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Natur und viel Meer

Die Präfektur Kochi – das unberührte Japan

Die Präfektur Kochi liegt auf Japans kleinster Hauptinsel Shikoku und erstreckt sich dort fast über die gesamte Länge der südlichen Küste Richtung Pazifik.

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Das heutige Kochi ist beinahe identisch mit der ehemaligen Provinz Tosa, welche bereits seit dem 8. Jahrhundert bestand und sich im Laufe der Zeit praktisch nicht verändert hat. Im Zuge der Meiji-Restauration und der damit verbundenen Abschaffung der einstigen Fürstentümer wurde die Provinz im Jahre 1871 zur Präfektur Kochi erklärt. Verwaltungssitz ist dabei die gleichnamige Hafenstadt, die in der Urado Bucht liegt.

Burg Kochi – eine der wenigen Original-Burgen Japans

Die Burganlage befindet sich in der Hauptstadt und war in der Edo-Zeit der Sitz des Yamanouchi Clans, einer einflussreichen Samurai Familie. Ihre durch Steinmauern und einen Burggraben befestigte Wehranlage stammt aus dem Jahr 1603, allerdings brannte sie bei einem Feuer nieder. Diesem Schicksal fielen die meisten japanischen Burgen zum Opfer, da der Großteil der Gebäude aus Holz gefertigt wurde.

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Die Burg Kochi allerdings wurde 1749 wieder aufgebaut und besteht in vielen Teilen noch heute, was sie zu einer der wenigen Anlagen macht, die im Original erhalten sind. Vom historischen Burgturm aus hat man einen Blick auf die Hauptstadt und das Areal ist besonders im Frühling zur Kirschblüte sehr beliebt.

Burg Kochi ist teilweise noch im Original erhalten.
Burg Kochi ist teilweise noch im Original erhalten. Bild: chee_hian / CC BY 2.0

Sakamoto Ryoma – ein Nationalheld aus Kochi

Die Präfektur war der Geburtsort von Sakamoto Ryoma, einem Wegbereiter der Meiji-Restauration, dessen Denkmäler und Statuen man überall in Kochi findet. Zwar stammte er selbst aus einer Samurai Familie, beschloss aber nach mehreren schlimmen Erlebnissen, die Standesunterschiede und die damit verbundene Willkür der herrschenden Samurai zu beseitigen.

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Sakamoto war maßgeblich an der Vereinigung der Rebellen aus Chōshū und Satsuma beteiligt, die es sich zum Ziel gemacht hatten, den Shogun zu stürzen und die Modernisierung Japans voranzutreiben. Da er 1867 durch ein Attentat ums Leben kam, erlebte er die Meiji-Restauration nicht mehr, hatte aber im Vorfeld viel dazu beigetragen und wird noch heute von vielen Japaner*innen als Nationalheld verehrt.

Unberührte Natur und atemberaubende Küsten

Der Shimanto Fluss ist noch in seiner ursprünglichen Form erhalten.
Der Shimanto Fluss ist noch in seiner ursprünglichen Form erhalten. Bild: Natascha Machner

Kochi ist durch die vergleichsweise abgeschiedene Lage in vielen Teilen noch sehr ursprünglich und bietet daher vor allem landschaftliche Besonderheiten. So gilt der fast 200 Kilometer lange Shimanto Fluss als der letzte, welcher ohne Dämme und Blockaden noch frei fließt und keine Begradigungen oder sonstige Einschnitte erfahren hat.

Auch der Niyodo Fluss und die von ihm gebildete Nakatsu Schlucht sind besondere Highlights der Präfektur und werden von allen geschätzt, die unberührte Natur und Wanderwege mögen. Daneben bietet Kochi auch eine üppige und vor allem abwechslungsreiche Küstenlandschaft. So findet man hier Kaps und Steilküsten wie beispielsweise auf der Ashizuri Halbinsel, aber auch Sandstrände und Kiefernwälder. Der Katsurahama Strand zählt hierbei zu den schönsten Gegenden in der Präfektur und ist ein beliebtes Fotomotiv.

Strände und Küstenlandschaften prägen die Präfektur.
Strände und Küstenlandschaften prägen die Präfektur. Bild: Natascha Machner

Kulinarisches Highlight aus Kochi: Katsuo Tataki

Tataki ist eine japanische Zubereitungsmethode für Fisch und Fleisch, die in Kochi ihren Ursprung hatte. Dabei wird dieses nur kurz über Feuer oder auf einer Grillplatte angebraten und im Anschluss in Scheiben geschnitten und meist mit Ingwer serviert. Diese Art der Zubereitung mit äußeren Röstaromen und dem innen noch rohen Fisch, bzw. Fleisch ist mittlerweile auch in Europa bekannt und beliebt, besonders als Lachs- oder Thunfisch-Tataki.

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Original allerdings wird es in Kochi mit Bonito Fisch (jap. Katsuo) zubereitet und gilt als kulinarisches Highlight der Präfektur. Man findet das Gericht überall in der Gegend, besonders beliebt aber ist der Hirome Ichiba Markt, wo man es an vielen kleinen Restaurants und Essensständen findet.

Katsuo no Tataki - eine Spezialität aus Kochi.
Katsuo no Tataki – eine Spezialität aus Kochi. Bild: Fabienne Machner

Eines der großen Feste Japans: Yosakoi Matsuri

Festlicher Höhepunkt in Kochi ist jeden Sommer das Yosakoi Matsuri, bei welchem sich die Stadt in ein buntes Tanz-Spektakel verwandelt. Yosakoi ist ein traditioneller Straßentanz, der seinen Ursprung hier hat und aus traditionellen Tanzelementen in Verbindung mit teils modern interpretierter Musik besteht.

Dieser wird in meist riesigen Gruppen aufgeführt und zeichnet sich durch energetische Bewegungen und farbenfroh gekleidete Tänzer*innen aus. Die als naruko bezeichneten Holz-Ratschen sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil, aber auch Fächer, Schirme und Lampen werden häufig genutzt. Ursprünglich wurden die Ratschen genutzt, um Krähen von den Reisfeldern zu vertreiben. Heute ist Yosakoi in ganz Japan beliebt und das Festival zieht jährlich Millionen von Besucher*innen und über 10.000 Tänzer*innen an.

Yosakoi Matsuri in Kochi.
Yosakoi Matsuri in Kochi. Bild: Kumar Nav | CC BY-SA 2.0

Die Präfektur Kochi ist definitiv ein eher unbekanntes Reiseziel in Japan, besticht aber durch ihre Ruhe und die unberührte Natur. Sie ist auch Teil des Shikoku Pilgerpfades und ein Geheimtipp für alle, die das ursprüngliche Japan erleben möchten. Mehr Informationen finden sich auf JapanTravel.

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