ein. Im Osten, Norden und Westen liegt sie am Seto-Binnenmeer und ist mit der Präfektur Okayama am gegenüberliegenden Ufer durch die große Seto-Brücke verbunden.

Kagawa, die Präfektur mit Blick auf das Meer

Diese zählt zu den längsten Brücken der Welt. Die Sanuki-Berge, eine von Osten nach Westen verlaufende Gebirgskette im Süden Kagawas, fungieren dabei als Grenzlinie zur angrenzenden Präfektur Tokushima.

Ursprünglich hatte die Region der Präfektur Kagawa den Namen Sanuki, wobei vermutet wird, dass dieser Name sich auf die Schönheit der Natur bezieht, da er sich aus den Schriftzeichen für „Berglandschaft“ und „hohes Lob“ zusammensetzt. Der heutige Name Kagawa setzt sich darüber hinaus aus den beiden Schriftzeichen für Duft und Fluss zusammen, was so viel wie duftender Fluss bedeutet. Dieser Name hat seinen Ursprung in den sauberen und frisch duftenden Flüssen, die durch die Präfektur fließen.

Kagawa seto bruecke
Die beeindruckende Seto-Brücke. Foto: Sen Lee, Unsplash

Die Region war in den Jahren der Murimachi Zeit von 1333 bis 1573 und der Azuchi-Momoyama Zeit von 1573 bis 1603 der Schauplatz zahlreicher Konflikte und kriegerischen Auseinandersetzungen. Erst mit dem Beginn der Edo Zeit im Jahr 1603 kehrte auch in dieser Region Japans der lang anhaltende Frieden ein. Die heutige Präfektur Kagawa entstand im Laufe der Meiji Zeit, in der sich das Land immer weiter für den Westen öffnete. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Seto-Inseln und das Seto-Binnenmeer zum ersten Nationalpark Japans ausgeschrieben.

Naoshima, die Insel der Kunst

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Lange Zeit war Naoshima ein sehr verschlafener Ort, bis Anfang der 90er-Jahre ein kunstbegeisterter Geschäftsmann damit begann, das Bild und infolgedessen die Vielseitigkeit der Insel kulturell aufzuwerten. Heute ist die Insel weltweit eines der beliebtesten Ziele für Kunstliebhaber, denn auf Naoshima liegen Natur und Kunst ganz dicht beieinander.

Hier findet man endlose Wälder, in denen man sich verlieren kann und wunderschöne weiße Strände, die zum Entspannen und Verweilen am blauen Meer einladen. Weiterhin ist Naoshima zu einem Zentrum der zeitgenössischen Kunst geworden. Die Benesse Art Site ist eine einmalige Institution, in der Natur und Kunst nahtlos vereint wird.

Daher kann die gesamte Insel eigentlich als ein Museum betrachtet werden. Die Benesse Art Site ist ein Museum, ein Hotel und zugleich noch viel mehr. Die moderne, oftmals vor Ort geschaffene Kunst, kann hier nicht nur innerhalb der Gebäude bewundert werden, sondern auch unter freiem Himmel.

Kagawa Naoshima Kuerbis
Der berühmte Kürbis von Naoshima. Foto: Kirill, Unsplash

Sehr bekannt sind insbesondere die Kürbis-Skulpturen von Yayoi Kusama an der Küste von Naoshima, die die Menschen auf den Fähren begrüßen. Das Motto der Benesse Art Site ist, dass man die ganze Region mit ihren Inseln als eine Leinwand verwendet und das spiegelt sich besonders in den Bewohnern von Naoshima wieder.

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Die Älteren, die ein Teil der eigentlichen Entstehung dieser besonderen Kunstbewegung waren, sind noch heute stolz darauf und genießen das Leben mit der Kunst jeden Tag aufs neue, um es weiter an die jüngere Generation heranzutragen. Die Anwohner kommunizieren mit den Besuchern mithilfe der Kunst und vermitteln so eine aufrichtige Freundlichkeit und Lebensfreude mithilfe ihrer Kunsthandwerke.

Shodoshima, die Insel der Oliven

Shodoshima ist primär für seine Olivenfarm bekannt und bietet darüber hinaus auch noch eine Besonderheit für Fans des Animationsstudios Ghibli. Die Insel ist innerhalb von 60 Minuten von der Hauptstadt Takamatsu mit der Fähre zu erreichen. Auch von Okayama, Himeji oder Kobe ist es nicht weit mit dem Schiff.

In der Mitte der Insel befindet sich die Kankakei Schlucht. Diese ist hauptsächlich aufgrund ihres Herbstlaubes beliebt, welches man hier von weit oben mit der Küste im Hintergrund bestaunen kann.

Kagawa shodoshima
Eine traditionelle Feuerstelle im Filmdorf auf Shodoshima. Foto: Susann Schuster, Unsplash

Im südlichen Teil der Insel befindet sich das Nijushi no Hitomi Eigamura, das Filmdorf, in dem der Klassiker „Nijushi no Hitomo“ im Jahr 1954 gedreht wurde. Hier können Filmfreunde die originalen Filmsets von damals bewundern und somit ein wenig in der Zeit zurückreisen. Ein Schulgebäude, Wohnhäuser und ein Schrein sind Teil der Einrichtungen, die besucht und oftmals auch direkt betreten werden können. Hier wird den Besuchern außerdem ein Eis mit einer etwas ungewöhnlichen Geschmacksrichtung angeboten, nämlich Sojasoße.

Das Klima der Insel eignet sich perfekt für den Anbau von Oliven und passend dazu gibt es hier eine Windmühle im griechischen Stil. Alles ist in den Farben Blau und Weiß gehalten. Die Windmühle selbst diente als Inspiration für den Ghibli Film „Kikis kleiner Lieferservice“. Auf einem Besen sitzend und in die Luft springend, kann man sich hier im Stile des Anime fotografieren lassen.

kagawa windmuehle
Die berühmte griechische Windmühle. Foto: Susann Schuster

Köstlichkeiten aus Kagawa

Sanuki Udon

Kagawa wird oftmals auch als die Udon Präfektur bezeichnet. Sanuki Udon sind dicke Nudeln, die in einer leichten Sardinenbrühe schwimmen, benannt nach der Stadt Sanuki.  Obwohl es in der Präfektur Kagawa nicht weniger als 800 Udon-Läden gibt, befinden sich diese hauptsächlich im Westen und nur sehr wenige im Osten.

Im Vergleich zum normalen Nudelteig, der relativ einfach zuzubereiten ist, erfordern Udon-Nudeln eine aufwändigere Zubereitung. Die Suppe muss mit den dazugehörigen Zutaten zubereitet werden. Deshalb wurden Udon-Nudeln früher auf dem Lande meist anlässlich von Versammlungen und während der Reisanbauzeit gekocht, damit alle gemeinsam diese besondere Mahlzeit genießen konnten.

Oliven Wagyu

Bei hochwertigem Wagyu denken viele Menschen zuallererst einmal an Kobe. Doch es gibt eine Art von japanischem Rindfleisch, welches sogar noch viel seltener ist. Oliven Wagyu gilt als das seltenste Steak der Welt, und es gibt nur etwa 2.200 Exemplare dieses speziellen Rindes. Weiterhin werden jeden Monat nur einige wenige für ihr Fleisch geschlachtet.

In der japanischen Präfektur Kagawa werden die Kühe mit einem speziellen Futter aus Inawara-Reisstroh, italienischem Weidelgras und gepresstem Olivenbrei gefüttert. Diese Oliven stammen natürlich aus Shodoshima, wo die Frucht seit 1908 angebaut wird. In dem Bestreben, nichts zu verschwenden, suchte der Viehzüchter Masaki Ishii nach einer Möglichkeit, den bei der Olivenölproduktion anfallenden Trub zu verwerten.

Hierfür entwickelte er eine Methode, um das Fruchtfleisch zu rösten und zu trocknen, wodurch dessen Süße herausgeholt wird. Dies macht es auch schmackhafter für die Kühe. Das Ergebnis ist ein hochwertiges Steak mit einem kräftigen Geschmack.

Eine unbekannte Schönheit

Vielen Menschen gar nicht so wirklich bekannt, bietet die kleinste aller Präfekturen in Japan zahlreiche einzigartige Sehenswürdigkeiten und sollte auf jeden Fall bei einem Japanbesuch mit eingeplant werden. Vielleicht schafft man es nicht beim ersten Mal, aber wer sich nicht von diesem Land lösen kann, der sollte auf jeden Fall später die Präfektur am Seto-Binnenmeer aufsuchen.

Weitere Informationen und wie man seine eigene Reise durch Kagawa planen kann, findet man auf der Webseite zum Kagawa Culture Compass.

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