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Reisetipp für den nächsten Japantrip

Die Präfektur Nagano – badende Affen und die höchste Lebenserwartung des Landes

Die Präfektur Nagano befindet sich im Inland von Japan und grenzt somit an keiner Seite direkt an das Meer. Dennoch bietet sie durch ihre ausgedehnten Bergregionen den Freunden von Wintersport, Wandern und Mountainbiking zahlreiche Möglichkeiten, die Zeit in der Natur zu verbringen. Weiterhin grenzt Nagano an ganze acht Präfekturen. Im Osten an Gunma, Saitama, Yamanashi und die  Präfektur Shizuoka. Niigata liegt nördlich von Nagano. Toyama und Gifu im Westen und südlich befindet sich Aichi.

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Ebenso gilt Nagano auch als die Präfektur in Japan mit der höchsten Lebenserwartung. Frauen werden hier im Durchschnitt 87,18 Jahre alt und Männer 80,88 Jahre.

Leben in Nagano

Die Region Nagano zeichnet sich durch ihre Berge, ihre Wälder, ihr reichhaltiges Ackerland, die Tierwelt und natürlich durch eine Vielzahl von Wintersportgebieten aus. Zusätzlich zur Lebensdauer der Menschen ist Nagano für seine allgemeine Lebensqualität bekannt.

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Regelmäßig als eine der lebenswertesten Regionen Japans bezeichnet, gehört Nagano zu den beliebtesten Präfekturen sowohl für Japaner als auch für Ausländer, die ihren Wohnsitz dorthin verlegen wollen. Gleichzeitig zieht Nagano großes Interesse von internationalen Käufern auf sich, die Immobilien in und um die zahlreichen Skigebiete herum suchen.

Die Präfektur beherbergt mehr als 80 Skigebiete, von denen einige während der Olympischen Spiele im Jahr 1998 Austragungsorte waren. Heutzutage ist die Region ein Magnet für Besucher aus der ganzen Welt, die jeden Winter zu den besten Ski- und Snowboardgebieten Japans reisen. Zu diesen zählen unter anderem, Shiga Kogen, Hakuba Valley und Nozawa Onsen.

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Aufgrund ihrer Höhenlage ist die gesamte Präfektur mit einem kühleren Klima begünstigt als die Städte an der Küste. Das Wetter ist weniger feucht und somit angenehmer im Sommer, der Frühling und Herbst sind farbenfroh, und der Winter ist lang und angenehm zugleich. Hier befinden sich ein Großteil der höchsten Berge Japans. Von Frühling bis Herbst kann man hier einige der besten Wanderungen, Bergtouren und Aktivitäten in der grünen Jahreszeit unternehmen, während die Schneeschmelze in Kaskaden die alpinen Flüsse hinunterfließt und das weitläufige Ackerland versorgt.

Nagano Mountain clear water
Berge und sauberes Wasser, ein Zeichen der Präfektur. Foto: Sunil Naik, Unsplash

Als Erzeuger einiger der besten Obst-, Gemüse- und Reissorten Japans hat sich Nagano eine weitgehend traditionelle und gesunde Ernährungsweise bewahrt. Dieser Umstand trägt dazu bei, dass die Einwohner Japans die höchste Lebenserwartung des Landes haben. In Kombination mit den weitläufigen Freiflächen, den kleinen, gemütlichen Ortschaften und der relativ geringen Bevölkerungsdichte ist es keine Überraschung, dass zahlreiche japanische, aber auch ausländische Einwohner und internationale Besucher sich in den Lebensstil in Nagano verlieben.

Die Hauptstadt und die badenden Affen von Yamanouchi

Ursprünglich entstand die Stadt Nagano aus einer Tempelstadt um einen der wichtigsten Tempel in Japan, dem Zenkoji Tempel.

Der Zenkoji-Tempel in Nagano ist einer der wichtigsten und populärsten Tempel in Japan. Gegründet wurde er im 7. Jahrhundert und beherbergt die erste buddhistische Statue, die nach Einführung des Buddhismus in Japan im 6. Jahrhundert nach Japan gebracht wurde. Das Original der Statue ist leider nicht öffentlich zugänglich, doch eine Kopie von ihr wird alle sechs Jahre einige Wochen lang der Öffentlichkeit gezeigt.

Das Gebiet Togakushi liegt in den Waldgebieten nordwestlich des Stadtzentrums und zieht Touristen mit seinen zahlreichen Schreinen an. Außerdem ist es die Heimat der legendären Ninja-Schule Togakure. Hier befindet sich auch das Togakushi Ninja Museum und vor allem bei Kindern beliebte Kids Ninja Village und gewähren nicht nur abwechslungsreiche Unterhaltung, sondern auch einen detaillierten Einblick in die Ninja-Vergangenheit der Region.

Ein weiterer Grund für die Menschen von überall in die Region zu kommen, sind die berühmten Schneeaffen von Yamanouchi. Eigentlich nicht wirklich in der Stadt Nagano, ist es dennoch perfekt geeignet für einen Tagestrip. Die natürlichen Quellen in dieser verträumen Schneelandschaft für sich schon sehenswert. Doch der eigentliche Höhepunkt sind die wilden Affen, die hier regelmäßig ein Bad nehmen.

Nagano Bathing monkeys
Die wilden Affen nehmen ihr entspanntes Bad. Foto: Jonathan Forage, Unsplash

Doch nicht nur bei den Affen sind die heißen Quellen beliebt, denn unweit befinden sich zudem die beiden Städte Shibu Onsen und Yudanaka Onsen, welche auch für nicht tierische Besucher entspannende Onsenerfahrungen bieten.

Die Stadt Matsumoto – Eine Burg und die Wasabifarm

Die Stadt Matsumoto muss sich in keinster Weise hinter der eigentlichen Hauptstadt der Präfektur verstecken. Mit dem klaren Azusa-Fluss, der durch die Stadt fließt, ist Matsumoto ein Rückzugsort in den Bergen mit allen Annehmlichkeiten der Stadt.

In Matsumoto findet man alles, was das Herz begehrt: eine historische Burg, heimische Biere, sauberes Wasser aus den umliegenden Bergen, fantastische Onsen und sogar weltberühmte Pop-Art der legendären Yayoi Kusama. Gleichzeitig ist die Stadt ein idealer Ausgangspunkt, um weitere Naturschönheiten in der Präfektur Nagano zu besuchen.

Die Burg in Matsumoto gilt als eine der wenigen noch originalen Burgen des Landes und wird wegen ihrer Farbe auch oft als Krähenburg bezeichnet.

Die schwarze Außenfarbe des Schlosses soll die Treue zu Toyotomi Hideyoshi symbolisieren. Hideyoshis direkter Rivale, Tokugawa Ieyasu, bevorzugte nämlich weiße Schlösser. Der 60 Meter breite Graben und die 29 Zentimeter dicken Mauern wurden so konzipiert, dass sie den Kugeln von Luntenschlossgewehren standhielten, nachdem die Portugiesen 1543 Feuerwaffen nach Japan gebracht hatten.

Matsumoto Castle Nagano
Die Burg bietet einen interessanten Kontrast zu den meisten anderen Burgen in Japan. Foto: Sora Yamagake, Unsplash

Vor dem Hintergrund der japanischen Alpen ist die Burg ein beliebtes Touristenziel. Die Einwohner sammelten Geld, um die Burg in der Meiji-Ära vor der Sanierung zu bewahren und die Menschen der Stadt setzen heute ihre ehrenamtlichen Bemühungen fort. Erforderliche Reinigungs- und Restaurationsarbeiten sowie Spendensammlungen werden regelmäßig durchgeführt.

Die Daio Wasabi Farm in der Nähe von Matsumoto ist eine der größten Wasabifarmen Japans. Die Farm verfügt über mehrere große Felder mit einem sorgfältig gepflegten Netz von kleinen Bächen, die jede Wasabi-Pflanze ständig mit klarem, fließendem Wasser aus den Nordalpen versorgen. Nur unter derartig makellosen Bedingungen ist der Anbau von Wasabi möglich.

Die Anlage wurde mit Wanderwegen zwischen den Feldern für Touristen attraktiv gestaltet. Auf dem Gelände befindet sich der Daio-Schrein, in dem der Geist eines alten Lokalhelden, Hachimen Daio, verehrt wird, nach dem auch die Farm benannt wurde und der als Beschützer der Farm gilt.

In der Nähe des Schreins befindet sich auch eine kleine Höhle, die mit der Legende des lokalen Helden verbunden ist. Aber nicht nur Wandern und Wertschätzen sind Dinge, die man auf der Wasabifarm tun kann. Hier gibt es auch allerlei frische Gerichte, anhand denen man die Hochwertigkeit des Wasabi selbst schmecken kann.

Ferner ist sie Stadt Matsumoto außerdem für ihre saftigen Äpfel bekannt. Nicht nur kann man allerlei Apfelprodukte, unter anderem Softeis in der Stadt genießen, sondern sich auch selbst die Zeit entspannt beim Apfelpflücken auf der Yokoya Farm vertreiben.

Nagano Apple
Nagano ist bekannt für seine hochwertigen Äpfel. Foto: Fumiyaki Hayashi, Unsplash

Hier erfährt man, was es bedeutet, auf einer Apfelplantage zu arbeiten, oder man kommt einfach, um die frischen Äpfel zu essen, die man zuvor direkt vom Baum gepflückt hat. Zudem kann man aus den Äpfeln der Farm frischen Apfelsaft herstellen!

Die Farm selbst wird von einer Familie betrieben, die von Tokio nach Matsumoto gezogen ist. Neben den Äpfeln bietet sich dem Besucher auch ein Blick auf die wunderschöne Landschaft Japans, die von traditionellen Bauernhäusern geprägt ist.

Die Natur erleben in der Kurobe Schlucht

Die Kurobe-Schlucht ist untrennbar mit der berühmteren Tateyama-Kurobe-Alpenstraße verbunden, die über die Berge von Nagano nach Toyama führt. Toyama, das von internationalen Besuchern oft übersehen wird, ist ein außergewöhnlicher Teil Japans, eingebettet zwischen der Nordküste und den Bergen, aus denen die Kurobe-Schlucht hervorsticht.

Die Schlucht ist von der kleinen Thermalstadt Unazuki Onsen aus zu erreichen, wobei die Herbstblätter im Oktober und November einen weiteren Anreiz für einen Besuch bieten.

Kurobe Nagano train
Ein besonderes Erlebnis. Mit dem Zug durch die Kurobeschlucht. Foto: Shino, Unsplash

Wer vollends in diese herrliche Landschaft eintauchen möchte, sollte die Kurobe-Schluchtenbahn nehmen, die die gesamten 20,1 Kilometer der Schlucht befährt. Vom Bahnhof Unazuki aus kann man wählen, ob man in einem offenen oder einem überdachten Waggon Platz nehmen möchte. Etwa 80 Minuten dauert die Fahrt vom Bahnhof Unazuki zum Bahnhof Keyakidaira im Herzen der Schlucht, wobei 40 Tunnel und über 20 Brücken passiert werden.

Vielseitige Köstlichkeiten der Präfektur

Soba-Nudeln gibt es im ganzen Land, aber die Sorte Shinshu – die den alten Namen der Präfektur Nagano trägt – gilt als eine der besten in ganz Japan. Die fruchtbaren Böden in Nagano eignen sich hervorragend für den Anbau von Buchweizen, der den Nudeln eine satte, erdige Farbe und einen kräftigen Geschmack verleiht.

Traditionell werden die Shinshu-Soba kalt mit Dashi, geriebenem Daikon und grünen Zwiebeln serviert. Sie können aber auch warm zubereitet werden, was sie das ganze Jahr über zu einer besonderen Köstlichkeit macht.

Nozawana-zuke sind salzig, sauer und mit einem Hauch von Süße. Dieses pikante Blattgemüse ist perfekt eingelegt und hat einen unverwechselbaren Geschmack, für den Nagano berühmt ist. Nozawana-zuke ist eine erfrischende Bereicherung für jede beliebige Mahlzeit. Ob zum Frühstück, Mittag- oder Abendessen, in Nagano muss man sich nicht wundern, wenn Nozawana-Zuke als Beilage zu Tonkatsu, Fischgerichten oder Soba finden angerichtet wird.

Oyaki wird aus fermentiertem Buchweizenteig hergestellt und mit verschiedensten Zutaten wie Anko, Fleisch, Obst oder Gemüse gefüllt. In der Pfanne gebraten und dann gedünstet oder gekocht sind diese herzhaften und saftigen Teigtaschen sind angenehm knusprig. Man findet diese hausgemachten Köstlichkeiten oft an Straßenständen und sie passen gut zu einer Tasse heißem Amazake im Herbst oder Winter.

Nicht nur im Winter eine Reise wert

Auch wenn Nagano international primär für seine hochwertigen Wintersportgebiete bekannt ist, lohnt es sich auch außerhalb der kalten Jahreszeit einen mehrtägigen Urlaub in der Präfektur zu unternehmen. Neben dem hochwertigen Essen und der zahlreichen Möglichkeiten für Outdoor Aktivitäten, sind es auch die Onsengebiete, die zu jeder Jahreszeit für Entspannung sorgen.

Weitere Informationen und Reiseideen findet man auf der Tourismus-Seite der Präfektur Nagano.

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