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Die Präfektur Mie – Die Heimat von Japans heiligsten Schrein

Die Präfektur Mie befindet sich ebenso wie die Präfekturen Osaka und Kyoto in der Kansai Region im Westen von Japan. Während den meisten Menschen Osaka und Kyoto ein Begriff sind, wird dabei die doch eher beschauliche Mie Präfektur gerne übersehen. Und das, obwohl diese einen der wichtigsten Orte mit Verbindung zum japanischen Shintoglauben beherbergt.

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Mie beherbergt einige der historisch bedeutendsten und heiligsten Stätten Japans. Sie bietet die Möglichkeit, in die Kultur einzutauchen und zu erfahren, was die Menschen hier zu schätzen wissen. Für die Liebhaber der kulinarischen Spezialitäten bietet Mie dank seiner Lage am Meer eine Vielzahl von Meeresfrüchten und eine der besten japanischen Rindfleischsorten. Weiterhin besticht die Region durch ihre natürliche Schönheit mit dichten, uralten Wäldern, in denen rauschende Wasserfälle zu bewundern sind. Aber auch unter Motorsportfans ist die Präfektur Mie für den Großer Preis von Japan der Formel 1 in Suzuka international bekannt.

Das Klima in Mie

Die Präfektur Mie erstreckt sich über Ebenen, Tieflandgebiete und Gebirgsregionen. Aufgrund der unterschiedlichen geografischen Beschaffenheit des Gebiets weist das Klima der Präfektur eine Vielzahl von Charakteristika auf.

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Die jährliche Durchschnittstemperatur in der Ise-Ebene beträgt dabei 15° C, was für Japan als relativ hoch gewertet wird. Das Iga-Becken dagegen weist ein für ein Inlandbecken typisches Klima mit großen Temperaturschwankungen im Jahresverlauf auf.

Die Küste von Kumano, von Owase bis zum Berg Odaigahara, verzeichnet mitunter die höchsten Niederschlagsmengen des Landes.

Einer der wichtigsten Orte des Shintoismus befindet sich in Mie.

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Ursprünglich gehörte der Ise Schrein, auch Ise-Jingu genannt, zu einer ganzen Reihe von Schreinen, die in der frühen Heian-Zeit unter kaiserliches Patronat gestellt wurden. Im Jahr 965 ordnete Kaiser Murakami an, kaiserliche Boten auszusenden, die wichtige Ereignisse an die Schutzgötter Japans „melden“ sollten. Diese Heihaku genannten Botschaften wurden zunächst 16 Schreinen überbracht, darunter auch dem Ise-Schrein.

Vom späten 7. bis zum 14. Jahrhundert wurde die Rolle der Oberpriesterin des Ise-Schreins von einem weiblichen Mitglied des kaiserlichen Hauses von Japan ausgeübt, das als Saiō bekannt war. Die erste Saiō, die dem Schrein diente, war Prinzessin Ōku, Tochter des Kaisers Tenmu, während der Asuka-Periode. Die Saiō des Ise-Schreins werden auch in den Kapiteln Aoi, Sakaki und Yugao der Erzählung von Genji sowie im 69. Kapitel der Erzählungen von Ise erwähnt. Das Saiō-System endete jedoch während der Turbulenzen in der Nanboku-chō-Periode.
Während des japanischen Kaiserreichs und der Etablierung des Staatsshinto wurde das Amt des Oberpriesters des Ise-Schreins vom regierenden Kaiser ausgeübt, und die Kaiser Meiji, Taisho und Shōwa hatten während ihrer Regentschaft ebenfalls alle die Rolle des Oberpriesters inne.

Der Innere Schrein, genannt Naikū, befindet sich in der Stadt Uji-tachi, südlich des Zentrums von Ise, und ist der Verehrung von Amaterasu gewidmet. Man sagt, dass Amaterasu noch heute in diesem Schrein wohnt. Die Schreingebäude selbst bestehen aus Zypressenholz und sind dabei nicht mit Nägeln, sondern ausschließlich mit Holzverbindungen miteinander verbunden.

Der äußere Schrein, genannt Gekū , liegt etwa sechs Kilometer vom Naikū entfernt und ist Toyouke-Ōmikami, dem Gott der Landwirtschaft, der Reisernte und der Industrie, gewidmet. Neben Naikū und Gekū gibt es in der Stadt Ise und in der Umgebung weitere 123 Shinto-Schreine, von denen 91 mit dem Naikū und 32 mit dem Gekū verbunden sind.

Dieser Schrein, in dem dem Vernehmen nach der Heilige Spiegel aufbewahrt wird, ist eine der heiligsten und wichtigsten Stätten des Shintoismus. Leider ist der Zugang zu beiden Stätten streng reguliert und die Öffentlichkeit darf die Gebäude mit den strohgedeckten Dächern, die hinter vier hohen Holzzäunen verborgen sind, nicht mehr betreten. Besucher können sich jedoch frei im umliegenden Wald und den über die angelegten Wege bewegen, die noch aus der Meiji-Zeit stammen.

Die Heimat von Japans Ninja

Die ruhige Gegend von Iga-Ueno im Landesinneren der Präfektur Mie mit ihren hübschen kleinen Städten und dem in die Berge eingebetteten Ackerland ist historisch gesehen auch die Heimat der berühmten japanischen Ninja. Hier entwickelte die Iga-ryu-Schule ihre geheimnisvolle Kampfkunst. Die Ninjas hatten jahrhundertelang ihren Stützpunkt in der Iga-Region und zogen als Spione und Attentäter für Samurai-Kriegsherren durch das Land.
Heute sind diese Zeiten längst vorbei, aber die Künste des Ninjutsu werden noch immer lebendig gehalten. Wer in die Welt der Ninja eintauchen möchte, sollte die abgelegenen Wälder im Westen von Mie erkunden, wo sie einst zu Hause waren.
Die Stadt Iga ist außerdem ein guter Ausgangspunkt, um mehr über die Schattenkrieger und ihre Geschichte zu erfahren. Das Ninja-Museum von Igaryu verfügt über ein labyrinthartiges Ninja-Haus, das zur Erkundung geöffnet ist. Man kann hier auch Ninjutsu-Meistern bei der Demonstration ihrer Techniken zusehen und seine eigenen Fähigkeiten testen, indem man sich selbst daran versucht Ninjawaffen zu werfen.
Mie prefecture cave
Es gibt viel zu entdecken in Mie. Foto: Shino, Unsplash

Vielseitiges Mie

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Ama Taucherinnen können komplett ohne Ausrüstung eine erstaunliche Tiefe von 30 Metern erreichen und dabei  bis zu 2 Minuten unter Wasser bleiben. Die Ama genannten Taucherinnen gibt es zwar in verschiedenen Teilen Japans, aber die meisten von ihnen leben und arbeiten in der Präfektur Mie.

Auch wenn sie manchmal als Perlentaucherinnen bezeichnet werden, ist es wichtig zu wissen, dass diese Bezeichnung ein Missverständnis ist, das durch Kokichi Mikimotos Perlenzucht in der Region entstanden ist. Stattdessen tauchen diese Taucher in erster Linie nach aquatischen Juwelen wie Seeigeln, Turbanschnecken und Abalonen.

Die Meoto Iwa sind zwei heilige Felsen im Meer in der Nähe von Futami, einer kleinen Stadt in Ise. Der größere der beiden Felsen steht für den Ehemann und der kleinere für die Ehefrau. Die beiden Felsen sind durch ein Shimenawa-Seil verbunden, das als Trennlinie zwischen dem spirituellen und dem irdischen Teil der Welt dient.

Es wird empfohlen, die Meoto Iwa bei Flut zu besuchen, wenn die Felsen tatsächlich durch das Wasser getrennt sind. Noch besser ist es jedoch, den berühmten Blick auf die Sonne zu erhaschen, die an einem schönen Sommermorgen zwischen den beiden Felsen aufgeht.

Wenn die Götter es gut mit Ihnen meinen, bietet sich manchmal sogar die Möglichkeit, sowohl den Sonnenaufgang zwischen den Felsen bei Flut als auch die Silhouette des Fuji in der Ferne zu sehen.

Mie prefecture coast
Die Ruhe genießen an der Küste von Mie. Foto: Kentoshima, Unsplash

Im Nabana no Sato Park sind es die farbenfrohen Blumen, die diesen Park in den wärmeren Monaten schmücken und die Besucher begeistern. Doch das Glanzstück des Nabana no Sato Park ist eigentlich seine Winterbeleuchtung.

Von Mitte Oktober bis Anfang Mai wird die gesamte Parkanlage nachts mit Millionen von Lichtern zum Leben erweckt und gehört damit zu den spektakulärsten Lichtinstallationen der Welt. Man sollte kurz vor Sonnenuntergang anreisen, um einen Spaziergang über das Gelände zu machen und dabei zu beobachten, wie sich die LED-Lampen nach und nach atemberaubende Lichershow darbieten.

Der Kumanokodo ist vorwiegend in der Präfektur Wakayama bekannt, aber einer seiner berühmtesten Ausgangspunkte liegt in der Präfektur Mie. Im Jahr 2004 wurden die kollektiven Pilgerrouten des Kumano Kodo von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Sie verbinden verschiedene heilige Stätten auf der Kii-Halbinsel, die sich über mehrere Präfekturen erstrecken, und werden seit mehr als 1.000 Jahren genutzt. Wenn der Weg in Ise beginnt, führt er entweder zum Hongu Taisha oder zum Hayatama Taisha, zwei der drei Schreine, die den Kumano Sanzan bilden, bevor er zum dritten, dem Nachi Taisha, weiterführt.

Der Shirichi-mihama Strand ist eine gradlinige Küstenlinie vom Zentrum der Stadt Kumano in Richtung Süden, wobei die Stadt Kumano die südlichste Stadt der Präfektur Mie ist und etwa 90 km südwestlich der Stadt Ise liegt. Die südöstliche Küste der Präfektur Mie liegt am Kumano-Meer, das zum Pazifischen Ozean gehört, und hat eine gegliederte Küstenlinie.

Tatsächlich ist der Weg entlang des Shichiri-mihama ein Teil des Kumano-Kodo und liegt dabei auf der Iseji-Route vom Ise-Schrein zu den drei Schreinen von Kumano.
Mie Prefecture Kumanokodo
Der Kumanokodo ist Herausforderung und Entspannung zugleich. Foto: Susann Schuster, Unsplash

Matsusaka-Rindfleisch ist eines der hochwertigsten Rindfleischsorten in Japan. Auch wenn die meisten Menschen an das weithin bekannte Kobe-Rindfleisch denken, wird Matsusaka Wagyu in Japan wegen seiner außergewöhnlichen Marmorierung mit einem besonders Wert gehandelt.

Die Rinder werden in der gleichnamigen Stadt gezüchtet und müssen sehr strenge Standards erfüllen, darunter die Anforderung, dass es sich um eine weibliche, jungfräuliche Kuh handeln muss. Obwohl das Fleisch in einigen Restaurants außerhalb der Präfektur Mie angeboten wird, ist es hier sicherlich am weitesten verbreitet.

Unbegründet im Schatten der anderen

Obwohl sich die Mie Präfektur wie auch Osaka und Kyoto in der Kansai Region befindet, findet sie sich oftmals nur um Schatten der anderen Touristenhotspots wieder. Es ist eine Region, die es sich nicht nur kurz zu besuchen, sondern vor allem für einen längeren Aufenthalt lohnt, um die vielseitigen Facetten kennenzulernen.

Die Präfektur bietet seinen Menschen ein angenehmes Leben und darüber hinaus bietet sie auch im Vergleich zu den meisten anderen Präfekturen zahlreiche ihrer Angebote in englischer Sprache an, sodass sich jeder hier wie Zuhause und sicher fühlen kann.

Weitere Informationen findet man auf der offiziellen Webseite der Präfektur Mie.

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